Windows für ARM-Chips

Neue Spuren zu Windows 10 on ARM

Noch für dieses Jahr plant Microsoft mit den ersten Geräten im Handel, auf denen Windows 10 on ARM vorinstalliert ist. Nach längerer Funkstille gibt es nun theoretisch die Möglichkeit, das Betriebssystem in Teilen selbst auszuprobieren.
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Windows 10 on ARMMicrosoft gibt ordentlich Gas bei der Entwicklung von Windows 10 on ARM Schon einmal versuchte Microsoft sich an einem vollwertigen Windows-Betriebssystem für die ARM-Plattform, das in erster Linie nur für günstige Windows-Tablets vorgesehen war. Windows RT war allerdings kein großer Erfolg beschieden, da es trotz aller Ähnlichkeiten zum damaligen Windows 8 keinerlei kompatiblen Programme nutzen konnte. Weder der Windows Store noch normale Setup-Programme im EXE- oder MSI-Format waren installierbar.

Der neue Ansatz mit Windows 10 on ARM hat da schon bedeutend mehr Chancen auf einen Erfolg, da das Betriebssystem selbst zwar auf einem ARM-Chip läuft - auf der Build 2017 wurde eine Referenz-Plattform mit Snapdragon 835 genutzt - aber auch ganz normale Desktop-Programme ausführen kann. Das Geheimnis dahinter ist ein x86-Emulator, an dessen Performance Microsoft noch schraubt.

Update-Pakete gesichtet

Was nun jedoch die Theorie eines Starts noch in diesem Jahr aktuell untermauert, sind erste Update-Pakete für Windows 10 on ARM, die auf den Update-Servern von Microsoft durch den User s1ave77 von MyDigitalLife.net (via MSPowerUser) entdeckt wurden. Verfügbar sind besagte Update-Pakete für Windows 10 on ARM Build 16281 und damit für die jüngsten Insider-Builds von Windows 10, was für einen guten Fortschritt bei der Entwicklung des Betriebs­systems spricht. Immerhin sollen pünktlich zum Weihnachts­geschäft die ersten Geräte von HP und Asus verfügbar sein. Lenovo hat zuletzt dementiert, zu den ersten Hardware-Partnern mit entsprechenden Produkten auf dem Markt zu gehören.

Konkret stehen etliche Pakete für ARM-Hardware zum Download bereit und das für verschiedene Varianten von Windows. Entdeckt wurden die sogenannten SKUs für Windows 10 S, Windows 10 Enterprise oder Windows 10 IoT Core. Die verfügbaren Update-Pakete lassen sich aber nur über die Unified Update Platform (UUP) für Windows 10 installieren. Im ISO-Format liegen die Update-Pakete nicht vor, lassen sich mit etwas Aufwand aber als Installations­medium im ISO-Format zusammenfassen. Voraus­gesetzt man hat ein entsprechendes Gerät mit ARM-Prozessor und DVD-Laufwerk oder Bootoption von einem USB-Stick.

Der interessante Teil an der Neuigkeit ist eher, dass Windows 10 on ARM ganz wie das normale Windows für x86-Hardware im Insider-Programm unterstützt wird. Nicht unerwähnt bleiben sollte dabei, dass die Update-Pakete sowohl in Englisch als auch in Deutsch vorliegen. Microsoft scheint demzufolge tatsächlich sehr weit fortgeschritten zu sein, wenn die Dateien in mehreren Sprachen vorliegen statt nur in Englisch zu Entwicklungszwecken.

Wann Microsoft den Vorhang fallen lässt für das neue Betriebssystem ist nach wie vor fraglich. Ob auf dem Oktober-Event, wo unter anderem neue Hardware der Surface-Sparte erwartet wird oder später, ist pure Spekulation. Zusammen mit dem für Oktober angekündigten Fall Creators Update wird das ARM-Windows jedenfalls nicht erscheinen. Dem hat Microsoft bereits eine Absage erteilt.

In einer weiteren Meldung lesen Sie, was Microsoft nach dem Fall Creators Update geplant hat.

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