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Windows 10: OpenSSH wird zum festen Bestandteil

Microsoft zeigt sich mit Windows 10 offener denn je und integriert sogar ein nahezu vollwertiges Linux-Subsystem. Nun geht der Konzern den nächsten Schritt und bietet einen SSH-Client als integrierte Funktion des Betriebssystems an.
Von Stefan Kirchner
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Dass sich mit Windows 10 so einiges geändert hat am privat meistgenutzten Betriebssystem der Computer-Welt, dürfte mittlerweile den meisten bekannt sein. Für Profi-Nutzer steht sogar ein nahezu komplettes Linux-Subsystem basierend auf Ubuntu zur Verfügung.

Nun geht Microsoft einen Schritt weiter und bietet in Beta-Form einen Client als auch einen Server für SSH-Verbindungen an. Grundlage für die Programme bildet die OpenSSH-basierende Implementation von NoMachine, welche für 32-Bit-Systeme vorliegt. Microsoft greift daher auf eine vorgefertigte Drittanbieter-Lösung zu, anstatt sich selbst um die Realisierung zu kümmern.

Wann genau Microsoft die Beta-Version des integrierten OpenSSH-Clients freigegeben hat, lässt sich nicht sagen. Indizien sprechen jedoch dafür, dass die Funktion mit dem Fall Creators Update für Windows 10 ausgeliefert wurde.

Aktivierung mit kleinen Umwegen

Windows 10Windows 10 bietet neuerdings einen nativen OpenSSH-Client Um den OpenSSH-Client nutzen zu können, muss dieser zunächst in den Einstellungen von Windows 10 aktiviert werden. Am einfachsten ist es über das Startmenü den Menüpunkt "Optionale Features verwalten" aufzurufen. Im darauffolgenden Fenster kann über das Plus-Symbol sowohl der OpenSSH-Client als auch der OpenSSH-Server installiert werden. Zum Abschließen der Installation muss der Windows-10-Rechner einmal neu gestartet werden.

Technisch basiert der Client auf der OpenSSH-Version 7.5p, was nicht mehr die aktuellste Fassung des alternativen SSH-Protokolls darstellt. Zuletzt wurde OpenSSH 7.6 Anfang Oktober 2017 veröffentlicht.

Die Lösung für SSH-Verbindungen

Sicherlich werden sich etliche IT-Admins über den Schritt freuen, dass Windows 10 nun auch nativ SSH-Verbindungen via OpenSSH unterstützt. Eine ernsthafte Konkurrenz wird es für alternative Clients wie PuTTy oder MobaXterm eher weniger sein. Immerhin unterstützt das genannte PuTTy Profile für SSH-Sessions an, was die Verwendung mehrerer Verbindungen stark vereinfacht, während MobaXterm ein Tab-Management und andere Profi-Funktionen bietet. Einer der Gründe könnte sein, dass ersten Berichten zufolge beispielsweise das Laden von SSH-Schlüsseln (noch) nicht funktioniert mit der Microsoft'schen Lösung.

Außerdem gibt es noch andere teils kostenpflichtige SSH-Clients, die spezialisierte Funktionen bieten, die über die integrierten Funktionen des OpenSSH-Clients im aktuellen Betriebs­system von Microsoft hinaus gehen. Eines ist die Funktion dennoch: Ein weiterer Schritt in Richtung Linux-Community. Für einfache Arbeiten und den schnellen SSH-Zugriff wird die Microsoft-Lösung sicherlich einige Freunde finden.

Lesen Sie in einem weiteren Beitrag, warum das Linux-Subsystem unter Windows 10 zu, sprichwörtlich zweischneidigen Schwert werden kann.

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