Aktualisierung

Windows 11: Update 22H2 ist jetzt verfügbar

Micro­soft hat damit begonnen, das soge­nannte "22H2" Update für Windows 11 auszu­rollen. "22H2" steht für Jahr 2022, zweites Halb­jahr, das Update wird in Wellen verteilt.

Der Soft­ware-Konzern hat schon am Diens­tag­abend die Verfüg­bar­keit von Windows 11 Update 22H2 bekannt­gegeben. Doch nicht alle Inter­essenten werden das Update schon laden können. Es gilt einiges zu beachten. Wenn Sie nun an Ihren Rechner stürzen, um manuell nach Updates zu suchen, kann es sein, dass "nur" ein Update für 22H1 mit der KB-Nummer KB5017383 ange­boten wird, das einige Fein­heiten von Windows 11 22H1 berei­nigt.

Ausrollen in Wellen

Microsoft hat begonnen, das erste größere Update 22H2 für Windows 11 auszurollen. Microsoft hat begonnen, das erste größere Update 22H2 für Windows 11 auszurollen.
Grafik: Picture Alliance/dpa/PA Media
Das komplette Update auf Version 22H2 wird derzeit "in Wellen" ausge­rollt, d.h. viele Anwender bekommen es aktuell noch nicht ange­boten. Offi­ziell ist der Rollout bereits am Diens­tag­abend in über 190 Ländern gestartet. Man kann in Windows 11 auf das "Zahnrad" (Einstel­lungen) im Windows-Menü und dann auf Windows Update klicken und nach einiger Suche könnte das Update schließ­lich ange­boten werden - oder auch nicht. Man könnte auch das Windows Update-Tool herun­ter­laden und den Update-Prozess erzwingen.

Erstes großes Update

Micro­soft will mit dem Windows 11 2022 Update knapp ein Jahr nach dem Release von Windows 11 das erste große Windows Update zur Verfü­gung stellen. Mit seinem "ersten großen Windows-11-Update" will sich Micro­soft nach eigener Aussage auf vier Kern­bereiche konzen­trieren: Die PC-Nutzung soll einfa­cher und sicherer, die Produk­tivität der Nutzer geför­dert und dann soll Windows als "Platt­form für Vernet­zung, Krea­tivität und Enter­tain­ment" erwei­tert werden, beispiels­weise an hybriden Arbeits­plätzen.

Barrie­refrei­heit sofort, Verbes­serungen folgen noch

Micro­soft betont Verbes­serungen im Start­menü und bei der Barrie­refrei­heit. Die Suche sei schneller und präziser geworden, lokale und aktu­elle Ereig­nisse sollen besser in Widgets darge­stellt werden.

Nicht gleich, sondern später ab Oktober, sollen die Nutzer auch Regis­ter­karten im Datei-Explorer anlegen können. Die neue Start­seite soll schnel­leren Zugriff auf bevor­zugte und zuletzt verwen­dete Dateien bieten. Wich­tige Dateien sollen sich anheften lassen und man könne dort auch Infor­mationen über die Aktionen der Kollegen an frei­gege­benen Dateien sehen.

Micro­soft sieht die Barrie­refrei­heit als "wich­tige Voraus­set­zung, um allen Menschen den Zugang zu Tech­nolo­gien zu erleich­tern". Windows 11 sei barrie­refrei “by Design” und werde um neue Funk­tionen erwei­tert. Das können "system­weite Live-Unter­titel" sein, mit denen auto­matisch Unter­titel für jede Form von Audio­inhalten erzeugt werden könnten.

Sprach­steue­rung - nur in den USA

Mittels Sprach­steue­rung sollen die Nutzer ihren PC steuern und Texte nur mit ihrer Stimme verfassen können. Durch "Natural Voices for Narrator" soll die natür­liche Sprache ange­nehmer und verständ­licher klingen. Doch diese Funk­tionen sind vorerst nur in den USA verfügbar.

Snap-In-Layouts

Soge­nannte Snap-Layouts sollen in Windows 11 das Multi­tas­king verein­fachen und die Ansichten opti­mieren können, wenn mehrere Apps (Programme) oder Doku­mente gleich­zeitig geöffnet sind. Nach dem Update sollen Snap-Layouts durch eine bessere Touch-Navi­gation und die Möglich­keit, mehrere Browser-Tabs im haus­eigenen Micro­soft Edge Browser zu fixieren, noch viel­sei­tiger werden.

