WLAN-Netz

WLAN-Tipps: Der richtige Platz für Breitband-Hardware

Von Stahlbetonwänden, Fußbodenheizungen und anderen WLAN-Tücken
Von Marleen Frontzeck-Hornke

Ein weiteres Problem sind fremde WLAN-Netze. Gerade in Großstädten reihen sich die WLAN-Netze nur so aneinander. Sendet etwa ein Nachbar-Netz auf dem gleichen Funkkanal wie das eigene WLAN und wird in der eigenen Wohnung stark empfangen, so stören seine Daten den Datendurchsatz des heimischen Netzes. Wer den besten Empfang innerhalb des Wohnraums finden möchte, der kann mit dem PC oder dem Smartphone eine WLAN-Prüfung durchführen. Dabei sollte geprüft werden, wie viele andere WLAN-Netze in der Nachbarschaft existieren.

In einigen Gegenden kann es schwer werden einen freien Kanal zu finden, da nahezu jeder ein WLAN-Netz nutzt. Die meisten setzen dabei auf den gängigen 2.4-GHz-Frequenzbereich. Leider stellt dieser Bereich nur drei überlappungsfreie Kanäle zur Verfügung – insgesamt sind es 13 Kanäle. Einige neuere Geräte senden und empfangen zusätzlich über den 5-GHz-Bereich und sind damit Dualband-fähig. Dieser Bereich eignet sich mangels Überlastung besonders für Breitbandübertragungen, bietet aber auch mehr überlappungsfreie Kanäle und dadurch weniger Kollisionen mit anderen WLAN-Netzen. Allerdings: Aufgrund der höheren Frequenz tut sich das Netz noch schwerer mit Wänden und großen Entfernungen.

WLAN und seine Schwächen

Bewegungsfreiheit beim Surfen im Internet mit Note- oder Netbook gehören sicherlich zu den größten Vorteilen von WLAN. Doch leider bringt der Einsatz auch viele negative Punkte mit sich. Dazu gehört auch die Geschwindigkeit: Nutzern stehen momentan theoretisch bis zu 300 MBit/s oder mehr im Downstream zu Verfügung. Dabei handelt es sich allerdings um den Brutto-Wert, der Netto-Wert kann bis zu 50 Prozent niedriger liegen. Die beste Übertragunsgeschwindigkeit wird gerade einmal in einem Radius von etwa 4 bis 5 Metern erreicht - alles was weiter entfernt liegt schwächt die Übertragungsrate stark ab. Dazu kommen noch die möglich äußeren Störfaktoren in der Umgebung, die nochmals negativ auf die Funkwellen einwirken. So ist es beispielsweise unmöglich, die volle Bandbreite eines VDSL-Anschlusses mit 50 MBit/s über ein WLAN nach 802.11g-Standard auszunutzen, das in der Theorie bis zu 54 MBit/s bietet.

Auch wenn der jeweilige WLAN-Router optimal positioniert ist, kann es passieren, dass die Geschwindigkeit dennoch langsam ist. Können nicht dem schnellsten Standard enstprechende Geräte ins WLAN-Netz eingebunden sein. Das ganze WLAN-Netz orientiert sich nämlich an dem schwächsten WLAN-Standard und das langsamste Gerät zieht die Geschwindigkeit für alle Teilnehmer in den Keller.

Richtig platzieren und notfalls auf Alternativen zurückgreifen

Wer WLAN nutzen möchte, sollte vorher möglichst genau planen, wo WLAN-Router und Modem platziert werden sollen und potentielle Störquellen ausfindig machen. Der Nutzer sollte auch vorher abwägen, ob er nicht zusätzlich einen Repeater oder Powerline-Adapter für die Erweiterung der Funknetzreichweite kaufen möchte. Wie schon zuvor genannt spielen viele Faktoren bei der richtigen Platzierung des Routers eine Rolle. Wer mehrere Etagen in seinem Haus mit WLAN vernetzen möchte, trifft mit dieser Technologie nicht immer die idealste Endscheidung. Zudem sollte das WLAN-Netz aus Sicherheitsgründen verschlüsselt werden, damit andere Personen nicht von Außerhalb der vier Wände auf die Internetverbindung zugreifen können. Erst vor Kurzem gab der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil bekannt, dass offene WLAN-Netzwerke geschlossen und von der entsprechenden Person ausreichend gesichert werden müssen. Alles weitere zur Breitband-Versorgung im eigenen Zuhause, finden Sie in einem speziellen Ratgeber.

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