Erfahrungen

Ausprobiert: DB Zugradar jetzt als App für Android und iOS

Die Deutsche Bahn hat eine Android- beziehungsweise iOS-App für ihr Zugradar zur Verfügung gestellt. Wir haben uns die Anwendung einmal näher angeschaut, schätzen ihre Nützlichkeit ein und vergleichen sie mit der Konkurrenz. Kann eine App die elektrische Spiel­zeug­eisen­bahn ersetzen?

Zugverfolgen auf Satelliten-Bildern mit leichtem 3D-Effekt Zugverfolgen auf Satelliten-Bildern
Screenshot: teltarif.de
Dass man mit Hilfe des Zugradars [Link entfernt] der Deutschen Bahn seinen Zug, der eigentlich schon in Berlin sein sollte, in Hamburg abfahren sehen kann, ist vermutlich vielen Lesern bekannt. Ab sofort stehen auch Apps für Googles Android-Betriebssystem und Apples iOS zur Verfügung. So kann man auch mobil am Bahnhof den Zug verfolgen. Anders als eventuell erwartet greift das System aber nicht auf GPS-Daten zurück. Es handelt sich viel eher um Schätzungen der Position, die nach unserer Erfahrung aber recht genau zutreffen.

Zugverfolgen auf Satelliten-Bildern mit leichtem 3D-Effekt Zugverfolgen auf Satelliten-Bildern
Screenshot: teltarif.de
Die App setzt weitestgehend die Funktionalitäten der Internetseite um. So lässt sich beispielsweise nach Zügen der Deutschen Bahn suchen und ein jeweiliger Zug auswählen. Dazu zählen ICE, IC/EC- und RE/RB-Züge. Züge der Berliner S-Bahn lassen sich dagegen nicht verfolgen. Als Lieferant für das Kartenmaterial kommt Googles Kartendienst Maps zum Einsatz. Der Nutzer kann dabei zwischen einer normalen Karten- und einer Satelliten-Ansicht wählen. In den Apps für Android und iOS kann die Ansicht je nach Wunsch noch etwas flacher eingestellt werden, sodass ein schwacher 3D-Effekt entsteht.

Neben der Verfolgung des Zuges kann der Nutzer noch weitere Daten abrufen. Dazu gehören beispielsweise kommende und vergangene Halte, die aktuelle Verspätung sowie die Route. Damit es beispielsweise an Bahnhöfen nicht zu unübersichtlich wird, können andere Fahrten ausgeblendet werden. Kurios: Ab und zu verschwinden Züge an Bahnhöfen, nur um dann auf einem anderen Gleis oder nach Abfahrt wieder aufzutauchen. Was aussieht wie eine Kollision ist der Berliner Hauptbahnhof. Keine Kollision, sondern der Berliner Hauptbahnhof
Screenshot: teltarif.de
Dies liegt wahrscheinlich an den Unterschieden zwischen Schätzung und Realität. Neben der Beobachtung von Zügen, die etwas an eine moderne Version der Modelleisenbahn erinnert – wenn auch sehr eingeschränkt – kann man zudem Ankünfte und Abfahrten von Zügen an Bahnhöfen abfragen sowie nach Zügen suchen.

Da alle dazu nötigen Daten sowie das Kartenmaterial selbst aus dem Internet heruntergeladen werden, sollte man die App unterwegs bei einem Datentarif mit kleinem monatlichen Volumen allerdings nicht zu lange aktiv lassen. Ist man hingegen mit dem WLAN des ICEs verbunden, stellt dies kein Problem dar – jedenfalls solange die Internetverbindung schnell genug ist. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, muss man dann doch seine Halsmuskulatur beanspruchen, den Kopf drehen und aus dem Fenster schauen. Insgesamt macht die App aber einen durchdachten Eindruck und ist leicht zu bedienen.

Live-Karte vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg zeigt auch lokale Verkehrsmittel

Wer auch die Berliner Verkehrsmittel im Auge behalten will, dem sei die Live-Karte des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg ans Herz gelegt. Anders als das DB-Angebot gibt es hierzu aber derzeit keine App. Auf der Live-Karte können neben dem Fern- und Regionalverkehr auch noch S-, U- und Straßenbahnen, Busse und Fähren beobachtet werden. Anders als bei dem Zugradar der Deutschen Bahn setzt der VBB auf Kartenmaterial des Openstreetmap-Projektes. In diesem Artikel schildern wir unseren Eindruck zur neuen mobilen App des VBB sowie zur eben beschriebenen Live-Karte.

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