Mittelklasse

ZTE Blade V6 im Test

Der chinesische Hersteller präsentierte sein Smartphone ZTE Blade V6 sehr selbstbewusst. Wir haben das Mittelklasse-Smartphone ausprobiert und verraten, ob neben Dual-SIM- und LTE-Unterstützung weitere Besonderheiten erwartet werden dürfen.
Von Paulina Heinze

ZTE hat angekündigt, das Blade V6 mit allen Updates innerhalb der Android-5.x-Reihe auszu­statten. Aktuell läuft es mit der Version 5.0.2. Auf unserem Modell sind zwei Launcher vorinstalliert. Ab Werk ist der hauseigene Launcher MiFavor aktiviert, der auf einen App Drawer verzichtet. Wer auf das klassische Menü nicht verzichten möchte, kann den anderen Launcher namens Launcher3 auswählen oder einen aus dem Play Store herunterladen. Auf unserem Testgerät sind Apps wie Facebook samt Messenger, Instagram, Twitter sowie Clean Master und WPS Office vorinstalliert. Wer diese Anwendungen nicht benötigt, kann sie vom Telefon wieder deinstallieren.

ZTE bietet auf dem Blade V6 einige Zusatz­funktionen an. Wird das Smartphone etwa mit dem Display nach unten gelegt, können Anrufe oder ein Alarm stumm­geschaltet werden. Im Menüpunkt Schalter­zugriff können Tasten­kombinationen für verschiedene Aktionen wie etwa "Benachrichtigungen" oder "Nach vorne scrollen" zugewiesen werden. Die Anzahl der Tasten am Blade V6 ist natürlich überschaubar und eine Kombination kann nicht doppelt vergeben werden. Werden die Lautstärke­tasten mit neuen Funktionen belegt, kann hierüber nicht mehr die Lautstärke reguliert werden. Screenshot ZTE Blade V6 Einstellungen für Dual-SIM, den Tastaturmodus und die Touch-Buttons
Screenshot: teltarif.de
Beim Prozessor fiel die Wahl des Herstellers auf eine MediaTek-CPU vom Typ MTK 6735. Es sind vier Rechen­kerne verbaut, die mit je 1,3 GHz getaktet sind und von 2 GB Arbeits­speicher unterstützt werden. Diese Werte reichen aus, um mit dem Blade V6 alltägliche Aufgaben zu meistern. Die vorinstallierten Apps öffnen sich zuverlässig und schnell, das Gleiten über die verschiedenen Screens verursacht bei uns kein Ruckeln und auch mit der gleich­zeitigen Ausführung mehrerer Apps kommt der Prozessor zurecht. Auch das Spielen von 3D-Games ist mit dem Blade V6 möglich, wobei der mäßige Klang der Laut­sprecher das Vergnügen schmälert. Eine übermäßige Hitze­entwicklung können wir in unserem Test nicht feststellen. Im Benchmark-Test von AnTuTu erreichte das Blade V6 bei uns einen Score von 27 304. Mit diesem Wert bewegt sich das Smartphone etwa auf einer Stufe mit dem Wiko Highway Star 4G (Score: 25 510) und dem aktuellen Motorola Moto G (Score: rund 23 000).

Dual-Standby und solide Akkuleistung

Das Blade V6 besitzt eine Sende-/Empfangs­einheit. Dies bedeutet, dass die beiden SIM-Karten im Dual-Standby-Modus betrieben werden können. Wird eine der beiden Karten für Telefonie oder Daten­verbindungen verwendet, befindet sich die andere SIM im Ruhemodus - Anrufe werden auf die Mobilbox umgeleitet. In den Einstellungen können die beiden SIM-Karten auf die klassische Art verwaltet werden. Den Funktionen Telefonie, Daten und SMS kann eine der beiden Karten zugewiesen werden. Zudem ist die Deaktivierung der Karten ebenfalls über das Menü möglich. So kann etwa im Urlaub die geschäftliche SIM-Karte leicht abgeschaltet werden. Ein Widget oder ähnliches ist für die Dual-SIM-Funktion nicht vorhanden. Bei unseren Test­anrufen war der Gesprächs­partner ausreichend laut zu hören.

