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Windows Vista stirbt am 11. April

Nach 10 Jahren wird das wenig geliebte Windows Vista endgültig in den Ruhestand verabschiedet - Microsoft stellt die Versorgung mit Sicher­heits­patches ein. Das Betriebssystem hatte ohnehin keinen guten Start.
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Nach dem Gesetz der Serie, dass jede zweite Windows-Version, bei den Nutzern eher unbeliebt ist, gehörte Windows Vista zu diesen eher weniger beliebten Editionen. Trotzdem dürfte es einige Anwender geben, auf deren Computern das System immer noch läuft, weil es seinerzeit wenig Probleme verursachte. Bis jetzt wurde Windows Vista von Microsoft auch immer noch mit sicher­heits­kritischen Updates versorgt.

Doch damit ist bald Schluss, denn der Countdown für Windows Vista hat begonnen. In weniger als vier Wochen endet der Support für Windows Vista, ab dann wird das System zu einer potenziellen Zeitbombe, sollte es weiterhin Verbindung mit dem Internet haben.

Supportende für Vista und weitere Windows-Varianten

Abschied von Windows VistaAbschied von Windows Vista Für die Privatkunden-Varianten Windows Vista Starter, Home Basic und Home Premium sollte die Versorgung mit Sicherheitsupdates, also der von Microsoft so bezeichnete Mainstream-Support, ursprünglich bereits vor fünf Jahren enden, und zwar am 10. April 2012. Kurz vor Ablauf dieser Frist gab Microsoft allerdings bekannt, dass der Support an die Geschäftskunden-Varianten Vista Business, Enterprise und Ultimate angeglichen wird. Der erweiterte Support für alle Vista-Versionen endet damit am 11. April.

Das Support-Ende bedeutet nicht, dass ein installiertes Windows Vista damit nicht mehr benutzbar ist. Es kann nach wie vor verwendet werden. Ist der betreffende Computer nicht mit dem Internet verbunden, besteht auch wenig Gefahr für die Sicherheit des Systems - es sei denn man schließt ständig fremde USB-Datenträger nicht vertrauenswürdiger Herkunft an.

Auf jeden Fall sollte man mit Windows Vista ab diesem Zeitpunkt nicht mehr unbedingt das Internet nutzen, da alle nach diesem Datum aufgedeckten Sicherheitslücken nicht mehr von Microsoft geschlossen werden. Betroffene Nutzer sollten daher wenn möglich auf eine neuere Variante wechseln.

Microsoft hat auch bekannt gegeben, wie lange die aktuellen Versionen von Windows noch mit sicherheitskritischen Updates versorgt werden. Der erweiterte Support für Windows 7 endet am 14. Januar 2020, der von Windows 8.1 am 10. Januar 2023. Die allererste Version von Windows 10 wird noch bis zum 14. Oktober 2025 mit sicherheitskritischen Updates versorgt. Wer sein Windows 10 allerdings regelmäßig auf die neuesten Releases upgedatet hat, ist von diesem Zeitablauf natürlich nicht betroffen.

Das war neu in Windows Vista

Das vor über 10 Jahren am 30. Januar 2007 veröffentlichte Windows Vista (teltarif.de berichtete) brachte zahlreiche Neuerungen mit sich - gleichzeitig kam die Windows-Entwicklung in einem Punkt an ein Ende. Bis einschließlich Windows Vista war Windows immer dicker, umfangreicher und leistungshungriger geworden, was sich nachteilig auf den damals boomenden Absatz mit günstigen, aber leistungsschwächeren Netbooks auswirkte: Windows Vista lief auf den Netbooks nicht, und so musste Microsoft Windows XP länger als geplant am Leben erhalten, um den Netbook-Markt nicht komplett an Linux zu verlieren.

Die augenfälligste Neuerung in Vista, die gleichzeitig auch viel Rechenleistung benötigte, war die Benutzeroberfläche Aero. Im Aero-Glass-Modus warfen die Windows-Fenster nun erstmals Schatten auf den Hintergrund. Mit der Flip-3D-Funktion konnte man in einer 3D-Ansicht zwischen den Windows-Fenstern wechseln. Auf einer Sidebar gab es Minianwendungen, diese Funktion hat Microsoft aus späteren Windows-Versionen allerdings wieder entfernt.

Für Irritationen bei Nutzern sorgte die neue Benutzerkontensteuerung. Einerseits korrigierte diese den Mangel, dass bis Windows XP standardmäßig im Administrator-Modus mit allen Nutzerrechten gearbeitet wurde, andererseits nervten die ständigen Fragen von Vista nach dem Admin-Passwort. Auch diese Benutzerkontensteuerung hat Microsoft in späteren Windows-Versionen geschmeidiger gestaltet.

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