Unter der Lupe

Wiko Birdy 4G im Test: Bunter Franzose lockt mit LTE und günstigem Preis

Mit einem Preis von aktuell etwa 130 Euro ist das Birdy 4G des französischen Herstellers Wiko vergleichsweise günstig. Dennoch bietet das Smartphone LTE und einen Quad-Core-Prozessor. Ob der Preis des bunten Androiden sich auch in der Leistung widerspiegelt, haben wir getestet.
Von Rita Deutschbein

Birdy 4G im Leistungscheck

Das Birdy 4G wird von einem Mediatek-Prozessor vom Typ MT6582 angetrieben. Die vier Cortex-A7-Kerne haben eine maximale Taktrate von 1,3 GHz, eine Mali-400-Grafikeinheit gibt es ebenfalls. Begleitet wird die CPU von 1 GB Arbeitsspeicher. Bei dem vom Wiko verwendeten Mediatek MT6582 handelt es sich um ein System-on-Chip (SoC), das häufig in preisgünstigen Geräten zu finden ist. Die Leistung bewegt sich auf mittlerem Niveau. So ist das flüssige Surfen im Internet sowie das schnelle Öffnen von Apps für den Chip kein Problem. Arbeitet der Nutzer jedoch mit mehreren Programmen parallel (Multitasking), kommt das System ins Stocken - Ruckler und kurze Wartezeiten sind die Folge.

Wiko Birdy 4G im Test: Bunter Franzose lockt mit LTE und günstigem Preis Browser: Winzige Schrift im Vollbild
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Für Gaming-Fans eignet sich das Wiko Birdy 4G nicht. Sowohl das gering auflösende Display als auch die Grafik-Performance reichen nicht aus, um wirklichen Spielspaß aufkommen zu lassen. Die Adreno 400 bewältigt zudem keine hohen grafischen Ansprüche oder gar 3D-Gaming. Mehr als einfache Android-Spiele wie Angry Birds und Co. sind somit nicht flüssig spielbar.

Im Benchmark-Test zeigen sich dementsprechende Werte: Im Test von AnTuTu schaffte das Birdy 4G gerade einmal 19 524 Zähler und bewegt sich somit auf dem Niveau der einfachen Smartphones von Asus und Acer. Auch im Gaming-Test von 3D Mark erreichte das Gerät nur einen Score von 2 883 (Unlimited) bzw. 2 132 (Extreme). Zum Vergleich: Die Oberklasse-Geräte von Samsung, Sony und Co. kamen im Unlimited-Test von 3D Mark meist auf 15 000 bis 20 000 Punkte.

Internet und Telefonie-Qualität

Wiko Birdy 4G im Test: Bunter Franzose lockt mit LTE und günstigem Preis Die von Dual-SIM-Handys bekannte SIM-Kartenverwaltung
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Das Highlight des Wiko Birdy 4G ist - wie der Name es andeutet - die Unterstützung von LTE in den in Deutschland gängigen Frequenzen um 800/1800/2600 MHz. Der schnelle Datenfunk ist an und für sich nichts Besonderes mehr, doch müssen gerade günstige Geräte häufig noch ohne 4G auskommen. Im Birdy 4G funkt das LTE-Modul zuverlässig und stabil. Der Wechsel zwischen dem UMS- und dem LTE-Netz erfolgt zügig. Im Downstream erreicht das Smartphone je nach Netzqualität bis zu 150 MBit/s (LTE Cat.4). Dort, wo der schnelle 4G-Datenfunk nicht zur Verfügung steht, wählt sich das Wiko-Handy über GPRS/EDGE bzw. UMTS/HSPA ins mobile Netz ein. Aber auch WLAN-n wird unterstützt, jedoch nur im 2,4-GHz-Frequenzbereich.

Dem LTE-Modul ist offenbar der zweite SIM-Kartenschacht zum Opfer gefallen. Ein Großteil der Smartphones von Wiko bieten Dual-SIM-Funktionalität. Im Birdy 4G lassen sich noch Reste dieser erkennen: So gibt es im Menü einen Unterpunkt namens SIM-Karten-Verwaltung, der typisch für Dual-SIM-Geräte ist. Angezeigt werden hier allerdings nur die Daten der Haupt-SIM.

Das Wiko Birdy 4G unterstützt Bluetooth 4.0, auf NFC müssen Nutzer verzichten. Navigieren lässt sich über GPS, Glonass steht nicht zur Verfügung. Mit einer Kapazität von insgesamt 4 GB fällt der Speicher des Wiko-Geräts recht knapp aus. Nach Abzug des Systems bleiben dem Nutzer gerade noch 2,3 GB zur freien Verfügung. Immerhin lässt sich der Speicher aber via micoSD-Karte um zusätzliche 32 GB erweitern.

