Benchmarks

Windows 10 on ARM zeigt sich in Geekbench-Datenbank

Benchmarks gelten nicht nur als Indikator für die Leistungsfähigkeit eines Smartphones. Manchmal werden auch Rückschlüsse auf erst noch kommende Geräte möglich - oder wie viel Leistung die ARM-Emulation für Windows 10 benötigt.
Von Stefan Kirchner
AAA
Teilen (1)

Benchmarks sind vor Jahren ein wichtiges Kriterium für den Kauf eines Smartphones gewesen. Mittlerweile legen nicht mehr so viele Käufer Wert auf den höchsten Benchmark-Score, da solch eine Zahl nicht mehr unbedingt die reale Leistung widerspiegelt. Und dennoch sind Benchmarks nicht selten aussage­kräftig.

So wie im aktuellen Fall bei Geekbench, wo bis vor kurzem noch ein Gerät mit der Bezeichnung Qualcomm CLS immer öfter auftauchte. Dabei handelt es sich womöglich um ein Referenz­gerät, auf dem das noch in der Entwicklung befindliche Windows 10 on ARM als Betriebs­system installiert ist.

Diese Annahme wird mittlerweile dadurch gestärkt, dass die Entwickler Primate Labs alle Ergebnisse zu dem Gerät "Qalcomm CLS" entfernt haben.

Noch einiges an Arbeit für Microsoft

Windows 10 on ARMWindows 10 on ARM ist in der Geekbench-Datenbank aufgetaucht Einer der letzten Benchmarks vom 9. November hat die Werte von 1066 Punkte für Single-Core und 3631 Punkte für Multi-Core ergeben. Auf den ersten Blick wirkt das sehr langsam, vor allem wenn technisch vergleich­bare Android-Smartphones zum Teil mehr als doppelt so hohe Werte erreichen. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass Windows 10 on ARM diverse x86-Anweisungen erst für die ARM-Architektur emulieren muss, was von der tatsächlichen Leistung abzuziehen ist. Für die Hardware-Emulation wird daher sprich­wörtlich etwas von der verfügbaren Leistungs­fähigkeit verbraten.

Allerdings darf nicht vergessen werden, dass Windows 10 on ARM selbst nativ in 64-Bit arbeitet. Das schließt auch die meisten Windows-eigenen Programme von Microsoft mit ein, die nativ für das System entwickelt wurden. Jedoch werden Drittanbieter-Anwendungen davon ausgenommen. Dies liegt an der verwendeten Abstraktions­ebene zur Hardware-Emulation, die sich um die Umwandlung von x86-Anweisungen in ARM-Anweisungen kümmert, wie Microsoft während der Build-Konferenz erklärte. Diese Ebene basiert auf dem von Microsoft seit etlichen Jahren verwendeten Subsystem namens Windows-on-Windows, was für die Kompatibilität von 32-Bit-Programmen auf 64-Bit-Hardware verantwortlich ist. Daher sind Dritt­entwickler auf die Ausführung in 32-Bit beschränkt.

Hinzu kommt, dass Geekbench nur als x86-Programm für die Windows-Plattform zur Verfügung steht, was den Schluss nahe legt, dass der Benchmark lediglich die Effizienz der x86-Emulation wider­spiegelt, nicht aber die Leistungs­fähigkeit von Windows 10 on ARM selbst. So ist die synthetische Leistung aktuell am ehesten mit dem Einsteiger-Modell des Surface Pro 3 und dessen Intel Core i3-6006U vergleichbar, heißt es bei WindowsArea.

Ohnehin werden hauptsächlich UWP-Apps (Universal Windows Platform) gepusht werden, die nativ für die ARM-Architektur erstellt werden können. Microsoft hat dafür seine Entwicklungs­umgebung Visual Studio 2017 mit einer entsprechenden Option zum Kompilieren für die ARM64-Plattform erweitert. Der Vorteil von Windows 10 on ARM wiederum wäre, dass trotzdem jederzeit der Wechsel auf native Windows-Programme möglich ist - entsprechende Einbußen bei der Leistung müssen dann jedoch in Kauf genommen werden.

Mehr Ausdauer durch Windows 10 on ARM

Der womöglich größte Vorteil eines Notebooks mit ARM-Technologie und Windows 10 on ARM wäre der Energie­verbrauch, verglichen zur klassischen x86-Technologie von Intel und AMD. Die ARM-Architektur ist erheblich effizienter in Sachen Energie- und Ressourcen­verbrauch, sodass eine erheblich gesteigerte Laufzeit mit nur einer Akkuladung zu erwarten ist.

Außerdem proklamiert Microsoft mit Windows 10 on ARM bereits den Always-Online-PC, der quasi auch im Leerlauf Nachrichten erhalten kann und sofort einsatzbereit ist. Schließlich arbeitet ein ARM-System gerade im Leerlauf sehr Energie-sparend. Die ersten Geräte mit dem neuen Betriebs­system sollen noch dieses Jahr im Handel verfügbar sein, verspricht Microsoft.

Ein weiterer und nicht gerade unwichtiger Punkt ist der Preis: ARM-Prozessoren sind trotz ihrer Verfügbarkeit ausschließlich für Hardware-Hersteller deutlich preis­werter verglichen mit einem Intel-Core-Prozessor - von den passiven Kühl­möglichkeiten mal ganz abgesehen.

Ein erster Hardware-Partner mit konkreten Details ist HP, wie WinFuture in Erfahrung bringen konnte. In der CarePack-Datenbank von HP ist ein Notebook mit 12-Zoll-Display gelistet, dass mit mindestens 4_GB RAM, 128 GB internem Speicher und einem Snapdragon 835 geplant ist. Da es als Teil der Business-Linie geführt wird, könnte es einen umklappbaren Touchscreen inklusive Stylus-Unterstützung erhalten.

Lesen Sie in einem weiteren Beitrag, warum Benutzer von Windows 10 Mobile kein Update erwarten können.

Teilen (1)

Mehr zum Thema Windows 10