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So sieht der klassische Zattoo-Nutzer aus

Zattoo hat gerade erst zur EM wieder einen Boom in der Nutzung festgestellt. Wir stellen Ihnen den durchschnittlichen Zattoo-Nutzer vor und zeigen, wie und wo Zattoo genutzt wird.
Aus Hamburg berichtet Thorsten Neuhetzki
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Jörg Meyer, Chief Officer Content & Consumer der Zattoo International AGJörg Meyer, Chief Officer Content & Consumer der Zattoo International AG Die Europameisterschaft ist vorbei und damit auch der Streit um den Fernseher in vielen Familien. Doch viele Fußball-Interessierte haben sich in den vergangenen Wochen oder schon davor Alternativen zum Fernseher im Wohnzimmer gesucht, um diesen der restlichen Familie zu überlassen, wenn diese sich nicht für die Spiele interessiert haben. Einer dieser Empfangswege ist Zattoo, der Streaming-Anbieter aus der Schweiz, für den der Markt in Deutschland aber ein Kernmarkt ist. Zattoo sieht sich gleichermaßen als Ergänzung zum Fernsehen wie auch als alternativer Weg zu den klassischen Empfangswegen DVB-T, Satellit oder Kabel.

Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich das Nutzungsverhalten der Kunden dabei stark verändert. In diesem Jahr haben 25 Prozent der Nutzer Zattoo über Connected TVs geschaut. Dabei handelt es sich gleichermaßen um Apps auf den Fernsehern, aber auch Streaming-Boxen wie Amazon Fire TV oder Apple TV, die in der Nutzung wichtig sind. Hier wird dann beispielsweise auch der Zweitfernseher, der nur für Streaming vorgesehen ist, mit einem linearen Signal versehen. Bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren haben diesen Empfangsweg nur sechs Prozent der Nutzer verwendet, wie uns Jörg Meyer (Chief Officer Content & Consumer) heute auf der Preview zur IFA in Hamburg sagte.

40 Prozent der Nutzer haben die EM in diesem Jahr über PC oder Laptop verfolgt, weitere 35 Prozent über Tablet und Smartphone. Vor zwei Jahren waren diese beiden Empfangswege mit jeweils 47 Prozent deutlich wichtiger. Bei der EM vor zwei Jahren lässt sich aus den Nutzungszahlen noch eine andere Gewichtung ablesen: Damals haben nur 30 Prozent ein mobiles Endgerät genutzt, 70 Prozent haben über den Rechner geschaut.

"Der klassische Zattoo-Nutzer ist männlich, wohnt in einer Großstadt und ist um die 35 Jahre alt", weiß Meyer von seinen Kunden. Die meisten Kunden schauen sonst üblicherweise über Satellit oder DVB-T fernsehen, sind zudem in der Regel gut gebildet und verfügen über ein gutes Einkommen.

Das sind die Nutzungsszenarien

Genutzt werde Zattoo vor allem in drei verschiedenen Szenarien. Dabei sei ein Szenario, dass es gar keinen Fernseher im Haushalt mehr gibt. Das sei bei 15 Prozent der Nutzer der Fall. Zwei andere Szenarien der Nutzung seien, dass zwar generell ein Fernseher im Haus vorhanden ist, der Nutzer sich aber an einem anderen Ort befindet, an dem es keinen Fernseher gibt, etwa im Büro oder dem Gästezimmer bei Freunden. Hier haben in einer Umfrage unter 1 000 Nutzern 40 Prozent diesen Fall angegeben. Allerdings, so betont Meyer, erfolge diese mobile Nutzung nicht nomadisch, sondern in aller Regel nur dann, wenn es ein WLAN-Netz gibt. 95 Prozent der mobilen Nutzung erfolge über WLAN-Netze.

Das dritte Nutzungsszenario ist das des angesprochenen belegten Fernsehers. So wird das Tablet oder das Smartphone dann zum Zweitfernseher. Bei 35 Prozent der befragten Nutzer sei das der Fall.

Boom durch DVB-T-Abschaltung

Zattoo hofft, bei der bevorstehenden Umschaltung von DVB-T zu DVB-T2 einen Teil der Nutzer für sich gewinnen zu können. Zwar sei Zattoo mit 99Euro pro Jahr etwas teurer als die von freenetTV angekündigten 69 Euro pro Jahr, dafür aber könne der Kunde das Angebot auf unterschiedlichen Geräten nutzen. freenetTV erlaube nur ein Gerät pro Buchung. Auch hätten viele Zuschauer schon Fernsehgeräte oder Streaming-Boxen in der Wohnung stehen, die für Zattoo geeignet seien. Sie müssten sich keine neuen DVB-T2-Geräte kaufen und könnten Zattoo direkt nutzen.

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