Fokus gegen Ablen­kungen

Leider kann man sich am Computer leicht ablenken lassen. Nun sollen "Fokus-Sitzungen" genau das verhin­dern, wenn die Funk­tion “Nicht stören” einge­schaltet wird. Benach­rich­tigungen blieben stumm und Taskleisten-Badges oder Appbe­nach­rich­tigungen in der Taskleiste würden abge­schaltet. Die schon vom iPhone bekannte Funk­tion "Fokus" wurde auch in die Uhr-App von Windows 11 inte­griert und bietet einen Timer, der die Anwender in Konzen­tra­tions­phasen unter­stützen und an Pausen erin­nern soll.

Vernet­zung, Krea­tivität und Gaming

Natür­lich soll Windows 11 nicht nur zum strikten Arbeiten, sondern auch die "Platt­form für Kommu­nika­tion, Krea­tivität und Gaming" sein, stellt sich Micro­soft das vor. Video­anrufe seien in den letzten Jahren ein wich­tiger Bestand­teil des Alltags geworden. Durch neue KI-unter­stütze Kamera- und Audio­effekte von "Windows Studio1" sollen die Nutzer bei Tele­fon­kon­ferenzen von einer opti­malen Video- und Klang­qua­lität profi­tieren können.

Dazu zählen Funk­tionen wie "Voice Focus", um Hinter­grund­geräu­sche auszu­blenden, "Eye Contact", um eine bessere Verbin­dung zu den Gesprächs­part­nern herzu­stellen, "Auto­matic Framing", damit die Kamera dem Nutzer folgt, wenn die sich bewegen und "Back­ground Blur", um den Hinter­grund z.B. des heimi­schen Arbeits­zim­mers "unscharf" werden zu lassen.

Mit dem Update kommen weitere Tools für Krea­tive auf den PC: "Clip­champ" ist jetzt in Windows inte­griert und soll die Video­bear­bei­tung durch Vorlagen, Effekte verein­fachen.

Spielen mit Windows 11

Wer spielen will, soll durch das Update Leis­tungs­opti­mie­rungen erhalten, welche die Latenz­zeit verbes­sern. Gerade bei Windows erlebt man immer Situa­tionen, in denen der Rechner aus uner­klär­lichen Gründen minu­ten­lang "mit sich selbst beschäf­tigt" ist und keine Aktionen zulässt. Ob das nun besser wird?

Für Spiele im Fens­ter­modus sollen Funk­tionen wie "Auto HDR" und eine variable Bild­wie­der­hol­fre­quenz verfügbar sein. Mit dem Game Pass, der nun über die Xbox-App direkt in Windows 11 inte­griert wurde, sollen inter­essierte Spieler auf "Hunderte von hoch­wer­tigen PC-Spielen" zugreifen können.

Amazon Apps­tore inte­griert

In den neuen Micro­soft Store von Windows 11 soll nun auch der Amazon Apps­tore inte­griert werden. Eine Preview soll ab sofort auch in Deutsch­land verfügbar sein. Das bedeutet: Windows-11-Nutzer können im Micro­soft Store auf die Amazon Apps­tore-Preview und beliebte Amazon-Apps wie Audible, Kindle und so weiter zugreifen.

Die nächste Phase des "Micro­soft Store Ad-Pilot­pro­jekts" ist gestartet. Entwickler sollen Werbe­kam­pagnen mithilfe von Micro­soft Adver­tising erstellen können.

Mehr Sicher­heit und Flexi­bilität am Arbeits­platz

Ganz klar: Aus Sicht von Micro­soft ist Windows 11 die "bisher sicherste Version von Windows". Die bereits im April ange­kün­digten Sicher­heits-Funk­tionen sollen jetzt nutzbar sein. Smart App Control soll sicher­zustellen, dass nur vertrau­ens­wür­dige Anwen­dungen ausge­führt werden und die Ausfüh­rung von "nicht vertrau­ens­wür­digen Anwen­dungen" verhin­dern, ferner von Skript­dateien oder bösar­tigen Makros. Smart App Control basiert auf der glei­chen Logik wie die "Windows Defender Appli­cation Control". Sie soll die Sicher­heit einer Anwen­dung vorher­sagen können, bevor sie auf einem Gerät ausge­führt wird. Micro­soft präfe­riert diese Lösung für Firmen oder Orga­nisa­tionen, die noch kein Gerä­tema­nage­ment-Tool (MDM) wie z.B. Micro­soft Intune verwenden (wollen).

