Update

Microsoft rollt Windows 10 Update 20H2 aus

Zweimal im Jahr reno­viert Micro­soft sein Betriebs­system Windows 10. Es ist Herbst, und somit Zeit für das Herbst­update, das je nach Versi­ons­stand vor dem Update relativ schnell vonstatten geht.

Nicht alle Anwender bekommen das Update auf Windows 10 20H2 schon angeboten. Nicht alle Anwender bekommen das Update auf Windows 10 20H2 schon angeboten.
Screenshot: Henning Gajek / teltarif.de
Regel­mäßig beglückt Micro­soft die Windows Nutzer­gemeinde mit Updates. Das sind jeden Monat Sicher­heits­updates, und zweimal im Jahr gibt es größere Funk­tions­updates, die auch einige Bugs besei­tigen und einige Über­raschungen oder Neuheiten (je nach persön­lichem Geschmack) mitbringen.

Monat und Jahres­zahl

Nicht alle Anwender bekommen das Update auf Windows 10 20H2 schon angeboten. Nicht alle Anwender bekommen das Update auf Windows 10 20H2 schon angeboten.
Screenshot: Henning Gajek / teltarif.de
Bislang war es üblich die Windows-Version mit Jahres­zahl und Monat zu kenn­zeichnen, also "1903" für das Früh­jahrs-Update aus dem Jahre 2019 (März) oder 1909 für das Herbst-Update. Diese Funk­tions­updates ähnelten zweimal im Jahr einer kompletten Neuin­stal­lation.

Die Folge: Viele Anwender schreckten davor zurück, weil so ein Funk­tions­update je nach Geschwin­dig­keit des Rech­ners schon mal 3-4 Stunden oder noch mehr in Anspruch nehmen konnte und man danach nie so ganz sicher sein konnte, was noch funk­tio­niert und was man neu einrichten oder "suchen" musste.

Seit 2019 - nur ein großes Update

Deswegen wurde 2019 das Herbst­update als "einfa­ches Update" gestaltet, was je nach Rechner inner­halb einer halben bis ganzen Stunde über die Bühne war. Im Früh­jahr kam folg­lich das Update auf Version 2004 (April 2020) doch die Verwechs­lung mit der Jahres­zahl 2004 und im Herbst mit der 2009 erwog Micro­soft wohl, eine Ände­rung vorzu­nehmen. Deswegen heißt das neue Update jetzt 20H2 (2020 2. Halb­jahr) und im Früh­jahr 2021 wird es dann 21H1 geben.

Ausrollen des Updates hat begonnen

So sieht es aus, wenn das Funktionsupdate 20H2 zur Verfügung steht. So sieht es aus, wenn das Funktionsupdate 20H2 zur Verfügung steht.
Screenshot: Henning Gajek / teltarif.de
Dieses Update wird in diesen Tagen ausge­rollt, aber es kann sein, dass Sie es auf Ihrem Rechner noch gar nicht zu sehen bekommen. Micro­soft pickt sich nach geheim­nis­vollen Regeln die Systeme raus, von denen es denkt, dass sie problemlos aktua­lisieren könnten. Hat man irgend­welche "exoti­sche" Hard­ware verbaut oder gibt es keine passenden Treiber oder haben viele Nutzer mit ähnli­cher Konfi­gura­tion schlechte Erfah­rungen mit dem Update gemacht, können solche Updates von Micro­soft zurück­gestellt werden, denn frus­trierte Computer-Anwender, die sich im Internet austau­schen, sind nicht gut fürs Image.

Wie kommt man zum Update?

Wer die Funk­tion Windows-Update aufruft (Start - Zahnrad oder Windows-Flaggen-Taste plus "i" gleich­zeitig drücken), kann dort manuell nach Updates suchen. Dann wird ihm viel­leicht ein "optio­nales" Update für Treiber oder nicht kriti­sche Verbes­serungen vorge­schlagen. Darunter könnte die Schrift "Funk­tions­update 20H2" auftau­chen - oder auch nicht.

Wird das Funk­tions­update 20H2 ange­boten, kann man das Update anlaufen lassen. Für den Durch­lauf sollten je nach Rech­ner­modell, Prozessor, RAM-Spei­cher und Fest­platte (SSD sind deut­lich schneller) zwischen einer Stunde und fünf Stunden veran­schlagt werden. In dieser Zeit sollte der Rechner besser nicht weiter ange­fasst werden und als Laptop dauer­haft mit dem Netz­teil verbunden sein.

Update erzwingen?

Die Suche nach Updates kann etwas dauern. Die Suche nach Updates kann etwas dauern.
Screenshot: Henning Gajek / teltarif.de
Wird das Update nicht ange­boten, könnte man mit dem Windows-Update-Assis­tenten "nach­helfen". Das empfiehlt sich beispiels­weise, wenn der Rechner noch eine uralte Windows-Version (Windows 7, 8 oder 8.1 oder eine frühe Version von Windows 10 (Version 1903 oder früher) enthält. Um heraus­zufinden, mit welchem Windows man es zu tun hat, die Taste mit der Windows­flagge (z.B. unten links) und "R" zugleich drücken und in das sich öffnende Feld "WINVER" eintippen. Das Update einer regis­trierten Version 7, 8 oder 8.1 auf 10 ist nach wie vor kostenlos möglich, aller­dings bleibt man in der ursprüng­lichen Familie (von Home auf Pro kann nur upge­dated werden, wenn man sich einen neuen Frei­schalt­schlüssel kauft).

