Internet-TV

Zattoo stellt sich Kritik nach Preiserhöhung: "Wollen wieder günstiger werden"

Zattoo-CEO Nick Brambring begründet die jüngsten Preiserhöhungen mit gestiegenen Kosten, sucht aber nach Lösungen für günstigere Abos. Wir berichten über Details des offenen Briefs, mit dem sich der Zattoo-Chef der Kunden-Kritik stellt.
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Nach den Programmen von ARD und ZDF hat der Internet-TV-Anbieter Zattoo inzwischen auch die beiden großen privaten Sendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 mit an Bord. Allerdings sind vor allem diese kommerziellen Programme nur im kostenpflichtigen HiQ-Abonnement zu bekommen, das neben der größeren Senderauswahl auch für Werbefreiheit und eine höhere Auflösung der Videosignale sorgt.

Parallel mit der Aufschaltung der Programme von ProSiebenSat.1 hat Zattoo die Preise für das Abonnement drastisch erhöht. Das Tagesticket schlägt nun mit 1,59 Euro zu Buche, wer das Abo für einen Monat abschließt, zahlt jetzt 9,99 Euro. Drei Monate sind aktuell für 27,99 Euro zu bekommen und das Jahresabo gibt es für stolze 99,99 Euro. Angesichts dieser neuen Preisstruktur geriet Zattoo in die Kritik seiner Nutzer.

Preiserhöhung durch gestiegene Kosten begründet

Zattoo-CEO Nick BrambringZattoo-CEO Nick Brambring Der Geschäftsführer von Zattoo International, Nick Brambring, reagierte jetzt mit einem offenen Brief, der auf der Webseite des Anbieters zu finden ist. Brambring begründete die Preiserhöhung mit gestiegenen Kosten. Die Details, die der Zattoo-Chef anbringt, sind dabei nur teilweise nachvollziehbar. So beträgt die Mehrwertsteuer in Deutschland schon seit Jahren 19 Prozent und auch die 30 Prozent Gebühren im AppStore für iPhone und iPad sind beileibe keine plötzlich und unerwartet eingeführte Neuerung.

Verständlich ist hingegen, dass Zattoo für Rechte und Streaming pro Nutzer zahlt. Das heißt, je mehr Kunden die Plattform nutzen, umso höher fallen die Verbreitungskosten aus, die in der kostenlosen Variante durch Werbung und beim HiQ-Abo durch Zahlungen der Kunden refinanziert werden müssen.

Zattoo: "Basisangebot bleibt kostenlos"

Der Zattoo-CEO schreibt: "Wir wollen uns weiter verbessern und zwar nachhaltig, also kostendeckend. Daher haben wir uns für den Ausbau unseres Angebots und die dafür notwendige Preiserhöhung entschieden. Das, was wir erwirtschaften, stecken wir gleich wieder in unser Produkt." Dabei räumt er aber ein, in der Vergangenheit möglicherweise nicht umfassend über die aus Anbietersicht notwendige neue Preisstruktur informiert zu haben. Das Basisangebot solle in jedem Fall auch künftig kostenlos bleiben.

Immerhin besteht Hoffnung, dass es nicht bei den aktuellen Abo-Gebühren bleibt. "Wir suchen nach finanzierbaren Möglichkeiten, Ihnen wieder ein günstigeres Angebot machen zu können", so Brambring. Wann es dazu kommen könnte, ließ er allerdings offen. Dabei wäre eine Variante möglicherweise sogar kurzfristig umsetzbar: Ein Light-Abonnement könnte die komplette Programmpalette freischalten, aber dennoch zumindest teilweise werbefinanziert sein.

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