Der neue Micro­soft Defender SmartScreen sollen erkennen, wenn Anwender ihre Micro­soft-Anmel­dedaten in poten­ziell schäd­lichen Anwen­dungen oder auf einer kompro­mit­tierten Website eingeben, und warnt die Nutzer.

"Windows Hello for Busi­ness" wird um eine optio­nale Funk­tion zur Anwe­sen­heits­erken­nung für Geräte mit Anwe­sen­heits­sen­soren erwei­tert. Das bedeutet: Nutzer werden auto­matisch ange­meldet, wenn sie sich ihrem Arbeits­gerät nähern. Sobald sie ihren Arbeits­platz verlassen, sperrt sich das Gerät von selbst.

Weitere Updates im Oktober

Zusätz­lich zum jähr­lichen Update plant Micro­soft neben den Sicher­heits­updates (am zweiten Dienstag im Monat) in regel­mäßigen Abständen neue Funk­tionen in Windows 11 hinzu­fügen. Für Oktober sind folgende Features vorge­sehen:

  • Nach dem Update der Fotos-App in Windows 11 soll eine Gale­rie­ansicht das Durch­suchen, Finden, Verwalten und Betrachten von Fotos verein­fachen. Nutzer sollen ihre Fotos ganz einfach auf OneDrive sichern.
  • Beim Kopieren von Tele­fon­num­mern oder zukünf­tigen Terminen werden gleich passende Aktionen vorge­schlagen, z. B. einen Anruf mit Micro­soft-Teams tätigen oder einen Termin in der Kalender-App hinzu­fügen.
  • Über die Taskleiste können alle aktiven Apps auf einen Blick ange­zeigt werden.
  • Nutzer können Doku­mente für weitere Geräte in der Nähe, einschließ­lich Desk­tops, frei­geben.
Um der Umwelt gut zu tun, soll das einge­schal­tete und mit den Netz verbun­dene Gerät zu bestimmten "kohlen­stoff­ärmeren Uhrzeiten" mit Updates versorgt werden, wenn es beispiels­weise gerade beson­ders ökolo­gischen Strom gibt. Die Stan­dard-Ener­gie­spar­funk­tion für den Ruhe­zustand und das Ausschalten des Bild­schirms wurden verän­dert, um die Umwelt zu schonen. Aller­dings mögen viele Anwender diese Funk­tionen nicht so gerne, weil sie befürchten, dass im Hinter­grund laufende Anwen­dungen (z.B. ein Backup oder das Kopieren oder Synchro­nisieren von Dateien) darunter leiden könnten.

Update nicht für alle!

Wer "mit Tricks" sein Windows 10 auf Windows 11 updaten konnte, obwohl der Rechner offi­ziell nicht für Windows 11 geeignet ist, bekommt das Update 22H2 mögli­cher­weise nicht. Versuche mit dem Update-Tool wurden mit Hinweisen auf die Nicht­erfül­lung von Voraus­set­zungen abge­lehnt. Wie es mögli­cher­weise doch funk­tio­nieren könnte, verraten spezia­lisierte Seiten wie Deskmodder.de.

Wer lieber bei Windows 10 bleiben will, wird im Laufe des Herbstes eben­falls ein Update auf 22H2 bekommen. Dabei handele es sich um ein "Wartungs-Update" betont Micro­soft.

Rechner, die bisher nicht die Anfor­derungen für Windows 11 erfüllt haben, könnten inzwi­schen von Micro­soft auch für ein Update auf Windows 11 "frei­gegeben" worden sein. Es kann also durchaus sein, dass im laufenden Betrieb ein Update auf Windows 11 vorge­schlagen wird. Das kann man ablehnen, wird aber den "Vorschlag" immer wieder bekommen. Hier wäre ein Update (nach einem Backup aller wich­tigen Daten) zu empfehlen.

Die Geschichte von DOS bis Windows ist auch inter­essant zu lesen.

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