Flexibel

Darum ist das Smartphone das bes­sere WLAN-Radio

WLAN-Radios sind einer­seits prak­tisch, ande­rerseits aber auch Einschrän­kungen unter­worfen, sodass manche Programme nicht zu empfangen sind.
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Inter­netradio bietet eine Programm­viel­falt, die es weder auf DAB+ noch auf UKW gibt. Auch Satel­liten­empfang, Mittel- oder Kurz­welle können mit dem Radio­empfang aus dem World Wide Web nicht mithalten. Webradio lässt sich direkt am Computer über die Webseiten der Programm­anbieter oder über Aggre­gatoren wie Radio­player und TuneIn Radio empfangen. Apps sorgen am Smart­phone und Tablet für den welt­weiten Rund­funk­empfang.

Bequemer ist es, ein WLAN-Radio oder einen Smart Speaker einzu­setzen. Schließ­lich lässt sich ein solches WLAN-Radio ähnlich wie ein herkömm­licher Rund­funk­empfänger bedienen und der PC muss nicht perma­nent einge­schaltet bleiben, wenn man "nur" Radio hören möchte. Doch ist ein WLAN-Radio immer die bessere Wahl? Die Vergan­genheit hat gezeigt, dass sich der Funk­tions­umfang im Laufe der Jahre ändern kann - etwa wenn Verträge des Herstel­lers mit dem Liefe­ranten der Sender-Daten­bank auslaufen.

Einschrän­kungen bei WLAN-Radios

Radio-Apps auf dem SmartphoneRadio-Apps auf dem Smartphone Aller­dings bringen WLAN-Radios zum Teil auch tech­nische Einschrän­kungen mit sich, die sich nach­träg­lich nicht mehr ändern lassen. Ein Beispiel sind die schon etwas älteren Radios mit Chip­sätzen der Firma Reciva, die sich aus dem Hard­ware-Geschäft zurück­gezogen hat. Geräte, die auf dieser Technik basieren, wurden unter anderem von DNT und Sangean verkauft. Sie beherr­schen neben MP3 den kaum noch gebräuch­lichen Real-Audio-Stan­dard. Dafür werden AAC+-Streams nur im Stan­dard-AAC-Format wieder­geben - und klingen daher ähnlich wie ein auf Mittel­welle verbrei­tetes Programm.

Aber auch aktu­elle Empfangs­geräte kommen nicht mit jedem Stream zurecht, wie das Beispiel des neuen öster­reich­weit sendenden Privat­senders Radio Austria zeigt. Die Streams von Radio Austria erfor­dern https-Verbin­dungen. Herkömm­liche http-Verbin­dungen sind nicht möglich. Ist https beispiels­weise bei Webseiten heut­zutage Stan­dard, so ist das beim Strea­ming noch lange nicht der Fall. Selbst neue WLAN-Radios oder auch Multi­room-Systeme wie Sonos unter­stützen den Stan­dard nicht.

Das Haupt­programm von Radio Austria ist derzeit zusätz­lich noch über den Stream seines Vorgän­gers Radio Ö24 zu empfangen. Dieser funk­tioniert auch über herkömm­liche http-Verbin­dungen und somit auch mit WLAN-Radios. Die Streams der 14 zusätz­lichen Spar­tenka­näle, die Radio Austria anbietet, gibt es auf diesem Weg aber nicht. Die Musik­programme sind daher mit dem WLAN-Radio oder auf Sonos-Laut­spre­chern nicht zugäng­lich.

Apps "können" mehr als WLAN-Radios

Auf dem Smart­phone sind hingegen alle Radio-Austria-Kanäle problemlos hörbar. In Apps wie von Radio.de und Receiver Radio sind neben dem Haupt­programm bereits alle Spar­tenka­näle enthalten, TuneIn Radio liefert immerhin schon den Haupt­kanal, der auf diesem Weg auch auf Sonos-Multi­room-Systemen hörbar wird. Nun ist Radio Austria zwar noch eine Ausnahme, aber es gibt auch Hörfunk­programme beispiels­weise aus den USA, die in mit WLAN-Radios nicht kompa­tiblen Formaten streamen, aber mit Smart­phone-Apps problemlos zu empfangen sind.

Unter dem Strich ist ein WLAN-Radio zwar eine sehr komfor­table Möglich­keit, um Inter­netradio zu empfangen. Nutzer sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass mit diesen Geräten unter Umständen ausge­rechnet das Programm, das man unbe­dingt hören möchte, nicht zu empfangen ist. Die Alter­native ist die Nutzung eines alten, im Alltag nicht mehr benö­tigten Smart­phones, das über Blue­tooth oder ein Audio­kabel mit der HiFi-Anlage verbunden und als Webradio-Empfänger genutzt wird.

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