IPTV

Zattoo will ProSiebenSat.1 auf iPhone und Android bringen

Zattoo will künftig auch die Programme von ProSiebenSat.1 anbieten. Verhandlungen führt der IPTV-Plattform-Betreiber bereits, teilte uns der CEO in einem exklusiven Interview mit.
Von der CES aus Las Vegas berichtet
AAA
Teilen

Der CEO von Zattoo, Dr. Niklas Brambring, im Interview mit teltarif.deDer CEO von Zattoo, Dr. Niklas Brambring, im Interview mit teltarif.de Der IPTV-Plattform-Betreiber Zattoo hat große Pläne für die Zukunft. Wie der CEO des in der Schweiz ansässigen Unternehmens, Dr. Niklas Brambring, auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas gegenüber teltarif.de erklärte, verhandelt das Unternehmen derzeit mit ProSiebenSat.1, um die Programme der privaten Sendergruppe in Deutschland auf die Plattform zu bringen.

Noch vor einiger Zeit hatte Zattoo in Deutschland vor allem öffentlich-rechtliche Fernseh- und Hörfunksender sowie Sport1 und internationale Programme weiterverbreitet. Inzwischen sind auch die Programme der RTL-Gruppe über Zattoo zu empfangen. Würde der Anbieter auch ProSiebenSat.1 für eine Weiterverbreitung gewinnen, so wären nahezu alle für den deutschen Markt wichtigen Fernsehangebote auf Zattoo vertreten.

ProSiebenSat.1 könnte im Laufe des Jahres bei Zattoo starten

Brambring konnte auf Nachfrage noch nicht sagen, wann Programme wie ProSieben und Sat.1 aufgeschaltet werden. Derzeit stehe man in Verhandlungen. Dabei äußerte der Zattoo-CEO die Hoffnung, dass die Sender im Laufe dieses Jahres aufgeschaltet werden.

Schon jetzt stehe fest, dass die ProSiebenSat.1-Programme - wie auch die Sender der RTL-Gruppe - ausschließlich im kostenpflichtigen Programmpaket von Zattoo vertreten sein werden, das werbefrei ist und eine bessere Übertragungsqualität wie das kostenlose Angebot bietet, das für die Programme von ARD und ZDF, Sport 1 und diverse Spartenkanäle weiterhin erhalten bleibt.

Grund für die Beschränkung der Weiterverbreitung der großen privaten Programmanbieter auf das Premium-Abonnement ist die Tatsache, dass die kommerziellen Sender Geld für die Weiterverbreitung sehen wollen. Dabei seien die Kosten pro Nutzer so hoch, dass eine Refinanzierung durch Werbung nicht möglich sei.

Zattoo hatte vor geraumer Zeit die Kosten für sein Premium-Paket erhöht. Dabei sei der Gewinn aufgrund der anfallenden Kosten schon jetzt recht klein. Wenn nun weitere Programme weiterverbreitet werden, sei sogar von einer weiteren Preisanpassung nach oben auszugehen. Wie die künftigen Abo-Gebühren aussehen, ist derzeit noch offen.

Die wichtigsten Märkte für Zattoo sind derzeit Deutschland und die Schweiz. Dazu wolle man künftig auch nach Österreich expandieren und das Angebot für Skandinavien erweitern. In Ländern wie Frankreich und Spanien sei die IPTV-Plattform zwar vertreten. Hier fehlen aber einige wichtige Sender, so dass die Bedeutung eher klein sei. Dafür arbeite man mit anderen Anbietern zusammen, die eine IPTV-Plattform unter eigenem Namen mit der von Zattoo entwickelten Technik anbieten.

Kooperation mit Mobilfunkern angestrebt

In Deutschland kann sich Zattoo auch eine Zusammenarbeit mit Mobilfunk-Providern vorstellen. Denkbar sei beispielsweise die Buchung eines Mobile-TV-Pakets über den Provider, der den Kunden neben den Zattoo-Programmen möglicherweise auch zusätzliches Datenvolumen für den Fernsehempfang einräumt. In der Schweiz gibt es eine solche Zusammenarbeit bereits mit Orange.

Teilen

Mehr zum Thema Zattoo