Für das mobile Surfen im Internet unterstützt das Blade V6 LTE Cat. 4 in allen deutschen Frequenzen. Somit sind theoretische Über­tragungs­raten von bis zu 150 MBit/s im Downstream und 50 MBit/s im Upstream möglich. Im 3G-Netz funkt das ZTE-Smartphone im 900- und 2100-MHz-Band. Weiterhin wird WLAN b/g/n unterstützt. ZTE Blade V6 Im Blade V6 finden eine Micro- und eine Nano-SIM Platz
Bild: teltarif.de
Eine Akku-Kapazität von 2200 mAh klingt bei einem 5-Zoll-Smartphone zunächst nicht besonders ausdauernd. In der Praxis sind wir bei normaler Nutzung dennoch sehr gut über den Tag gekommen. Nur im Ruhe­zustand verbraucht das Blade V6 vergleichsweise viel Strom. Im Akku-Test von PCMark erzielte das Gerät eine Laufzeit von 6 Stunden und 27 Minuten. Zum Vergleich: Das Moto G der dritten Generation hielt 5 Stunden und 17 Minuten durch.

Hauptkamera erzeugt blasse Farben

Die Kamera­anwendung öffnete sich schnell, so dass sie auch recht fix betriebs­bereit ist. Die Hauptkamera ermöglicht Foto­aufnahmen mit einer 13-Megapixel-Auflösung sowie Video­aufnahmen in 1080p mit 30fps. Zudem bietet die Anwendung verschiedene Modi wie Gesichts­verschönerung, Panorama und Multi­winkel­ansicht. Mehrere Filter, die direkt in der Live-Ansicht angewendet werden können, stehen ebenfalls bereit. Kameramodus beim Blade V6 Verschiedene Filter beim Blade V6
Bild: teltarif.de
Unsere Testaufnahmen zeigen bei guten Licht­verhältnissen und unter Einsatz des LED-Blitzes keinen Farbstich und eine hohe Helligkeit. Bei unserem Testfoto 1 wirkt das Bild schon fast überbelichtet. Den verschiedenen Farben mangelt es hingegen an Intensität und die Konturen und Details weisen eine leichte Unschärfe auf. Insgesamt wirken die Farben verwaschen. Bei schlechten Licht­verhältnissen gehen die Details zwar gänzlich verloren, die einzelnen Farben sind jedoch noch gut auszumachen.

Auf der Vorderseite des Gehäuses ist eine 5-Megapixel-Kamera platziert, die mit einer Weitwinkel­funktion ausgerüstet ist. Mit einer Hand­geste des "Victory-Zeichens" kann der Selbst­auslöser aktiviert werden. Es bleiben dem Nutzer dann noch zwei Sekunden Zeit, um etwa die Hand wieder schnell aus dem Bild zu nehmen. Bei uns funktioniert die Erkennung gut. ZTE Blade V6 Kameramodus der 13-Megapixel-Kamera
Bild: teltarif.de

Fazit: Dual-SIM und LTE-Unterstützung als Highlight

Die Einzelnoten im Handy-Test:
  • Technische Ausstattung: 2
  • Bedienung, Handling, Software: 2
  • Hardware, Verarbeitung, Material: 2,3
  • Basis-Feature des Handys: 1,8
  • Einschätzung des Redakteurs: 2
  • Gesamtnote: 2
Das ZTE Blade V6 kann in der Mittel­klasse der Smartphone-Konkurrenz gut mithalten. Das Design bleibt wie immer Geschmacks­sache, lediglich die Verarbeitung hätte an einigen Stellen sauberer ausfallen können. Im Alltag erweist das Modell dem Nutzer gute Dienste. Der fest verbaute Akku bringt das Blade V6 bei normaler Nutzung über einen Tag. Im Standby-Modus verbraucht das Smartphone vergleichsweise viel Strom. Nicht überzeugen konnten die Foto­aufnahmen mit der Haupt­kamera. Den Bildern fehlt es an Schärfe und Farb­intensität. Welche Regeln der Hersteller laut seinem Slogan mit dem Blade V6 brechen wollte, erschließt sich zumindest uns nicht.
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