Bildbearbeitung

Paint im Ruhestand - drei Alternativen

Seit 32 Jahren ist Paint fester Bestandteil von Windows. In naher Zukunft schickt Microsoft das Malprogramm für den Nachfolger Paint 3D in den Ruhestand. Gute Alternativen gibt es aber schon längst und das vor allem kostenlos.
Von Stefan Kirchner mit Material von dpa
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Schnell ein Bild in ein anderes Format umwandeln, die Größe ändern, ein Bild­schirm­foto bearbeiten oder einfach nur ein wenig auf dem Bild­schirm herum­kritzeln - das alles kann Paint. Nach 32 Jahren als fester Bestand­teil von Windows ist das Ende aber besiegelt. Bald wird Microsoft das Programm nur noch über den Microsoft Store anbieten und nicht mehr weiter entwickeln, was der Konzern ohnehin seit 2009 nicht mehr getan hat. Unter Windows 10 heißt die Zukunft Paint 3D.

Der Nachfolger enthält laut Microsoft die Funktionen von Paint und kann darüber hinaus auch 3D-Inhalte erschaffen. Seit dem Creators Update ist Paint 3D Teil von Windows 10. Doch das nahende Ende von Paint ist eine gute Gelegen­heit, nach einer neuen Software für die all­täglichen Aufgaben der einfachen Bild­bearbeitung zu suchen. Zahl­reiche Alter­nativen sind auf dem Markt vorhanden und viele davon kostenlos. Hier sind drei Möglich­keiten:

Nr. 1: Paint.NET

Ursprünglich als Studenten­projekt und Alternative mit Unterstützung von Microsoft selbst zu Paint gestartet, beherrscht Paint.NET mittler­weile viele weitere Funktionen. Es speichert Dateien im eigenen PDN-Format, beherrscht aber auch die gängigen Formate Bitmap, GIF, JPG, PNG oder TIF. Die aktuellste Version ist kostenlos und läuft ab Windows 7 mit Service Pack 1. Größter Vorteil von Paint.NET gegenüber Paint ist die Unter­stützung von Ebenen, Filtern und Effekten. Zusätz­liche Filter, Effekte und unterstützte Datei­formate wie Animated GIF oder ICO lassen sich als optionale Plugins nachrüsten.

Microsoft Paint
Einst von Microsoft mit ins Leben gerufen: Paint.NET

Nr. 2: IrfanView

Eigentlich hauptsächlich zum Anzeigen von Bildern gedacht, erlaubt das kostenlose IrfanView auch das rudimentäre Bearbeiten von Bildern. Dazu zählen Beschnitt, Farb- und Kontrast­anpassung oder Panorama-Stitching. Über Zusatz­module lassen sich weitere Funktionen hinzufügen. Größte Stärke ist das schnelle und unkomplizierte Öffnen, Durch­sehen und Umformatieren von Fotos. IrfanView läuft auf nahezu allen Windows-Versionen und ist auch als tragbare App zum Ausführen von USB-Sticks verfügbar. Insbesondere durch die Menge an unterstützter Bild­formate über ein optionales Plugin-Paket, hat sich IrfanView zu einem beliebten Bild­betrachter entwickelt.

Microsoft Paint
Mehr Bildbetrachter als Malprogram: IrfanView

Nr. 3: GIMP

Das Programm für Nutzer, die mehr als nur zuschneiden und umformatieren wollen. Als Studien­projekt gestartet, ist die Software mittler­weile für die Platt­formen Windows, Linux und Mac verfügbar. GIMP (GNU Image Manipulation Program) ist kostenlos und bietet zahlreiche Möglich­keiten zum Bearbeiten von Fotos oder zum Erstellen von Grafiken und Logos. Es lässt sich über Zusatz­module um mehr Funktionen erweitern. Aufgrund seines schon zu Beginn sehr großen Funktions­umfangs und den Möglich­keiten, gilt GIMP als eine Alter­native zu Adobe PhotoShop denn als Paint-Alternative.

Microsoft Paint
Komplizierter Taussendsassa: GIMP

Shitstorm via Twitter

Nachdem Microsoft das Ende von Paint als vorinstalliertes Windows-Programm bekannt gab, lief das Netz Sturm. Viele protestierten unter dem Hashtag #ripmspaint via Twitter und schwelgten in ihren Erinnerungen. Für manchen gehört das kleine Malprogramm ganz einfach zu Windows dazu wie das Minispielchen Minesweeper oder Solitär. So mancher Grafiker hat mit Paint sogar seine ersten Gehversuche in der digitalen Welt der Grafiken unternommen.

Mancher Nutzer hat den Umgang sogar dermaßen perfektioniert, dass großartige Bilder dabei herauskommen. Zu sehen bei Hal Lasko in der Kurzdoku The Pixel Painter (Vimeo) oder auch Pat Hines (DeviantArt). Das hat vermutlich Microsoft dazu veranlasst, nur wenige Stunden später ein Statement zu veröffentlichen, wo das Vorgehen nochmal genauer erklärt wurde.

Paint wird lediglich in den Windows Store verschoben und nicht mehr fest zum Windows-Betriebssystem gehört. Allerdings macht das auch in gewisser Weise falsche Hoffnungen, dass das klassische Paint wie dessen Microsoft-interner Nachfolger Paint 3D das ein oder andere Update zu Gesicht bekommt. Dem ist aber nicht so, da die Entwicklung von Paint bereits 2009 eingestellt wurde. Einzig für Paint 3D hat Microsoft in dem Blogeintrag Updates erwähnt.

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