Von 2004 nach 20H2: Schnelle Geschichte, sonst dauerts

Der Lohn der Mühe: Die neue 20H2 Version hat den Build 10942.572, vorher war es 19041.572 (Version 2004). Der Lohn der Mühe: Die neue 20H2 Version hat den Build 10942.572, vorher war es 19041.572 (Version 2004).
Screenshot: Henning Gajek / teltarif.de
Kommt man von der Windows Version 2004, ist das "Funk­tions­update" eine kurze Veran­stal­tung. Die Update-Funk­tion lädt ein paar Dateien im Hinter­grund, fährt Windows herunter (0-30 Prozent), startet den Rechner frisch (30-100 Prozent) und das wars.

Kommt man von Windows 1909 oder früher, so werden erst einmal 0-100 Prozent Update herun­ter­geladen, vorbe­reitet, und dann kommt der Neustart, der in mehreren Phasen abläuft und 2-4 Stunden dauern kann. Ist alles durch­gelaufen, erscheint der gewohnte Start­bild­schirm. Danach muss man sich (nach­ein­ander) in allen Benut­zer­konten einloggen und die Sequenz "Hallo, Wir haben noch ein paar Updates" einmalig über sich ergehen lassen.

Das nervige Micro­soft Konto

Neuer­dings "nervt" Windows immer wieder mit der Frage nach einem Micro­soft-Konto, was das das Leben verein­fachen soll. Über das kosten­lose Micro­soft-Konto kann man beispiels­weise den Online-Cloud-Spei­cher OneDrive und die eigene Konfi­gura­tion synchro­nisieren (wenn mehrere Rechner mit Windows 10 genutzt werden). Falls man eine wenig genutzte Zweit-Adresse hat, kann man über diese ein Micro­soft-Konto einrichten oder eine neue Adresse wunsch­name@outlook.de einrichten.

Auf dieser E-Mail infor­miert Micro­soft ab und zu über AGB-Ände­rungen oder - wenn gewünscht - neue Micro­soft-Produkte. Im Windows-Mail-Programm (seri­enmäßig bei Windows dabei) wird ein E-Mail Konto einge­richtet, danach hat man wenig Probleme damit. In die OneDrive-Cloud können kostenlos bis zu 5 GB Dateien hinter­legt werden, sofern man dafür nicht extra Geld ausgeben möchte. Wer den OneDrive-Spei­cher schon länger nutzt, kann bis zu 30 GB hinter­legen, ohne ein kosten­pflich­tiges Abo buchen zu müssen.

1024 GB Daten­spei­cher auf OneDrive

Micro­soft würde natür­lich liebend gerne sein Micro­soft-365-Paket verkaufen, das es je nach Aktion zwischen 50 und 70 Euro im Jahr gibt, was auf bis zu 5 privaten Rech­nern parallel instal­liert werden kann. Es besteht aus Micro­soft Word, Excel, PowerPoint, Outlook (E-Mail/Kalender) und beinhaltet noch 1024 GB (1 TB) Cloud­spei­cher.

Wer bei "Cloud" ein ungutes Gefühl hat, sollte in der Micro­soft-Cloud viel­leicht nicht allzu persön­liche Dateien ablegen oder diese viel­leicht vorher in einem Zip-Archiv mit einem guten Pass­wort einpa­cken und erst dann hoch­laden. In einer Über­sicht verglei­chen wir die wich­tigsten Online-Spei­cher­dienste.

Uner­wünschte Soft­ware

Seit einiger Zeit liefert Micro­soft zu Windows 10 verschie­dene Programme mit, die viele Nutzer gar nicht haben wollen. Am bekann­testen ist viel­leicht das Spiel "Candy Crush", was über den Micro­soft-Store unge­fragt auf dem eigenen Rechner landet. Man kann es deinstal­lieren, mögli­cher­weise taucht es später doch wieder auf.

Alter­nativen zu Office

Auch ein neues Programm mit Namen "Office" versucht den Nutzer zur Nutzung und damit zum Kauf von Micro­soft Office zu "über­reden". Nun sind etwa 70 Euro im Jahr für das Office-365-Abo nicht die Welt, aber es geht weitaus güns­tiger.

Für E-Mails könnte man das seri­enmä­ßige "Windows Mail" verwenden, sofern der genutzte Rechner ausrei­chend schnell ist. Ansonsten hat sich das kosten­lose Programm "Thun­der­bird" bewährt, was aus der Mozilla-Familie stammt, die auch den Firefox-Browser verant­wortet. Für Text­ver­arbei­tung, Tabel­len­kal­kula­tion und so weiter empfiehlt sich das kosten­lose LibreOffice, das sich vor einiger Zeit aus dem OpenOffice-Projekt abge­spalten hat und zwei Versionen (6.46 für konser­vative Anwender oder 7.0.2 für Computer-Nerds) bereit­hält, die regel­mäßig durch Updates aktua­lisiert werden. Beson­ders kurios: LibreOffice kann sogar ältere Micro­soft-Formate wie von Works (WKS, WDB, WPS) unfall­frei einlesen, was der aktu­ellen Micro­soft-Office-Version nicht mehr gelingt.

Viele Arbeit­nehmer, Selb­stän­dige und Frei­berufler möchten heut­zutage auch unter­wegs und im Home-Office arbeiten - wir geben Tipps zum mobilen Arbeiten mit Laptop, Smart­phone und Tablet.

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