WLAN

So beheben Sie Störungen im WLAN zuhause und unterwegs

Ob veral­tete Technik, dicke Wände oder schlechte Konfi­gu­ra­tion: Es kann viele Gründe für schlechten WLAN-Empfang geben. Wir stellen Ihnen häufige Ursa­chen für Störungen vor und geben Tipps, wie Sie diese beheben können.
Von Susanne Kirchhoff /

So beheben Sie Störungen im WLAN zuhause und unterwegs So beheben Sie Störungen im WLAN zuhause und unterwegs
Bild: teltarif.de
Aus den eigenen vier Wänden ist das kabel­lose Internet kaum noch weg­zu­denken. Doch leider trüben manchmal Störungen und schlechter Empfang das Vergnügen: Der Nutzer surft trotz High­speed-Internet­an­schluss im Schnecken­tempo durch das Web oder es kommt beim Film- und Serien-Strea­ming zu Ausset­zern und Ruckeln. Hier finden Sie Infor­ma­tionen zu typi­schen Ursa­chen von nied­rigen Daten­raten und schlechtem WLAN-Empfang und Tipps, was Sie dagegen tun können.

Inhalts­ver­zeichnis:

Bremsen im Heim­netz­werk finden

So beheben Sie Störungen im WLAN zuhause und unterwegs So beheben Sie Störungen im WLAN zuhause und unterwegs
Bild: teltarif.de
Über­tra­gungen per Funk sind im Allge­meinen weniger zuver­lässig als solche per Kabel. Denn die Funk­wellen müssen auf dem Weg zu ihrem Ziel viele Hinder­nisse über­winden beziehungs­weise durch­dringen. Trocken­bauwände mit Metall­ständerwerk und Stahl­betonwände sind als WLAN-Killer berüch­tigt, aber auch andere Bauele­mente, die viel Metall oder Wasser enthalten, können das Signal deut­lich abschwä­chen. Dabei kann es durchaus sein, dass das Signal nur an einem bestimmten Ort sehr schwach ankommt, ein paar Zenti­meter daneben aber der Empfang schon wieder optimal ist.

Übli­cher­weise sind die Antennen in WLAN-Routern für zuhause so ausge­richtet, dass das Signal sich hori­zontal gut ausbreitet, vertikal jedoch weniger gut. Bei der Versor­gung von mehreren Stock­werken durch ein WLAN sieht es beim Empfang in den Etagen ohne WLAN-Access-Point manchmal mau aus.

Neben passiven Bremsen, die durch ihre bloße Anwe­sen­heit dem Funk­verkehr Probleme bereiten, gibt es zahl­reiche Geräte, die selbst Funk­wellen ausstrahlen, welche mit dem WLAN kolli­dieren. Bei älteren oder güns­ti­geren Routern funkt WLAN im immer noch ausschließ­lich im 2,4-GHz-Band, ebenso wie Blue­tooth. Daher lohnt es sich aus mehreren Gründen, Blue­tooth gene­rell aus­zuschalten und nur bei Bedarf zu akti­vieren. Denn das hilft zum ersten dabei, Energie zu sparen. Zum zweiten zeigen sich übli­cher­weise Blue­tooth-Verbin­dungen wenig beein­druckt durch ein WLAN in der Nähe, umge­kehrt kann ein WLAN jedoch sensibel auf Blue­tooth reagieren. Das liegt daran, dass Blue­tooth robus­tere Übertragungs­verfahren nutzt als die WLAN-Stan­dards der IEEE-802.11-Familie.

Der 2,4-GHz-Bereich gehört auch zum soge­nannten ISM-Band, das für indus­tri­elle, wissenschaft­liche und medi­zi­ni­sche Nutzungen frei­ge­geben ist, sodass dort auch weitere Anwen­dungen zu finden sind, wie etwa Mikro­wellen und manche medi­zi­ni­schen Geräte.

Erste Hilfe: Empfang opti­mieren

Als erste Maßnahme bei schlechtem WLAN-Empfang an einzelnen Endge­räten kann es hilf­reich sein, verschie­dene Stand­orte auszu­probieren. In der Regel ist die Stärke des Signals umso besser, je näher sich der Nutzer am Standort des Access Points befindet - übli­cher­weise ist dies ein WLAN-Router. Auch dessen Standort lässt sich meis­tens opti­mieren. Aus ästhe­ti­schen Gründen tendieren viele dazu, diesen in einem Schrank oder in einer Box verschwinden zu lassen. Das geht aber häufig zu Lasten der Signal­stärke. Und je geringer die Signal­stärke ist, desto kleiner wird die Daten­rate. Daher ist es besser, den WLAN-Router offen in einem Regal oder auf einer Anrichte zu posi­tio­nieren. Eine erhöhte Posi­tion sorgt dabei meis­tens für eine bessere Sende- und Empfangs­qualität. Hat der Access Point externe Antennen, so kann der Nutzer verschie­dene Ausrich­tungen auspro­bieren.

