Falls Creator Update

Fall Creators Update beschneidet Windows 10 Pro

Noch ist das Fall Creators Update nicht freigeben als Update, aber lange wird es nicht mehr dauern. Wer auf das neue Dateisystem von Microsoft schielt und Windows 10 Pro nutzt, wird sich vermutlich ärgern können.
AAA
Teilen (28)

Diesen Herbst wird Microsoft das nächste große Update für Windows 10 verteilen, dass unter der Bezeichnung Fall Creators Update entwickelt wird. Die wichtigsten Neuerungen wie eine signifikant verbesserte Sicherheit oder die neuen Funktionen sind zur Genüge vorgestellt worden. Auch ist der Feature-Umfang eingefroren und die Entwickler kümmern sich nur noch um das Beheben von Fehlern vor dem großen Tag.

Für Nutzer von Windows 10 Pro wird das Fall Creators Update hingegen auch negatives bringen, sofern auf das neue und offiziell noch im Versuchs­stadium befindliche Dateisystem ReFS (Resilient File System) gesetzt wird. Denn nach dem Update steht das Dateisystem nicht mehr zur Auswahl unter Windows 10 Pro für neue Datenträger, wie Microsoft in einem Support-Dokument angibt (via Ghacks). Lediglich lesend und schreibend auf bestehende Partitionen und Festplatten kann zugegriffen werden.

Längerfristig könnte Microsoft mit dem Streichen der ReFS-Unterstützung zum Erstellen von Partitionen in den meisten Windows-Versionen ein bestimmtes Ziel verfolgen.

Stärkere Differenzierung zur Workstation-Version

Windows 10 Fall Creators UpdateWindows 10 Pro wird um ReFS zum Erstellen von Partitionen beschnitten Denn ReFS zum Erstellen neuer Partitionen wird Microsoft in Zukunft ausschließlich für die professionelle Version Windows 10 Pro for Workstation vorsehen. Vermutlich stört sich der Konzern an der Tatsache, dass der Umfang an unterstützten Funktionen zwischen der regulären Pro-Variante und der für Workstations vorgesehenen Version zu ähnlich ist.

Oder kurz gesagt: Microsoft will den Anreiz zur Lizenzierung der Workstation-Version attraktiver machen durch spezielle Unternehmens­funktionen. Windows 10 Pro wird mit diesem Schritt zu einer Art semi-professionellen Version degradiert. Was auf lange Sicht gesehen dann auch die Existenz von Windows 10 Pro an sich in Frage stellen könnte, wenn es zwischen der Heimanwender-Version Windows 10 Home und Windows 10 Pro for Workstation positioniert wird.

Realistisch betrachtet wird das voraussichtlich nicht passieren, da Windows 10 Pro mit BitLocker, Hyper-V Virtualisierung, Active Directory für die Microsoft Azure Cloud oder Gruppen­richtlinien genügend Argumente für den Einsatz in kleineren und mittel­ständischen Unternehmen bietet, die Windows 10 Home ganz einfach nicht bietet.

Vor- und Nachteile von ReFS

Letzten Endes wird es wohl wirklich nur darum gehen, Windows 10 Pro for Workstation als professionelle Windows-Version für den Unternehmens­einsatz attraktiver zu machen und die einfache Pro-Version abzuschwächen. Kurzum, Produktpolitik. Ist eine Abhängigkeit zum ReFS-Dateisystem gegeben, müssten sich Nutzer von Windows 10 Pro spätestens mit dem Fall Creators Update ein Lizenzupgrade auf die Enterprise- oder Workstation-Version in Betracht ziehen.

Für ReFS spricht vor allem eine stark erhöhte Sicherheit durch Fehler­ressistenz und bis zu einem gewissen Grad die automatische Reparatur von Daten­fehlern. Zudem werden besonders lange Dateipfade unterstützt, Speicher­virtualisierung oder Schutz­mechanismen gegen defekte Festplatten.

Im Umkehrschluss ist die Einrichtung einer Partition mit ReFS als Dateisystem schwieriger, da virtuelle Laufwerke angelegt und gemeinsam initialisiert werden müssen, die wiederum in einem Laufwerkspool eingegliedert und erst dann für ReFS genutzt werden können. Daher dürfte ein Einsatz unter Windows 10 Pro eher Seltenheits­wert haben. Insofern handelt es sich um eine sehr spezielle Funktion für Profis.

Lesen Sie in einem weiteren Artikel, wie sich Windows 10 S im Versionsdschungel von Microsoft positioniert.

Teilen (28)

Mehr zum Thema Windows 10