Geduldsprobe

Wenn der Techniker nicht kommt: Warten auf den DSL-Anschluss

Wer einen neuen Internet­anschluss bestellt, braucht viel Geduld. Bei DSL-Anbietern kann es bis zu zehn Wochen dauern, bis der Anschluss geschaltet ist. Die Kabel­netz­betreiber schaffen es in der Regel innerhalb von zwei Wochen. Warum das so ist, lesen Sie in unserer News.
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa
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Wer einen neuen Internetanschluss bestellt, muss mitunter wochenlang warten, bis die Leitung endlich geschaltet ist. Am schlimmsten trifft es DSL-Neukunden, wie die Stiftung Warentest bei einem Vergleich von 30 Testaufträgen für DSL-, Kabel- und LTE-Anschlüsse herausgefunden hat ("test"-Ausgabe 11/14). In drei Fällen hatten die Testhaushalte erst nach rund zehn Wochen DSL-Internet. Wer einen neuen DSL-Anschluss bucht, braucht mitunter einen langen Atem.Wer einen neuen DSL-Anschluss bucht, braucht mitunter einen langen Atem. Schuld daran sind den Angaben zufolge meist die Telekom-Techniker: Von 38 geplanten Terminen endete die Hälfte erfolglos oder fand gar nicht erst statt. In einem Fall brauchte es fünf Termine, bis tatsächlich ein Techniker erschien. Das ist für Berufstätige kaum zumutbar, die jedes Mal einen Tag freinehmen müssen, um am Ende vergeblich zu warten. Wenig hilfreiche Hotline-Mitarbeiter, Warteschleifen und fehlende Informationen nervten die Tester zusätzlich.

Warum die Kabel-Anbieter schneller sind

Lohnen kann sich den Warentestern zufolge ein Technologiewechsel: Die Kabelbetreiber brachten ihre Anschlüsse im Test meist in weniger als zwei Wochen in Gang. Inzwischen surfen den Angaben zufolge knapp 19 Prozent aller internetfähigen Haushalte per Kabel. Der Vorteil der Anbieter: Sie betreiben das gesamte Netz bis zum Kunden und können deshalb unabhängig und vergleichsweise schnell agieren.

Wer es ganz eilig hat, kann auch auf einen LTE-Anschluss übers Mobilfunknetz setzen, der in dem Vergleich schon nach wenigen Tagen betriebsbereit war. Allerdings ist die Technologie nicht überall verfügbar und kann den Angaben zufolge beim Telefonieren eine schlechtere Sprachqualität bieten als das gewohnte Festnetz.

Ein weiterer Nachteil der LTE-Tarife ist, dass es vergleichsweise wenig Datenvolumen für das Surfen im Internet gibt. Für Internet-Kunden, die vorhaben, Videostreaming-Dienste wie Watchever, Maxdome oder Netflix oder Internet-Radio zu nutzen, taugen diese Angebote nicht - von einem echten Festnetzersatz kann also nicht die Rede sein.

Knackpunkt bei der Schaltung von DSL-Anschlüssen ist die letzte Meile vom grauen Verteilerkasten auf der Straße bis zum Hausanschluss. Dieses Leitungsstück gehört meistens der Telekom. Will ein Wettbewerber eine DSL-Leitung schalten, muss die Telekom kooperieren und eventuell einen Techniker bereitstellen. Auf der anderen Seite lieferte die Telekom im Test noch nicht einmal für die eigenen Kunden zuverlässigen Service ab, wie die Warentester bemängelten. Im Test platzten vier von sieben geplanten Technikerterminen für Telekom-Anschlüsse.

Was bei einem Anschlusswechsel hinter den Kulissen passiert, haben wir in einem Hintergrund-Artikel beschrieben.

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