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Windows Phone 7: Mobiles Internet kann Kostenfalle werden

Im Ruhezustand wird bevorzugt GPRS/UMTS statt WLAN genutzt

HTC HD7 HTC HD7 mit Windows Phone 7
Foto: HTC
Vor knapp drei Monaten ist Microsoft zusammen mit Partnern mit dem neuen Smartphone-Betriebssystem Windows Phone 7 an den Start gegangen. Bislang wird der Nachfolger der zuletzt nur noch wenig erfolgreichen Windows-Mobile-Smartphones weitgehend gelobt, auch wenn dem Betriebssystem noch einige Funktionen fehlen, die Microsoft jedoch mit Software-Updates sukzessive nachliefern will.

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HTC HD7 HTC HD7 mit Windows Phone 7
Foto: HTC
Wie sich bei längerer Verwendung eines Handys mit Windows Phone 7 zeigt, können die Geräte bei der mobilen Internet-Nutzung zur Kostenfalle werden. Sobald die Display-Beleuchtung erlischt, greift das Smartphone nämlich im Akku-Betrieb automatisch auf den Online-Zugang über GPRS bzw. UMTS zurück - auch dann, wenn ein WLAN-Zugang verfügbar und die WiFi-Schnittstelle des Telefons aktiviert ist.

WLAN-Aktivierung bei Handy-Benutzung

Sobald der Nutzer wieder am Smartphone aktiv wird, die Display-Beleuchtung einschaltet, durch das Menü scrollt oder Apps aufruft, scannt das Gerät nach verfügbaren WLAN-Zugängen und bucht sich gegebenenfalls in den Hotspot ein. Den Effekt konnten wir im Test sowohl mit dem HTC 7 Mozart, als auch mit dem HTC HD7 nachvollziehen. Wie sich im Test weiter gezeigt hat, funktioniert der WLAN-Internet-Zugriff nicht einmal dann, wenn GPRS bzw. UMTS beispielsweise aufgrund einer technischen Störung beim Mobilfunk-Netzbetreiber nicht zur Verfügung steht. In diesem Fall wird unter anderem der automatische E-Mail-Abruf unterbrochen, bis der Nutzer sein Handy wieder bedient und somit den WLAN-Empfang automatisch wieder aktiviert.

Am Ladekabel bleibt der WLAN-Zugang aktiv

Einziger Ausweg, um ein Handy mit Windows Phone 7 bei abgeschaltetem Display im WLAN-Netz zu halten, ist der Betrieb in einer Docking Station oder am Ladekabel. In diesem Fall, der wohl nur zuhause, im Büro oder im Hotelzimmer, nicht jedoch unterwegs praktikabel ist, hält das Smartphone durchgehend die WLAN-Verbindung aufrecht.

Hintergrund für diese Schaltung, die je nach Datentransfer bei ausgeschaltetem Display durchaus zur Kostenfalle werden kann, dürfte der höhere Stromverbrauch sein, der sich ergibt, sobald das Handy neben der Mobilfunk-Schnittstelle auch den WLAN-Port nutzt. Besser als die Zwangs-Abschaltung des WLAN-Zugangs wäre jedoch die Möglichkeit, den Nutzer selbst entscheiden zu lassen, auf welchem Weg der mobile Internet-Zugang in diesem Fall hergestellt werden soll.

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