Programmquellen

Windows 10 on ARM und alternative Programme

Das erst kürzlich offiziell vorgestellte Windows 10 on ARM bietet viele Vorteile, hat aber auch mit Einschränkungen zu kämpfen. Eine davon ist der Microsoft Store als einzige Quelle für Programme - oder vielleicht doch nicht.
Von Stefan Kirchner
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Kürzlich präsentierte Microsoft nicht nur die angepasste ARM-Version von Windows 10 auf dem Technology Summit von Qualcomm, sondern auch die ersten Geräte der OEM-Partner. Anfang kommendes Jahr wird der Verkauf so richtig losgehen, aber schon jetzt gibt es neue Details zu Microsofts Plänen. Die meisten Geräte mit vorinstalliertem Windows 10 und einem ARM-Prozessor werden mit der Variante Windows 10 S ausgeliefert, deren vielleicht größter Nachteil der Microsoft Store als einzige Quelle für Programme ist.

Könnte man denken, aber gegenüber Paul Thurrott (via DrWindows) verriet der Konzern nun, dass es sehr wohl eine Möglichkeit geben könnte, Programme aus anderen Quellen installieren zu können. Sprich, normale Desktop-Programme mit einem Installer könnten auch manuell installiert werden.

Neue Freiheit mit zusätzlicher Sicherheit

Windows 10 on ARMDer Microsoft Store könnte nicht die einzige App-Quelle bei Windows 10 S bleiben Interessant ist die Bestätigung auf explizite Nachfrage vor allem mit Blick auf die Sicherheit. Immerhin sollte Windows 10 S gerade wegen der Beschränkung auf den Microsoft Store als einzige Programmquelle die Sicherheit für den Anwender deutlich erhöhen. Auf diesem Wege kommen ausschließlich zertifizierte und geprüfte Programme auf den Windows-Rechner, was die Verwendung per se sicherer machen soll.

Im Fall von Windows 10 on ARM als S-Version spielen haben noch andere Dinge große Auswirkungen. Vor allem der integrierte x86-Emulator, der für die Übersetzung der klassischen Windows-Programme in für den ARM-Prozessor kompatiblen Programmcode verantwortlich ist, spielt die entscheidende Rolle. Eine Konsequenz daraus ist, dass Programme nicht im üblichen Pfad C:/Programme installiert werden, sondern in einem gesonderten - und damit geschützten - Bereich. Genau an diesem Punkt wird vermutet, dass Microsoft eine zusätzliche Schutzfunktion einbauen will, was wiederum die manuelle Installation von x86-Programmen aus alternativen Quellen ermöglichen könnte.

Unsichtbare Sicherheit

Es wird spekuliert, dass Microsoft Entwicklern die Möglichkeit einräumt, eine zusätzliche Abfrage in Setup-Routinen einzubauen, um eine Installation auch außerhalb des Microsoft Store auf Windows-10-S-Geräten zu erlauben. Denkbar ist eine Abfrage der Hardware-ID um festzu­stellen, ob es sich um ein ARM-basierendes Gerät handelt. Falls ja, wird das Programm ganz normal installiert und falls es sich um ein Gerät mit Intel- oder AMD-Prozessor handelt, wird die Installation des Programms kurzerhand verweigert.

Daraus würden dann die von manchen Anwendern als Einschränkungen empfundenen Eckpfeiler von Windows 10 S kurzerhand zu einem Vorteil unter dem Aspekt der "unsichtbaren Sicherheit" werden. Unsichtbar deswegen, da der Nutzer mit der Sicherheits­funktion selbst nicht direkt in Kontakt kommt, sie funktioniert unbemerkt im Hintergrund.

Fraglich ist nur, wie Microsoft das Konzept auf die normale x86-Version von Windows 10 S übertragen will. Dort ist das Konzept bisherigen Informationen zufolge vorerst nicht vorgesehen. Eine solche Unterscheidung der S-Versionen zwischen ARM- und x86-Variante würde nur zusätzliche Verwirrung bei Kunden im Laden schaffen, warum das eine Windows-10-S-Notebook etwas kann, was das andere Gerät nicht kann.

Erste Geräte abwarten

Auch wenn all das bisher vielleicht toll klingen mag, sind dies nichts weiter als Spekulationen rund um Windows 10 on ARM und der abgespeckten Variante Windows 10 S. Erst wenn die Geräte tatsächlich im Handel verfügbar sind und die ersten Tests sich diesen Fragen annehmen, wird man sehen, ob die Gedanken­spiele real sind, oder nur Wunschdenken ambitionierter Windows-Fans.

Letzten Endes wird es den einfachen Heimanwender wohl kaum interessieren, welche Windows-Version auf seinem neu erworbenen Notebook arbeitet und welche Hardware verbaut ist. Hauptsache das Gerät ist flott, es lassen sich nahezu alle gewohnten Anwendungen ohne größere Einschränkungen nutzen und das Gerät funktioniert einfach so.

teltarif.de wird sich auf der CES 2018 vor Ort selbst ein Bild machen können, wenn die ersten Geräte in Las Vegas ausgestellt werden. Frühestens dann lassen sich erste Prognosen über die Zukunft der neuen Geräte-Klasse Always Connected PCs formulieren.

Lesen Sie in einem weiteren Beitrag, was die neuen Notebooks mit Snapdragon 835 für Windows 10 ausmacht.

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