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Zattoo startet offiziell mit Restart: Sendungen von Beginn an sehen

Bei einigen Kunden war der Dienst schon nutzbar, jetzt startet Zattoo offiziell mit Restart - und das bei vielen Sendern. Zwar bekommen nur zahlende Kunden den Zugriff, dennoch ist das ein Angriff auf DVB-T2 und freenetTV.
Von Thorsten Neuhetzki
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Einige Kunden haben die Funktion in den vergangenen Tagen schon entdeckt, aber jetzt startet sie offiziell: Der Streaming-Anbieter Zattoo bietet ab sofort eine Restart-Funktion für laufende Sendungen an. Das ist in sofern bemerkenswert, als dass die deutschen Sender mit den Rechten für diese Funktion enorm zurückhaltend waren und gerade einmal die Deutsche Telekom im Rahmen ihres neuen Entertain-Angebotes seit vergangenem Frühjahr ein entsprechendes Angebot machen kann. Mit Einführung der Funktion bei Zattoo steht der Dienst erstmals in einem offenen Netzwerk zur Verfügung - allerdings nur gegen Bezahlung.

50 Sender bieten die Restart-Funktion

Zattoo startet mit ReplayZattoo startet mit Replay Mit Restart kann die aktuell noch laufende Sendung von Beginn an gesehen werden, beispielsweise die Talkshow, die man beim Durchzappen gefunden hat. Nach Angaben von Zattoo steht dieser Dienst allen Premium-Kunden zur Verfügung. Er ist bei zahlreichen Sender aktiv - insbesondere auch bei den Sendern der großen privaten Sendergruppen RTL und ProSiebenSat.1. Wie uns Jörg Meyer, Chief Officer Content & Consumer bei Zattoo auf Anfrage sagte, sei die Funktion insgesamt bei 50 Sendern freigeschaltet - allerdings nicht bei jeder Sendung. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender unterstützen Restart, wie er uns mitteilte. Ziel sei es, Restart bei allen Sendungen und Sendungen anbieten zu können. Eine Replay-Funktion, die dafür sorgen könnte, das schon beendete Sendungen abgerufen werden können, gibt es nicht - lediglich ein On-Demand-Angebot.

Das Feature ist in den Zattoo Apps für PC, Laptops, Smartphones und Tablets sowie Xbox One, Amazon Fire TV und Android TV verfügbar. In anderen Connected TV Apps wie Samsung Smart TV und Apple TV folgt die Einführung in den nächsten Wochen. Ist eine Sendung Restart-fähig, so erkennt der Nutzer das am Restart-Symbol neben dem Senderlogo.

Konkurrenz für freenet TV

Der neue Dienst ist ein Angriff auf freenetTV. freenet versucht, einen Großteil der derzeitigen DVB-T-Nutzer auf den neuen Dienst DVB-T2 HD zu überführen. Ende März wird DVB-T nahezu deutschlandweit abgeschaltet. Die Zuschauer müssen sich dann für den Umstieg auf eine andere Empfangsart entscheiden. Hier bringt sich Zattoo ins Spiel. "Mit unserer Restart-Funktion bieten wir einen weiteren Vorteil im Vergleich zu anderen Empfangsmöglichkeiten", so Jörg Meyer. Zattoo komme mit der Einführung von Restart dem Trend zu mehr zeitversetztem Fernsehen weiter entgegen. Eine Restart-Funktion kann DVB-T2 HD nicht bieten. Allerdings benötigt Zattoo natürlich als Streaming-Angebot eine Breitbandleitung - im Idealfall ohne Volumenbegrenzung.

Kostenpflichtig ist allerdings auch freenetTV, zumindest wenn man mehr als die öffentlich-rechtlichen Sender sehen will. Zattoo-Nutzer können Abos mit einer Laufzeit von einem Tag, einer Woche, einem Monat oder einem Jahr abschließen, während freenetTV nur jährlich buchbar ist.

Auch Vodafone will ein Stück vom Markt der Fernseh-Umsteiger abbekommen - hat sich hier mit einer zweifelhaft aufgemachten Postwurfsendung jedoch viel Kritik eingefangen.

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