Neue Funktionen

Windows 10 Insider: Neue Preview mit vielen Neuerungen

Im Frühjahr steht mit Redstone4 bereits das nächste größere Update für Windows 10 auf dem Plan und Microsoft lässt die neuen Funktionen ausgiebig testen. Neben der Zeitleiste bringt die aktuelle Build 17074 noch einiges mehr.
Von Stefan Kirchner
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Windows 10 wird nicht mehr als klassisches Betriebssystem vertrieben, sondern durch regelmäßige Updates ständig aktuell gehalten. Größere Funktions­aktualisierungen testet Microsoft vorher im Windows-Insider-Programm, um Feedback zu sammeln und größere Fehler zu beheben.

Nun hat Microsoft die erste neue Insider Preview des Jahres verteilt, wie der Redmonder Software-Konzern im eigenen Windows-Blog bekannt gibt. Die Insider Preview Build 17074 bietet etliche Neuerungen, war anfangs jedoch für Nutzer mit einem AMD-Prozessor geblockt. Ein kleines Mini-Update hebt die Sperre inzwischen wieder auf.

Die größte Neuerung der neuen Preview-Version ist die Freischaltung der neuen Sprach­funktion. Anstatt wie bisher unter Windows 7 Sprach­pakete als Update anzubieten, lassen sich diese künftig über den Microsoft Store ganz bequem suchen und herunterladen. Eine Funktion, die sich schon früher angedeutet hatte. Neu ist, dass durch die Auslagerung in den Microsoft Store für die Optimierung der Sprach­pakete auf maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz gesetzt werden kann.

Verfeinerungen im Edge Browser

Windows 10 Insider PreviewDie Insider Preview Build 17074 bringt wieder zahlreiche Neuheiten Neben den sprachrelevanten Dingen legen die Entwickler von Microsoft den Fokus auf die Optimierung vorhandener Funktionen, darunter den Edge Browser. Unter anderem ist in der Hub-Ansicht nun mehr Inhalt auf einmal zu sehen, respektive der komplette Name des Hub-Bereichs. Alternativ kann auch auf eine Icon-Ansicht gewechselt werden. Neu ist auch die Unterstützung zum automatischen Ausfüllen von Kreditkarten­informationen zum Bezahlen auf Websites, sofern der Nutzer dem Speichern seiner Daten der Kreditkarte zustimmt. Dabei werden verschiedene Datensätze unterstützt, die sich per Drop-Down-Menü auswählen lassen. Ausgenommen davon ist der Card Validation Code (CVC) zum Verifizieren der Kreditkarte.

Weitere Neuerungen sind bei der ePUB-Unterstützung des Edge Browsers enthalten, darunter eine überarbeitete Oberfläche im Lesemodus. Dazu zählen eine neue Popup-Ansicht für Notizen, eine überarbeitete Suchleiste und neue Tools zur Grammatik bei der Verwendung von eBooks im ePUB-Format. Explizit zu nennen sind beispiels­weise das farbliche Hervorheben von gefundenen Verben, Adjektiven oder Substantiven. Zu den Neuerungen zählt auch die Integration erster Fluent-Design-Elemente mit Milchglas-Elementen.

Windows 10 Insider Preview
Die Datenträgerbereinigung findet sich nun in den Windows-10-Einstellungen
Nicht zuletzt hat Microsoft die Synchronisierung gespeicherter Inhalte wie Lesezeichen, Markierungen, Notizen und Lese­fortschritt über verschiedene Geräte hinweg optimiert, die Bibliothek verbessert, ein Audio-Overlay für die Aussprache einzelner Wörter implementiert und das Speichern von Login-Informationen kann für bestimmte Domains komplett deaktiviert werden. Apropos Sicherheit: Im InPrivate-Modus lassen sich Login-Daten eintragen, werden in einer InPrivate-Sitzung aber weder gespeichert noch aktualisiert. Und: Es lassen sich nun auch Extensions im InPrivate-Modus verwenden.

Neuerungen an der Oberfläche

Bei der neuen Insider-Build von Windows 10 selbst gibt es keine großartigen Neuerungen an der Oberfläche, die Ausdehnung des Fluent Design schreitet eher gemächlich voran. Neu ist im Kontroll­zentrum die Einführung des Ruhezeiten-Modus, welcher bei Aktivierung sämtliche Benachrichtigungen und Töne stummschaltet. Anstatt mit festen Zeiten zu arbeiten, setzt Microsoft auf Profile wie Gaming oder Präsentationen beispielsweise. Besagte Profile aktivieren sich sobald ein DirectX-Spiel im Vollbild gespielt wird oder der Bildschirm auf eine weitere Ausgabe­quelle dupliziert wird. Über eine Prioritäts­liste lassen sich einzelne Kontakte definieren, die trotz aktivem Ruhemodus durch­gestellt werden. Über eine Liste werden nach Beendigung des Ruhemodus alle verpassten Mitteilungen aufgelistet.

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Neu sind die automatischen Profile des Bitte-nicht-stören-Modus
Zu den weiteren Optimierungen gehört eine verbesserte Anpassung von Ordnern im Startmenü, ein zuverlässiger arbeitendes Near Share, sofern beide Windows-Rechner die Insider Preview Build 17074 verwenden, sowie die weiter voran gebrachte Verpflanzung der System­steuerung in die Windows-10-Einstellungen. Besonders zu nennen ist an dieser Stelle die Datenträger­bereinigung und die weiter optimierten Einstellungen für die Audio­wiedergabe. Neu ist in den Einstellungen, dass in den System­informationen der Gerätename mit Build 17074 bequem in andere Anwendungen kopiert werden kann. Außerdem können UWP-Apps mit neuen Aliases versehen werden, die sich auf der Kommando­zeile verwenden lassen.
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Die Datenträgerbereinigung findet sich nun in den Windows-10-Einstellungen

Handschrifterkennung aufgewertet

Selbst bei der Handschrift­erkennung haben die Entwickler kräftig weiter­gearbeitet. Zu den wichtigsten Veränderungen zählt die eingebaute hand­schriftliche Eingabe im Suchfeld. Statt bisher in einem separaten Textfeld per Handschrift zu schreiben, wird das eigentliche Textfeld nun erweitert. Microsoft veranschaulicht dies mit einer GIF-Animation. Dabei handelt es sich aber anscheinend (noch) nicht um eine Systemweite Funktion. Der Formulierung nach muss das jeweilige Textfeld in Programmen diese Funktion wohl explizit unterstützen. Nach einem Tap außerhalb des Textfeldes wird der geschriebene (und erkannte) Text automatisch eingefügt.

Des Weiteren unterstützt Microsoft bei der Handschrift­erkennung weitere Sprachen - vornehmlich asiatische und afrikanische Sprachen/Dialekte - und mittels der neuen Ink Analysis API kann die Erkennung der neuen Sprachen in jeder App verwendet werden.

Abgesehen von den genannten Änderungen und Verbesserungen, kümmert sich Microsoft mit der Insider Preview Build 17074 um das Beheben bekannter Fehler einzelner Funktionen. Dazu gehören auch Patches gegen die jüngst bekannt gewordenen Sicherheits­lücken rund um Meltdown und Spectre, insbesondere bei AMD-Prozessoren und den Reboot-Problemen.

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