Instant-Messanger

WhatsApp archiviert jetzt Gruppenchats

Der Smartphone-Messenger WhatsApp erlaubt es seinen Nutzern nun, Gruppenchats zu archivieren. Bislang konnten diese nur per E-Mail versandt werden. Die Übernahme des Dienstes durch das soziale Netzwerk Facebook wird nun doch von der EU-Kommission geprüft.

EU-Kommission prüft WhatsApp-Übernahme EU-Kommission prüft WhatsApp-Übernahme
Bild: dpa
Der Messaing-Dienst WhatsApp erlaubt es Nutzern ab sofort Gruppenchats zu archivieren. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man die Beta-Version der zukünftigen Facebook-Tochter installiert hat. Bislang war es Nutzern nur möglich, die Gruppe zu verlassen und sie zu löschen. Die einzige Form der Archivierung bestand in der Möglichkeit, sich den Chat per E-Mail zuzuschicken. Wählt der Nutzer nun die Archivierungsoption aus, so verschwindet das Gespräch aus der Liste der Unterhaltungen. Eine Suche nach dem Namen der Gruppe fördert die Unterhaltung aber wieder ans Tageslicht zurück. Wer die Beta-Version von WhatsApp nutzen will, kann diese über die Internet-Seite der Entwickler herunterladen und auf seinem Gerät installieren.

EU-Kommission prüft Übernahme von WhatsApp durch Facebook

EU-Kommission prüft WhatsApp-Übernahme EU-Kommission prüft WhatsApp-Übernahme
Bild: dpa
Das Wall Street Journal hatte vergangene Woche berichtet, dass die EU-Kommission die Mitbewerber des Messaging-Dienstes angeschrieben hat, um ihre Einschätzung zu der Übernahme einzuholen. Mindestens zwei der befragten Firmen fürchten demnach, durch den Dienst aus dem Markt gedrängt zu werden.

Mit der Überprüfung des Kaufes betritt die EU-Kommission relatives Neuland. Zwar hat sie bereits Übernahmen wie die des VoIP-Dienstes Skype durch Microsoft überprüft, das Umfeld der sozialen Medien ist noch recht unerforscht. Persönliche Daten und deren Schutz waren bislang keine größeren Faktoren bei der Prüfung von Übernahmen. Dem Bericht nach sind auch große europäische Netzbetreiber nicht glücklich mit dem Erfolg der Dienste. Sie würden die Infrastruktur der Anbieter nutzen, ohne selbst den gleichen Steuern ausgesetzt zu sein.

Dass die EU-Kommission die Übernahme überhaupt prüft – eigentlich generiert WhatsApp nicht genug Umsatz – liegt daran, dass Facebook selbst um eine Prüfung des Geschäfts gebeten hatte. Das soziale Netzwerk umgeht so einzelne Prüfungen in den verschiedenen Mitgliedsstaaten. Die US-amerikanische Wettbewerbsbehörde FTC hat die Übernahme im April bereits genehmigt. Auch sie ermahnte beide Unternehmen aber, ihre Privatsphäre-Versprechen weiter einzuhalten. In einer Rede in Brüssel im vergangenen Juni sagte die FTC-Beauftragte Julie Brill, dass Regeln zum Schutz der Nutzerdaten in künftigen Überprüfungen von Übernahmen eine entscheidende Rolle spielen könnten.

Mehr zum Thema WhatsApp