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Kostenlose WLAN-Hotspots in Hamburg: Ausbau gestartet

Nach langer Wartezeit ist es so weit: In Hamburg können Internetnutzer kostenlos im Netz surfen, wenn auch erst in wenigen Straßenzügen. Eine hohe technische Hürde, die im Weg stand, wurde dabei weggeräumt.
Von Marleen Frontzeck-Hornke mit Material von dpa
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Hamburg hat das kostenfreie öffentliche WLAN für Internetsurfer gestartet. Seit Donnerstag können sich Nutzer nahe der Binnenalster über das freie Netz "MobyKlick" mit Smartphone oder Tablet ins Netz einloggen. Dort hat der Anbieter Willy.tell seine ersten Zugangsstellen (Access Points) eingerichtet. Hamburger, Geschäftsreisende und Touristen könnten nun auf einen mobilen Internetzugang mit höchstmöglichen Bandbreiten von bis zu 1 GBit/s zurückgreifen, kündigte das Unternehmen an. Es will die Zahl seiner Zugänge auf 180 bis Ende 2017 ausweiten und damit rund 3,3 Quadratkilometer der Hamburger Innenstadt abdecken.

Wie kommt der Nutzer ins Internet? Zwischen Alstertor, Gerhart-Hauptmann-Platz bis Ballindamm und Europa-Passage wird dem Nutzer als WLAN-Verbindung "MobyKlick" angezeigt, per SMS erhält er einen vierstelligen Code, er loggt sich damit ein und bleibt 24 Stunden angemeldet.

"Hamburg fehlte bisher freier WLAN-Zugang"

Kostenlos in Hamburg surfen - WLAN-Ausbau gestartetKostenlos in Hamburg surfen - WLAN-Ausbau gestartet Bis zu 500 Nutzer gleichzeitig könnten versorgt werden, berichtete Willy.tel-Geschäftsführer Bernd Thielk. "Hamburg ist das Tor zur Welt, dem bislang der freie WLAN-Zugang fehlte. Jetzt kann die Stadt sich auch digital beweisen", sagte er. Das sieht Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) ebenso: "Digitale Technologien geben uns die Möglichkeit, unsere Stadt noch lebenswerter und noch wettbewerbsfähiger zu machen. Das ist eine Aufgabe, die wir nur gemeinsam angehen können."

In der Tat hatte sich der Internetanbieter den Anschluss der Access Points an sein Glasfasernetz einfacher vorgestellt. Doch an geplanten Standorten fehlten die notwendigen Stromanschlüsse. Dafür hat die Stromnetz Hamburg GmbH gesorgt, die extra Netz-Verteilstationen entwickelte. Darüber sollen neben der WLAN-Anbindung auch Anschlüsse unter anderem für Umweltsensorik oder Bürgerinformationen in Echtzeit möglich sein, wie Technikchef Thomas Volk ankündigte.

Der Internet-Anbieter will sein Gratis-Angebot mit Investitionskosten von rund 1 Million Euro sowie laufender Betriebskosten finanzieren, indem er Firmenkunden einbezieht - vom Café, über Restaurants bis zum Warenhaus und den Einkaufspassagen. Sie sollen für das Angebot in ihren Räumen zahlen, der Nutzer im Geschäft surft weiter kostenlos. Die sogenannte Störerhaftung, wenn Nutzer illegale Inhalte herunterladen sollten, übernehme der Betreiber, sagte Thielk. Nutzerdaten würden nicht gespeichert, versicherte er.

Hotspots auch von Vodafone und der Telekom

Neben Willy.tel bieten andere große Telekommunikationsanbieter wie die Deutsche Telekom oder Vodafone in Hamburg ihre Hotspots an, über die sich Kunden ins Internet einloggen können. Diese Zugänge sind allerdings nur zeitlich begrenzt kostenlos, anschließend fallen Gebühren an. Anders als bei den Hotspots der Konkurrenz strebe willy.tel mit seinen Access Points eine "homogene Ausleuchtung" und somit flächendeckenden WLAN-Empfang an, berichtete Thielk.

Das öffentliche WLAN-Netz "MobyKlick" ist nach Unternehmensangaben bereits an rund 1000 Standorten in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und nun in Hamburg verfügbar. Auch im öffentlichen Nahverkehr der Hansestadt soll dieses Angebot in Kürze getestet werden. In Kiel haben die "Kieler Nachrichten" (KN) und das Internetunternehmen Addix jüngst ein öffentliches WLAN in Betrieb genommen.

In Hamburg werden derzeit auch einige Busse und Bahnen mit WLAN-Zugängen versorgt. Zwei Buslinien von der VHH sind damit bereits ausgestattet und fahren. In einem weiteren Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie auf der Reise den nächsten WLAN-Hotspot finden. Damit schont der Smartphone- oder Tablet-Nutzer sein monatliches Datenvolumen. Aber natürlich darf bei der Verwendung auch nicht der Sicherheitsaspekt vernachlässigt werden. Offene WLAN-Hotspots machen nämlich die eigenen mobilen Endgeräte und die darauf befindlichen persönlichen Daten angreifbar.

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