Bilderrechte

WhatsApp und die Nutzungsbedingungen: Das bedeuten sie wirklich

Überträgt ein Nutzer wirklich die Rechte an seinen Bildern an WhatsApp, sobald er diese über den Messenger verschickt? Wir haben die Nutzungsbedingungen mal genauer angesehen und zeigen Ihnen, bei welchen Informationen Sie im eigenen Interesse vorsichtig sein sollten.
Von Thorsten Neuhetzki
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Die Nutzungsbedingungen von WhatsAppDie Nutzungsbedingungen von WhatsApp Die Aufregung war groß, als diese Woche das Handelsblatt berichtete, WhatsApp-Nutzer würden mit der Nutzung des Dienstes und dem Versenden von Nachrichten und Fotos über den Dienst das Risiko eingehen, dass diese für Werbung genutzt werden. "Bild verschickt - Rechte verschenkt", titelten die Kollegen. Ganz so ist es aber nicht, wie inzwischen klar ist. Wir haben uns die Nutzungsbedingungen von WhatsApp genauer angesehen.

In Wirklichkeit ist die Lage deutlich entspannter, als sie - auch durch unsere Redaktion durch Übernahme der Handelsblatt-Infos - dargestellt wurde. Die Nutzungsbedingungen liegen ausschließlich auf Englisch vor. Angesichts der großen Masse an Nutzern in Deutschland ist das ungewöhnlich und wird in nächster Zeit für die Verbraucherschützer ein Anlass sein, einzuschreiten. In Punkt 5A der Nutzungsbedingungen heißt es:

The WhatsApp Service allows WhatsApp users to submit status text, profile photos and other communications submitted by you, as well as the automatic submission of your “last seen” status (collectively, the "Status Submissions"). These Status Submissions may be hosted, shared, and/or published as part of the WhatsApp Service, and may be visible to other users of the Service who have your mobile phone number in their mobile phone and which you have not expressly blocked.
In diesem Absatz geht es um den Nutzerstatus, also den Status-Text wie "Schlafe", "Unterwegs", "Nicht anrufen", "Bin im Ausland" oder ähnliches sowie das Profilfoto. Diese Infos werden jedem anderen WhatsApp-Nutzer angezeigt, der die Nummer des anderen Nutzers in sein Handy eingespeichert hat.

Nutzungsrechte für WhatsApp? Ja, aber...

Weiter heißt es:

For clarity, direct messages, location data and photos or files that you send directly to other WhatsApp users will only be viewable by those WhatsApp user(s) or group(s) you directly send such information; but Status Submissions may be globally viewed by WhatsApp users that have your mobile phone number on their smartphone, unless the user is blocked by you.
WhatsApp macht hier noch einmal deutlich, dass die so genannten Status Submissons global von jedem anderen WhatsApp-Nutzer gesehen werden können. Anders sieht es mit Fotos und Nachrichten aus. Diese werden ausschließlich an die Nutzer geschickt, für die sie sichtbar sind. Aufgestoßen ist in der Berichterstattung aber wohl der folgende Abschnitt, der - für sich gestellt - leicht missverständlich ist, durch die vorhergehende Definition jedoch vergleichsweise eindeutig ist.
To be clear: you retain all of your ownership rights in your Status Submissions, but you have to have the rights in the first place. However, by submitting the Status Submissions to WhatsApp, you hereby grant WhatsApp a worldwide, non-exclusive, royalty-free, sublicenseable and transferable license to use, reproduce, distribute, prepare derivative works of, display, and perform the Status Submissions in connection with the WhatsApp Service and WhatsApp's (and its successor's) business, including without limitation for promoting and redistributing part or all of the WhatsApp Service (and derivative works thereof) in any media formats and through any media channels.

Vorsicht beim Status und Profilbild - sie sind für jeden sichtbar

Der Nutzer behält also die Rechte an seinem Status, sofern er sie überhaupt besitzt. Gleichzeitig räumt er aber WhatsApp das Recht ein, das Profilfoto und den Onlinestatus zu verwenden und zu reproduzieren. Das gilt ausdrücklich nicht für normale Nachrichten, wie WhatsApp weiter schreibt: "The contents of messages that have been delivered by the WhatsApp Service are not copied, kept or archived by WhatsApp in the normal course of business." Wie "the normal course of business" zu verstehen ist, das wohl am besten mit "im normalen Geschäftsbetrieb" übersetzt werden kann, ist nicht weiter ausgeführt.

Es gilt also - vor allem im Hinblick darauf, dass jedermann der die Nummer kennt, Profilfoto und Text sehen kann - besonders bei diesem öffentlichen Status vorsichtig zu sein, was das Profilbild und die Infos im Status angeht. Theoretisch kann WhatsApp diese Infos auch für andere Zwecke nutzen. Diese Gefahr dürfte bei mehreren hundert Millionen Nutzern jedoch überschaubar sein.

Übrigens: Wem WhatsApp nicht (mehr) gefällt, der kann inzwischen zu zahlreichen Alternativen greifen.

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