Update

Windows 10 Creators Update: Mehr Datenschutz - und mehr Arbeit

Windows überträgt Anwender-Daten an Microsoft: Was bislang oft ungefragt geschah, soll nun transparenter werden. Die neuen Optionen bescheren dem Nutzer allerdings auch mehr Arbeit.
AAA
Teilen (16)

Datenschutz-Einstellungen nach dem Creators Update
Datenschutz-Einstellungen nach dem Creators Update
Microsoft Windows war eines der ersten Betriebssysteme, das im großen Stil Nutzerdaten an den System-Hersteller übertrug. Damit sind nicht unbedingt die vom Anwender erstellten Dateien wie Word-, Excel- oder andere Dateien gemeint, sondern beispielsweise Systemeinstellungen oder Browser-Nutzungsstatistiken. Mittlerweile machen das fast alle Betriebs­systeme, ins­be­sondere auch Android und iOS.

Nach jahrelangen Beschwerden von Datenschützern sollen die Kunden aber in Zukunft vermehrt die Kontrolle darüber erhalten, welche Informationen über das Internet an den Betriebssystem-Hersteller übertragen werden. In den vergangenen Varianten von Windows gab es dazu schon diverse Einstellungen - mit dem Windows 10 Creators Update, das momentan erscheint, sollen die Anwender noch mehr Möglichkeiten erhalten. Damit haben sie dann allerdings auch mehr Arbeit.

Microsoft informiert ausführlich über Datenübertragung

In einem Blogeintrag hat Microsoft selbst bekanntgegeben, wie die neuen Datenschutz-Einstellungen im Windows 10 Creators Update gestaltet sind.

Grundsätzlich sollen die Privatsphäre-Einstellungen gegenüber dem Kunden besser erklärt werden. Denn wenn bisher eine Einstellungsmöglichkeit nur mit ein oder zwei Schlagwörtern oder gar Fremdwörtern beschrieben wurde, konnten viele Anwender keine sichere Entscheidung darüber treffen, ob sie die Datenübermittlung an Microsoft in diesem Fall zulassen möchten oder nicht. Kunden werden vor der Entscheidung nun also besser informiert, welche Folgen die Aktivierung beziehungsweise Deaktivierung der Funktion hat. Dafür müssen sie allerdings mehr Text lesen und verstehen als bisher.

Außerdem wird es in Zukunft verschiedene Datenschutz-Level bei den Einstellungen in Windows 10 geben. Klar ist: Das "nach Hause telefonieren" wird der Kunde Windows 10 nicht komplett verbieten können - es sei denn er nutzt das Betriebssystem auf einem Computer ohne Internetanschluss. Microsoft hat einen "Basic Level" beim Datenschutz definiert: Bei den im Basic Level an Microsoft übertragenen Daten hält Microsoft es für absolut unerlässlich, dass diese vom Computer des Nutzers an den Betriebssystem-Hersteller geschickt werden. Im "Full Level" werden alle von Microsoft gewünschten Daten ausgelesen und übermittelt. Microsoft verspricht im Gegenzug, dass auf Basis dieser Daten die "persönliche Nutzererfahrung" bei Windows 10 verbessert werden soll.

Selbstverständlich kann der Kunde auch weiterhin bei jeder einzelnen Option entscheiden, ob er der Datenübertragung zustimmt oder nicht. Die höhere Zahl an Möglichkeiten beschert dem Nutzer allerdings mehr Arbeit als bisher.

Was Microsoft im Basic Level ausliest, hat der Hersteller in einem separaten Blogeintrag veröffentlicht. Druckt man diese Auflistung auf A4-Papier aus, ist diese schon 97 Seiten lang. Die zusätzlichen Daten, die im Full-Level erhoben werden hat Microsoft in diesem Artikel erläutert.

In den folgenden Meldungen erfahren Sie mehr zum Windows 10 Creators Update:

Teilen (16)

Mehr zum Thema Windows 10