Telefonate lassen sich mit dem Birdy 4G anstandslos führen, wenn der Gesprächspartner auch teilweise etwas dumpf klingt. Das Mobilfunk-Modul ist ausreichend stark, um auch bei schlechter Netzabdeckung noch einigermaßen rausch- und unterbrechungsfreie Gespräche führen zu können. Die Filter zur Geräuschunterdrückung könnten allerdings etwas besser arbeiten. Sie schaffen es nicht, alle Störgeräusche vollständig zu unterdrücken. Im Freisprechmodus steht der blecherne Lautsprecher einem angenehm klingenden Telefonat im Wege.

Akku: Wechselbar, aber etwas kurzatmig

Wiko Birdy 4G im Test: Bunter Franzose lockt mit LTE und günstigem Preis Von Innen: Wechsel-Akku und Karten-Schächte
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Positiv an der Batterie des Birdy 4G ist, dass sie sich wechseln lässt. Der mitgelieferte Akku bietet eine Kapazität von 2 000 mAh und soll laut Hersteller Strom für eine 3G-Gesprächszeit von bis zu 10,55 Stunden liefern. Wer das Smartphone nur für die notwendigsten Anwendungen wie ein gelegentliches Telefonat und etwas Messaging und Surfen im Netz nutzt, kommt mit einer Akkuladung etwa zwei Tage aus. Wird das Gerät jedoch voll beansprucht, ist nach wenigen Stunden Schluss. Im Akkutest von PCMark erreichte das Wiko Birdy 4G unter Volllast und bei maximaler Helligkeit einen schwächelnden Wert von 4 Stunden und 10 Minuten.

Kamera für qualitativ gute Fotos

Die Hauptkamera des Birdy 4G macht Fotos mit maximal 5 Megapixel und wird von einem LED-Blitz unterstützt, was zunächst nach nicht viel klingt. Doch wurden wir im Test von der Qualität der Bilder positiv überrascht. Sowohl bei gut ausgeleuchteten Kunstlichtverhältnissen als auch im Dunkeln machte die Kamera brauchbare Aufnahmen. Bei Licht zeigen sich deutlich abgegrenzte Farbräume, die gänzlich ohne Verwaschungen auskommen. Die Farben wirken naturgetreu, wenn zum Teil aber auch ein wenig dumpf.

Wiko Birdy 4G im Test: Bunter Franzose lockt mit LTE und günstigem Preis 5-Megapixel-Kamera und LED-Blitz
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Bei dunklen Lichtverhältnissen zeigen die Fotos eine deutliche Körnung und einen leichten Gelbstich. Dennoch sind auch hier die einzelnen Farbräume klar voneinander abgetrennt, was wir bei Kameras dieser Art nicht oft sehen. Die Farben lassen sich trotz des Dunkelschleiers noch gut voneinander unterscheiden und Details lassen sich in Ansätzen erkennen.

Die Bedienung der Kamera-App verläuft intuitiv. Wichtige Einstellungen wie die Aktivierung von HDR, die Anpassung des Weißabgleichs und der Belichtungszeit sind mit wenigen Klicks erreichbar. Das Auslösen funktioniert wahlweise mit Tippen auf den virtuellen Button auf dem Display oder über die Lauter-Taste der Lautstärkewippe. Neben der Hauptkamera steht auch eine 2-Megapixel-Frontkamera für Selbstaufnahmen bereit. Qualitativ kommt diese aber nicht an das Pendant auf der Rückseite heran.

Für einen besseren Eindruck des Kamera-Qualität haben wir zwei Aufnahmen in Originalgröße angehängt.

Fazit: Birdy 4G bringt die für die Preisklasse typische Ausstattung mit

Die Einzelnoten im Handy-Test:
  • Technische Ausstattung: 2
  • Bedienung, Handling, Software: 1,8
  • Hardware, Verarbeitung, Material: 4
  • Basis-Feature des Handys: 2
  • Einschätzung des Redakteurs: 2,9
  • Gesamtnote: 2,5
Das Fazit des Birdy-4G-Tests zusammenzufassen, ist nicht ganz einfach. Denn das Gerät zeigt in einigen Bereichen klare Schwächen, die im Hinblick auf den Preis aber zu erwarten waren. So ist die Leistung des Prozessors für die typischen Smartphone-Aufgaben vollkommen ausreichend, beim Gaming kommt der Chip aber an seine Grenzen. Auch das Display lässt nicht wirklich Multimedia-Freude aufkommen, da die Darstellung zum Teil zu pixelig ist. Durchgefallen ist im Test das Gehäuse, das knarzt und knackt und insgesamt nicht stabil genug ist.

Eine Stärke des Birdy 4G von Wiko ist die Unterstützung von LTE, was in dieser Preisklasse immer noch etwas Besonderes ist. Auch die Kamera konnte im Test mehr überzeugen als das Datenblatt es zunächst vermuten ließ. Der Akku hält unter Normallast gute zwei Tage durch, was für den Gelegenheitsnutzer ein stabiler Wert ist. Power-User werden die Batterie aber schneller als gewohnt leer bekommen.

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