Windows 10 on ARM

Neues zu Windows 10 on ARM

Während der IFA 2017 konzentrierte sich Microsoft überwiegend auf das anstehende Fall Creators Update für Windows 10 sowie Produkte von Hardware-Partnern. Dabei bleibt es aber nicht: Die ARM-Variante kommt wie geplant noch dieses Jahr.
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Windows 10 on ARMWindows 10 on ARM soll "im Zeitplan" liegen - oder doch nicht? Schon länger versucht Microsoft ein Betriebssystem für jegliche Hardware-Plattform zu entwickeln. Mit dem erstmals zur Build 2017 gezeigten Windows 10 on ARM könnte dieses Vorhaben endlich in die Tat umgesetzt werden. Nur: Bis heute fehlen jegliche Geräte für Endkunden, auf denen das spezielle Windows 10 installiert ist.

Das wird sich vermutlich so schnell auch nicht ändern, aber Microsoft hält weiterhin daran fest, dass man voll im Zeitplan liege. Zumindest hat ein Sprecher des Konzerns gegenüber MSPowerUser genau das versichert. Erste Geräte mit Windows 10 on ARM sollen noch dieses Jahr von den Hardware-Partnern ASUS, HP und Lenovo erscheinen.

Knapp vier Monate bleibt noch Zeit für dieses ehrgeizige Ziel. Aber immerhin könnte das lukrative Weihnachtsgeschäft dem neuen Markt für ARM-basierte Tablets mit einem vollwertigen Windows 10 einen enormen Schub verleihen. Unter anderem sollen sich diese Geräte trotz ständiger LTE-Verbindungen und damit einer Always-on-Erreichbarkeit mit einer sehr langen Akkuausdauer auszeichnen. Smartphones oder andere Geräte dieser Größenordnung sind nicht zu erwarten, da Microsoft den Einsatzzweck für Windows 10 on ARM bereits eingeschränkt hat.

Lenovo wird nicht der Erste sein

So optimistisch Microsoft auch sein mag, Lenovo hat den Plänen bereits einen ersten Dämpfer verpasst. Der Konzern aus China werde sein erstes Gerät mit Windows 10 on ARM nicht mehr rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt bringen können. Stattdessen rechnet Lenovo damit, frühestens Anfang 2018 mit der Auslieferung der ersten Always-connected-PCs beginnen zu können. Tatsächlich hatte Lenovo nie einen Start bis Ende 2017 versprochen, geschweige denn angekündigt.

Laut Lenovo kam die Annahme, dass man zu den ersten Herstellern gehören würde, daher, dass Qualcomm in seiner Ankündigung neben HP und Asus auch Lenovo als OEM-Partner nannte. Die beiden anderen Hersteller wollten indes keine Stellung zu den Neuigkeiten nehmen.

Letzte Feinabstimmungen und mögliche Probleme

Bis Windows 10 on ARM tatsächlich verfügbar ist, will Microsoft die Zeit nutzen und noch einiges an Feinschliff betreiben. Konkret soll die Leistung der x86-Emulation auf einem ARM-Prozessor noch deutlich verbessert werden. Es gibt aber auch erste kritische Stimmen, die sich mit der rechtzeitigen Verfügbarkeit auseinandersetzen.

Unter anderem sinniert Martin Geuss von DrWindows.de darüber, warum Microsoft nicht die IFA nutzte, um eine der größten Entwicklungen der Windows-Welt offiziell mit der ersten Hardware vorzustellen. Seiner Meinung nach könnte es entweder anhaltende größere technische Probleme bei der Umsetzung geben, oder das Interesse seitens der OEM-Hersteller ist doch nicht so überwältigend wie gedacht. Da er keine belastbaren Informationen aus Microsoft-Kreisen weder für die eine noch andere Theorie bekommen hat, ist dies reine Spekulation. Stattdessen bringt er ein anderes Thema ins Spiel und das hat mit Lizenz­rechten zu tun.

Im Juni sprach Intel recht deutlich in einem Blogbeitrag davon, dass über 1600 Patente rund um die x86-Architektur besitzt und diese bei Bedarf gegen jeden verteidigen werde. Auch wenn Microsoft nicht explizit genannt wurde, richtete sich die Drohung am Ende des Artikels unverkennbar gegen die Redmonder und deren Windows 10 on ARM. Intel ist der Auffassung, dass Microsoft ohne deren Zustimmung einen x86-Emulator in Kooperation mit Qualcomm entwickelt.

Da kurz darauf Microsoft und seine Partner verdächtig ruhig zum Thema Windows 10 on ARM wurden, besteht der Verdacht, dass im Hintergrund bereits eine größere Patent­schlacht am Entstehen sein könnte. Wobei auch das wiederum reine Spekulation ist. Aber erklären würde, warum sich öffentlich nicht viel getan hat im Bezug auf Windows und ARM-Prozessoren.

Lesen Sie in einem weiteren Artikel, was der große Vorteil eines ARM-Prozessors ist.

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