Ausprobiert

Wiko Robby im Handy-Test: Dual-SIM-Smartphone ohne LTE

Das Wiko Robby kostet 129 Euro, läuft mit dem aktuellen Android 6.0 Marshmallow und unterstützt Dual-SIM. Allerdings müssen Nutzer auch einige schmerzliche Abstriche machen, wie sich im Handy-Test zeigt.
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Telefonie und Internet

Dank der drei Kartenslots haben neben der Speicherkarte zwei Micro-SIM-Karten im Wiko Robby Platz. Dabei können beide SIM-Slots für die Datenverbindung genutzt werden - allerdings ist aufgrund nur eines vorhandenen Sende- und Empfangsmoduls (Dual-SIM Standby) nur je eine SIM-Karte aktiv. Wird also über SIM 1 telefoniert oder gesurft, kann währenddessen auf SIM 2 kein Anruf eingehen. Der Anrufer wird auf die Mailbox umgeleitet.

Im Menü lässt sich recht einfach einstellen, welche SIM-Karte für welchen Verbindungstyp genutzt werden soll. Der Wechsel der Daten-SIM ist beispielsweise per Schieberegler möglich, ohne die SIM-Karten in den Slots tauschen zu müssen. Bei der Telefonie wird der Nutzer jedes Mal gefragt, über welche SIM der Anruf erfolgen soll. Die Sprachqualität ist gut, beide Gesprächspartner verstanden sich im Test klar und deutlich. Mitunter schlucken die Filter, die die Umgebungsgeräusche minimieren sollen, allerdings dazu, dass Wörter etwas abgehackt klingen. Beim Freisprechen sorgen die nach vorne gerichteten Lautsprecher für eine ausgewogene und ausreichend laute Tonausgabe.

Das Wiko Robby hat allerdings auch einen entscheidenden Nachteil: es unterstützt kein LTE. Internet-Verbindungen via Mobilfunk sind nur über GPRS/EDGE und UMTS/HSPA+ möglich. Die maximale Downstreamrate beträgt dabei gerade einmal 21,1 MBit/s. Für ein aktuelles Smartphone ein No-Go.

Dual-SIM: Zwei SIM-Slots unter der Haube des Wiko Robby
Dual-SIM: Zwei SIM-Slots unter der Haube

Akku erfreulich ausdauernd

Der Akku des Wiko Robby ist wechselbar, was mittlerweile eine echte Seltenheit geworden ist. Die Batterie hat eine Kapazität von 2500 mAh und zeigte im Test einen erstaunlich langen Atem. Im Standby lag die Akkuladung nach sieben Tagen und einem Ausgangswert von knapp 80 Prozent immerhin noch bei 24 Prozent - die Batterie verlor somit gerade einmal die Hälfte der Ladung. Im Akkutest von PCMark kam das Robby auf einen guten Wert von sieben Stunden und 21 Minuten und hielt somit in etwa so lange durch wie das Moto G4 Plus (7 h 30) und das Samsung Galaxy S7 Edge (7 h 39).

Doch Vorsicht: Ab Werk sind Stromspar­einstellungen aktiviert. Ab einem Akkustand von 20 Prozent schaltet das Wiko-Handy automatisch in den Energiesparmodus, bei dem beispielsweise die E-Mail- und Benachrichtigungs­synchronisation gestoppt wird. Auch Hintergrundaktivitäten werden dann eingeschränkt und der Homescreen schaltet in die Sparansicht mit reduzierten Funktionen. Der Energiesparmodus lässt sich in den Einstellungen unter Akku aber deaktivieren.

Akku des Wiko Robby ist wechselbar
Akku des Wiko Robby ist wechselbar

Die Kamera des Wiko Robby

Die Frontkamera des Wiko Robby sitzt mittig im oberen Part der Rückseite und macht Bilder mit bis zu 8 Megapixel. Begleitet wird sie von einem einfachen LED-Blitz unter der Kameralinse. Auch verschiedene Modi wie Panorama, HDR, Nachtaufnahme und Sport werden angeboten. Selbst ein Profi-Modus zur individuellen Einstellung des ISO, des Weißabgleichs, der Belichtung und der Schärfe steht bereit. Einen solchen findet man in dieser Preisklasse nicht allzu oft. Die Kamera-App ist intuitiv aufgebaut und lässt sich einfach bedienen.

Kamera: Der Profi-Modus des Wiko Robby
Der Profi-Modus des Wiko Robby
Die Aufnahmen bei Kunstlicht sind für eine Kamera mit 8-Megapixel-Sensor erstaunlich gut. Das Foto ist gut ausgeleuchtet, ohne aber überlichtet zu sein. Farben sind klar voneinander abgetrennt und wirken natürlich. Das Spiel aus Licht und Schatten bei der Rose überzeugt, Details sind deutlich erkennbar.

Anders sieht es bei Aufnahmen im Dunkeln aus: Hier lassen sich nur vereinzelte Farbräume unterscheiden, immerhin sind die Farbgrenzen aber klar erkennbar und es kommt nicht zu Verwaschungen. Details verschwinden aufgrund der mangelnden Beleuchtung.

Die Frontkamera macht Bilder mit bis zu 5 Megapixel und sorgt insgesamt für anständige Bildergebnisse. Auch ein LED-Blitz steht für Selfie-Aufnahmen bereit. Insgesamt wirken die Aufnahmen aber etwas dunkel und das Schattenspiel ist zu hart. Gerade in der Nähe der schattigen Flächen - wie beispielsweise rund um das Auge - verschwinden die Details. Die Pupille wirkt daher wie ein dunkler Fleck.

Fazit des Testberichts

Die Einzelnoten im Handy-Test:
  • Technische Ausstattung: 4
  • Bedienung, Handling, Software: 2
  • Hardware, Verarbeitung, Material: 2
  • Basis-Feature des Handys: 3,5
  • Einschätzung des Redakteurs: 3,5
  • Gesamtnote: 3
Insgesamt können wir für das Wiko Robby keine klare Kaufempfehlung geben. Der Prozessor ist für viele Anwendungen zu schwach, was zu Wartezeiten und Rucklern führt. Spiele sind aber schon aufgrund der mäßigen Auflösung wenig empfehlenswert. Zudem fehlt dem Smartphone das LTE-Modul, weshalb Nutzer nur mit maximal 21,1 MBit/s im Netz unterwegs sind. Das ist für ein aktuelles Gerät zu wenig, auch wenn dieses Dual-SIM unterstützt.

Es gibt allerdings auch Dinge, die das Robby gut meistert. So macht die Kamera bei heller Umgebung wirklich gute Aufnahmen. Das System ist auf dem aktuellen Stand und vorinstallierte Apps wurden sorgsam ausgewählt. Auch die Leistung des Akkus ist überzeugend und liegt mit über sieben Stunden im Akkutest auf dem oberen Niveau.

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