WifiSpot

Ausprobiert: Einfaches Unitymedia-WLAN doch nicht "ganz einfach"

Das neue kostenlose WLAN von Unitymedia soll einfacher sein als andere Hotspots. So sollten sich beispielsweise Handys selbst wieder am Hotspots anmelden. Wir haben es ausprobiert.
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Eigentlich sollte es doch ganz einfach sein: Einmal kurz mit einem Kennwort per SMS registrieren, einloggen und für zwei Jahre lang an allen Hotspots surfen. Das hatte Unitymedia im Rahmen seiner Pressekonferenz auf der Anga Com versprochen. Die Nutzung des neuen Kostenlos-WLANs sollte deutlich einfacher sein als bei anderen öffentlichen Hotspots, versprachen die Produktmanager. Doch dann die ersten Un­gereimt­heiten: Wie passen auto­matisches Anmelden eines Smartphones am Hotspot und eine Landingpage, die die Betreiber vorschalten können, zusammen? Eine Frage, die in der Pressekonferenz nicht wirklich geklärt werden konnte. Wir haben uns den WiFiSpot, so der Name des Produktes, in einer Vorabversion auf der Anga Com angesehen. Und siehe da: Die Anmeldung ist keinesfalls einfacher als bei anderen Hotspots.

Zugang nur durch aktives SMS verschicken

Demonstration am Messestand der Anga ComDemonstration am Messestand der Anga Com Vielmehr ist die Anmeldung etwas anders als bei anderen Anbietern und somit streng genommen sogar schwerer, da man nicht auf gewohnte Prozeduren zurückgreifen kann. Und ein automatisches Einloggen gibt es nicht. Doch der Reihe nach: Als erstes muss am Endgerät die WLAN-SSID "Unitymedia Public WifiSpot" ausgewählt werden. Wird dann die erste Webseite angesurft, erscheint eine vorgeschaltete Seite. Manche Smartphones rufen diese Seite auch automatisch auf. Auf der Anga Com warb Unitymedia auf dieser Landingpage mit einem kostenloses Eis auf dem Messestand für all jene, die den WiFi Spot ausprobieren. Restaurants können hier später spezielle Promotion-Angebote oder gar die Speisekarten hinterlegen.

Im Internet surfen ging zu dem Zeitpunkt noch nicht. Wie bei Landingages von öffentlichen Hotspots üblich, muss der Nutzer erst identifiziert werden. Während die Telekom das an ihren Gratis-Hotspots über die Eingabe der Handynummer und das Zusenden einer SMS macht, geht Unitymedia einen anderen Weg, der den Kunden unter Umständen Geld kostet: Er muss selbst eine SMS versenden. Dazu klickt er auf der nachgelagerten Seite auf die Registrierung. Die einzelnen AnmeldeschritteDie einzelnen Anmeldeschritte

Surft der Nutzer mit einem PC, so muss er eine SMS mit dem Inhalt Powerspot an die 01771785577 schicken. In unserem Test verwendeten wir ein Android-Smartphone. Hier wurde uns ein SMS-Direktlink angeboten, der automatisch die SMS im Android-SMS-Manager generierte. Als Antwort schickt Unitymedia eine URL, die beim Smartphone direkt angeklickt werden kann. Für PC-Nutzer gibt es einen in der SMS genannten Code, der dann auf der Weboberfläche eingegeben wird. Die SMS wird gemäß dem Tarif des genutzten Handyvertrages abgerechnet - bestenfalls also im Rahmen einer Flatrate kostenlos, sonst mit bis zu 19 Cent.

Keine automatische Anmeldung am Hotspot

Ist die Code-Eingabe oder der URL-Aufruf erfolgt, kann gesurft werden. In unserem Test am ersten Messetag funktionierte das mit unserem Test-Smartphone jedoch nicht, während ein zur Problemlösung hinzugezogener Mitarbeiter des Kabelnetzbetreibers problemlos surfen konnte. Am zweiten Messetag funktionierte das Surfen dann auch ohne Probleme wieder bei uns. Es ist also zu vermuten, dass irgendetwas in der Abstimmung zwischen Handy und Hotspot nicht funktionierte. Allerdings: Von automatischem Anmelden keine Spur.

Tatsächlich muss nach jedem Verlassen des Hotspots der Anmeldelink erneut angeklickt werden, nachdem man sich in den offenen Hotspot eingebucht hat. Bei den eigenen Unitymedia-Kunden will man das künftig aber anders, möglicherweise über die MAC-Adresse eines Gerätes, machen. "Laufkundschaft" muss sich jedoch an jedem Hotspot zunächst neu zu erkennen geben. Wer die SMS mit dem Link oder Code nicht mehr hat, muss sich das Passwort per SMS erneut anfordern. Eine Änderung auf ein leicht zu merkendes Passwort ist nicht vorgesehen.

Ein anderes beworbenes Feature ließ sich am Messestand ebenfalls nicht testen. Eigentlich sollte eine zweite WLAN-Kennung verschlüsselt ausgestrahlt werden. Diese sollte sich dann über eine Anleitung auf der Landingpage nutzen lassen, damit die Kunden auch transportverschlüsselte Daten übertragen können. Auf der Messe in Köln gab es zwar eine verschlüsselte Kennung, jedoch keine Anleitung. "Das haben wir hier noch nicht implementiert", hieß es dann auch von einem Mitarbeiter am Messestand.

Nur 100 MB pro Tag und Nutzer

SMS zur AnmeldungSMS zur Anmeldung Öffentiche WLAN-Netze sollen in erster Linie dem Nutzer ermöglichen, größere Daten­mengen ohne Belastung des Mobilfunk­netzes und vor allem ohne Belas­tung des monatlichen Daten­kontingentes übertragen zu können. Unitymedia setzt diesem Zweck aber enge Grenzen: Pro Nutzungstag und Kennung sollen für Nicht-Kunden gerade einmal 100 MB möglich sein, bevor der Kunde wie beim Mobilfunk auf 64 kBit/s gedrosselt wird. Das ist schade, zumal die Wahrscheinlichkeit, dass in einem Café oder Restaurant ein Engpass auftritt, doch eher gering ist. Bei einer Anbindung von 200 MBit/s könnte hier einiges mehr übertragen werden. Umgekehrt sind die gewährten 100-Gratis-MB bei der 10-MBit/s-Performance, die auf dem Handy ankommen, bei voller Ausnutzung in nicht einmal 100 Sekunden "weg".

Just another Public WLAN

Leider stellt sich bei genauer Betrachtung des WiFiSpots von Unitymedia heraus, dass es weder besonders einfach noch zwei Jahre lang automatisch nutzbar ist. Zumindest nicht für die Laufkundschaft. Bleibt abzuwarten, ob es Unitymedia gelingt, die Umsetzung für die eigenen Kunden einfacher zu gestalten und den Kunden so einen Mehrwert bzw. eine Verlängerung ihres heimischen Anschlusses zu bieten.

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