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Angriff auf Apples AppStore: WAC geht an den Start

Anwendungen laufen auf Smartphones von Samsung, Sony Ericsson und LG
Von Björn Brodersen
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Vor einem Jahr trat der Zusammenschluss von Handy-Herstellern und Mobilfunkbetreibern das erste Mal an die Öffentlichkeit, auf dem diesjährigen Mobile World Congress gab die Wholesale Application Community (WAC [Link entfernt] ) den kommerziellen Startschuss ihrer Anwendungs-Plattform bekannt. Zum Start stünden tausende Zusatzanwendungen und Widgets für Smartphones im WAC-eigenen App-Store bereit, teilt der Firmenverbund mit. Mobilfunkbetreiber wie China Mobile, MTS, Orange, Telefónica, Telenor, Verizon und Vodafone haben zudem angekündigt, ihre Download-Shops mit dem App-Store der WAC zu verbinden. So erreichen Entwickler, die Anwendungen auf dem WAC-Marktplatz anbieten, eine größere Reichweite. Hersteller wie Huawei, Sony Ericsson und ZTE unterstützen die Initiative, Samsung und LG statten bestimmte Smartphone-Modelle mit einer entsprechenden Laufzeitumgebung aus. Beispielsweise werden auf dem angekündigten Bada-2.0-Smartphone Samsung Wave 578 WAC-Apps laufen. Angrioff auf Apples AppStore: WAC geht an den StartApps auf dem Smartphone

Die App-Allianz teilte auf der Mobilfunkmesse in Barcelona auch mit, dass Ericsson eine WAC-fähige White-Label-Storefront eingeführt habe, mit der Betreiber schnell und kostengünstig ihre eigenen WAC-App-Stores starten könnten. "Da wir als Branche in einer vereinheitlichten Art zusammenzuarbeiten, haben wir einen positiven Einfluss auf das Ökosystem der mobilen Anwendungsentwicklung und bieten den Entwicklern eine vereinfachte Methode die Anwendungen und Inhalte zu erstellen und sie über Betreiber, Handset und Betriebssystem zu liefern", sagte Peters Suh, Geschäftsführer von WAC. "Mit der kommerziellen Einführung der Betreiber-Storefronts, Handsets und Anwendungen, die alle auf WAC basieren, können wir nun behaupten, dass die WAC nun offiziell für ihre Aufgabe eröffnet ist." Die WAC zählt nach eigenen Angaben mittlerweile 68 Mitgliedsfirmen.

WAC-3.0-Spezifikation soll im September verfügbar sein

Die Handsets und Storefronts, die jetzt eingeführt werden, basieren noch alle auf der WAC-1.0-Spezifikation, die im September 2010 veröffentlicht wurde. Inzwischen ist allerdings auch die WAC-2.0-Spezifikation verfügbar, die erste HTML5-Webanwendungen mit reicher Multimediafähigkeit unterstützt und Entwicklern Zugriff auf das Dateisystem, den Kalender und Lagesensoren von Smartphones bietet. Die Organisation stellte zudem eine WAC-3.0-Anwendung mit Musik- und Video-Inhalten sowie Messaging- und Ticketing-Funktionen vor. Die mit einem US-basierten Fernsehnetzwerk entwickelte Applikation mit integrierter Rechnungslegung soll Anwendern eine leichte Anmeldung und einfache Einkäufe ermöglichen. WAC 3.0 mit In-App-Billing und Anwender-Authentifizierung soll im September dieses Jahres zur Verfügung stehen.

Der Zusammenschluss der Handy-Hersteller und Mobilfunkbetreiber ist der Versuch, Apple und dem iTunes-App-Store sowie Google und dem Android Market etwas entgegenzusetzen und am wachsenden Geschäft mit den Zusatzanwendungen fürs Handy teilzuhaben. Gerade die Mobilfunkbetreiber klagen darüber, dass sie zwar die Infrastruktur zur Nutzung der Dienste bereitstellen und große Summen in den Netzausbau investieren müssen, an den Umsätzen mit Apps aber kaum oder gar nicht beteiligt sind. Die Telekom hatte schon im vergangenen Jahr auf dem Mobile World Congress bekräftigt, keinen eigenen App-Store zu starten, wohl aber durch ein über andere App-Stores gelegtes Abrechnungssystem das Bezahlen für kostenpflichtige Apps für den Nutzer vereinfachen und den Kunden mehr Orientierung im App-Dickicht bieten zu wollen.

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