Erfahrungsbericht

Windows 10 Mobile auf einem Handy mit 512-MB-RAM: Läuft es flüssig?

Sollten Nutzer ein Upgrade auf Windows 10 Mobile auf einem Smartphone mit 512 MB RAM durchführen? Diese Erfahrungen haben wir gesammelt.
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Für wen lohnt sich das Upgrade?Für wen lohnt sich das Upgrade? Nachdem wir vor wenigen Stunden ein Update auf Windows 10 Mobile auf unserem Lumia 630 (512 MB RAM) durchgeführt haben, berichten wir nun darüber, wie gut sich das 10er-OS auf einem Gerät mit nur 512 MB Arbeitsspeicher schlägt.

Microsoft hatte im Vorfeld der Veröffentlichung darüber informiert, dass Nutzer bestehender Smartphones mit nur 512 MB RAM mit Einschränkungen leben müssten, wenn sie auf das neue Smartphone-Betriebssystem aktualisieren. Da nun die finale Release-Fassung von Windows 10 Mobile veröffentlicht wurde, kann die Aussage jetzt auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden: Lohnt sich der Wechsel auf das 10er-OS oder sollten Nutzer lieber bei Windows Phone 8.1 verbleiben?

Navigation innerhalb der OS-Menüs

Nach dem Upgrade-Prozess (ausführlicher Bericht) öffnet sich der neue Startscreen von Windows 10 Mobile. Eine große Umgewöhnung ist hier allerdings nicht erforderlich, schließlich wurden die von Windows Phone 8.1 bekannten Live-Kacheln beibehalten. Die Navigation innerhalb des Startscreens und der App-Übersicht gelingt fließend - die Anzeige gerät nicht ins Stocken und Touchbefehle werden ordnungsgemäß ausgeführt. Durch längeres Drücken der Windows-Taste können Nutzer zudem einfach auf die neue Einhand-Bedienung zurückgreifen.

Kurze Bootzeit und schnelles Entsperren

Das Lumia 630 startet Windows 10 Mobile außergewöhnlich schnell. Die Bootzeit liegt bei etwa einer halben Minute. Überraschend schnell kann das Lumia 630 entsperrt werden und Nutzer können direkt auf die geöffnete App beziehungsweise Inhalte auf dem Startscreen zugreifen.

App-Performance und Kamera

Zunächst steht ein echter Update-Marathon an, da nahezu alle Apps aktualisiert werden müssen. Dies geschieht automatisch im Hintergrund, allerdings ist es empfehlenswert, den Store manuell zu öffnen und keine weiteren Anwendungen im Hintergrund auszuführen. Nur so können die Apps vergleichsweise schnell auf den neusten Stand gebracht werden. Die gängigen Apps (darunter auch die aktualisierte Assistentin Cortana) könnten anstandslos gestartet und bedient werden. Auch die anderen Microsoft-Apps wie Xbox (für Spiele), Groove oder Skype lassen sich problemlos starten und wie gewohnt verwenden.

Bei der Kamera-App merkt man dann allerdings doch, dass die Performance manchmal in die Knie geht. Gerade wenn man direkt nach dem Start zwischen dem Foto- und Video-Aufnahmemodus hin- und herwechselt, wird es etwas holprig. Apropos Kamera, wenn der Nutzer das Info-Center öffnet, indem er eine Wischbewegung nach unten ausführt und sich hier alle Elemente mit dem "Erweitert"-Button ausklappen, fehlt hier eine Verknüpfung zur Taschenlampen-Funktion. Nicht verwunderlich ist übrigens, dass das Smartphone beim mehreren geöffneten Apps manchmal etwas ins Stocken gerät und eine App einige Sekunden nicht reagiert. Dann sollten Nutzer die App manuell beenden und anschließend neu starten. Multitasking mit wenigen geöffneten Applikationen ist allerdings trotz des Mini-Arbeitsspeichers von 512 MB möglich.

Windows Phone 8.1: Mainstream Support endet 2017

Am 11. Juli 2017 endet der Mainstream-Support für Geräte mit Windows Phone 8.1. Doch bereits jetzt zeigt sich, dass die App-Entwickler sich nahezu ausschließlich auf Windows 10 Mobile fokussieren. Zwar wird etwa Here Maps weiterhin mit Sicher­heits­updates auf dem 8.1er-Betriebssystem unterstützt werden, doch auf Karten­aktualisierungen oder die Einführung neuer Features müssen Nutzer verzichten. Das passende Schlagwort dafür lautet wohl "Support auf Sparflamme".

Aus diesem Grund ist ein Wechsel auf Windows 10 Mobile ohnehin sinnvoll.

Fazit

Nutzer können nach unserer Erfahrung problemlos mit einem Smartphone mit 512 MB RAM auf Windows 10 Mobile upgraden. Apps laufen vergleichsweise flüssig auf dem Gerät und auch sonst gibt es kaum Beanstandungen. Es ist allerdings erforderlich, in regelmäßigen Abständen den Arbeitsspeicher freizuschaufeln, indem man Apps manuell schließt. Nur dann ist flüssiges Arbeiten gewährleistet. Künftig Updates bei Windows 10 Mobile könnten den Status quo allerdings trüben, wenn sie das OS um neue Funktionen erweitern, die höhere Anforderungen an die Hardware stellen.

In einem weiteren Artikel sind wir auf einen Tipp eingegangen, mit dem Nutzer Windows 10 Mobile auf einem Gerät mit Windows Phone 8.1 installieren können, obwohl für ihr Modell offiziell noch kein Upgrade bereitsteht.

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