Gerade in Mehr­familien­häusern ist der Empfang häufig schwierig, weil so viele Netze vor Ort auf den glei­chen Frequenzen funken. Dann kann der Wechsel auf einen weniger genutzten Kanal für Abhilfe sorgen - viele moderne Geräte machen das auto­ma­tisch. Zur eigen­hän­digen Suche nach einem freien Kanal kann der Nutzer auf zahl­reiche Tools für den PC oder Apps für das Smart­phone wie etwa InSSIDer oder WiFi Analyzer zurück­greifen. n- und ac-WLAN bieten dabei den Vorteil, auf das weniger über­füllte 5-GHz-Band auszu­wei­chen, falls die betei­ligten Geräte dies unter­stützen. Dieses Band bietet zudem mehr überlappungs­freie Kanäle als das von b/g-WLAN ausschließ­lich genutzte 2,4-GHz-Band. So beheben Sie Störungen im WLAN zuhause und unterwegs Dualband-WLAN-Router TP-Link TL-WDR4300
Foto: TP-Link

Auf neueren WLAN-Stan­dard aufrüsten: Besserer Empfang dank MIMO und Dual-Band

Wer noch ältere Geräte im Einsatz hat, kann seine Geschwindig­keit im WLAN verbes­sern, wenn er diese auf die aktu­ellen Stan­dards n- oder ac-WLAN mit der Mehr­antennen­technik (MIMO) aufrüstet, denn beide sind deut­lich schneller, robuster und reich­weiten­stärker als die Vorgänger. Im Falle des WLAN-Routers ist dafür ein Neukauf fällig. Mehr Infor­ma­tionen dazu finden Sie in unserem sepa­raten Kauf­rat­geber: So finden Sie den rich­tigen Router für (V)DSL und TV-Kabel.

Wichtig: Die Über­tra­gung per schnellem n- oder ac-WLAN kann natür­lich nur statt­finden, wenn die Endge­räte das eben­falls unter­stützen. Ein neuer Router allein nutzt also nichts, er wird einfach nach den Stan­dards 802.11a/b/g mit den alten Geräten kommu­ni­zieren, falls diese kein n- oder ac-WLAN unter­stützen.

Einen Desktop-PC kann der Nutzer mittels eines WLAN-Adap­ters als Steck­karte auf den neuesten Stand bringen. Bei Laptop und PC ist auch der Anschluss eines WLAN-Adap­ters als USB-Stick möglich. Den Stan­dard 802.11n muss jeder Adapter unter­stützen, besser ist gleich ein Adapter mit ac-WLAN oder dem Nach­fol­ge­stan­dard 802.11ax.

Nicht jedes Gerät bietet Features für Höchst­ge­schwin­dig­keiten

Wer mit WLAN Top-Geschwindig­keiten errei­chen will, sollte beim Neukauf eines WLAN-Access-Points darauf achten, dass dieser die im Stan­dard optio­nalen Features beherrscht. Darunter fällt das Aussenden von mehreren räum­li­chen Daten­strömen. Möglich sind bei n-WLAN etwa bis zur vier Daten­ströme mit bis zu 150 MBit/s Daten­rate, was die maxi­malen 600 MBit/s ergibt. Bei ac-WLAN reicht die Auswahl von 433 MBit/s bis 1300 MBit/s - je nachdem, welche tech­ni­sche Ausstat­tung der Hersteller dem Gerät spen­diert hat.

Wer die Vorteile des 5-GHz-Bands nutzen möchte und noch alte g-WLAN-Geräte besitzt, setzt beim Kauf auf einen WLAN-Router mit simul­taner Dual-Band-Fähig­keit. Einfa­cher ausge­drückt: Ein WLAN-Access-Point, der gleich­zeitig im 2,4-GHz- und im 5-GHz-Band funken kann. So kann der Nutzer mit neuen Geräten vom 5-GHz-Band profi­tieren und weiterhin die Alt­geräte nutzen, die nur im 2,4-GHz-Bereich unter­wegs sind. Ohne die Fähig­keiten zum paral­lelen Betrieb in beiden Frequenz­bereichen kann ein Dual-Band-WLAN-Router nur in einem von beiden Bändern arbeiten oder es entstehen Verzö­ge­rungen, wenn er dauernd zwischen beiden Bändern hin- und herschalten muss.

Signal verstärken oder kriti­sche Stellen per Kabel über­brü­cken

Ist die Wohnung groß und die Reich­weite des WLAN-Routers trotz n- oder ac-WLAN zu gering, so kann sich der Nutzer mit einem WLAN-Repeater behelfen. Viele WLAN-Router lassen sich auch im Repeater-Modus einsetzen, daher kann der Nutzer ein altes, unge­nutztes Gerät umfunk­tio­nieren. Daneben bieten viele Hersteller auch kleine kompakte WLAN-Repeater für die Steck­dose.

Wer sein heimi­schen Netz­werk über mehrere Etagen anlegen will oder wenn dicke Wände un­überwind­bare Hinder­nisse in der Wohnung darstellen, sollte die kriti­schen Stellen per Kabel über­winden, zum Beispiel per Ethernet, und danach das Signal weiter per WLAN verteilen. Wer keine Kabel ziehen will, kann für die Über­brü­ckung auch das Strom­netz nutzen und Power­line-Adap­ter­sets einsetzen.

Sowohl bei WLAN-Repea­tern als auch Power­line-Adap­tern ist es meist am besten, wenn diese vom selben Hersteller wie der Router stammen. Die Basis­funk­tionen werden zwar auch herstel­ler­über­grei­fend unter­stützt, zahl­reiche Zusatz­fea­tures wie die Verwal­tung eines Mesh-Netz­werks funk­tio­nieren aber in der Regel am besten, wenn alle Geräte vom selben Hersteller kommen.

Wenn aber tatsäch­lich die Inter­net­lei­tung seitens des Provi­ders zu langsam ist, haben wir einen sepa­raten Ratgeber für Sie: Internet-Anschluss zu langsam - so wehren Sie sich.

Aktu­elle Meldungen zum Thema WLAN