Vorsicht

WhatsFuck statt WhatsApp: Angebliche WhatsApp-E-Mails leiten auf Porno-Seite

Die Beliebtheit des Messenger-Dienstes WhatsApp wird erneut genutzt, um Spam-E-Mails zu verschicken. Statt zu verpassten Nachrichten, führt ein Link Nutzer auf eine Porno-Seite. Wir sagen, wie Sie die Spam-E-Mails erkennen können.
Von Rita Deutschbein
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Drei Stück trudelten allein am Wochenende im Redaktions-Postfach von teltarif.de ein - E-Mails, die auf angeblich nicht zustellbare WhatsApp-Nachrichten hinwiesen. Seltsam, denn dieses Postfach steht in keiner Verbindung mit einem WhatsApp-Account und der Smartphone-Messenger-Dienst informiert seine Nutzer nicht per E-Mail über verpasste Mitteilungen. Bei den E-Mails handelt es sich um eine neue Spam-Welle, die sich die Beliebtheit des Messenger-Dienstes zunutze machen will.

Der Betreff der E-Mails ist abgesehen von den Namen der angeblichen Sender der verpassten WhatsApp-Nachricht immer identisch. "WhatsApp Nachricht von XYZ" steht in der Betreffzeile, wobei der Name in allen drei Fällen deutscher Herkunft war. Als Absenderadresse wird zustellung@wahtsappnr.com angegeben - eine Adresse, die auf den ersten Blick wenig verdächtig erscheint.

Wird die E-Mail geöffnet, werden Nutzer darüber informiert, dass eine Nachricht nicht zugestellt werden konnte: "Hallo, eine WhatsApp-Nachricht von XYZ konnte Dir nicht auf Dein Handy zugestellt werden. Klicke hier, um sie zu lesen: [Link] Viele Grüße, Dein Serviceteam", heißt der genaue Wortlaut. Folgt der Empfänger dem Link, wird es schmuddelig. Denn dieser führt ohne Umschweife auf eine Porno-Webseite.

Link führt nicht zu WhatsApp, sondern zu WhatsFuck

WhatsFuck statt WhatsApp: Angebliche E-Mails von WhatsApp leiten Nutzer auf Porno-WebseiteWhatsFuck statt WhatsApp: Neue Spam-Welle führt zu Porno-Seite Die Kollegen von Mimikama haben weitergeforscht und herausgefunden, dass die Porno-Seite den Namen "WhatsFuck" trägt. Prominent auf der Startseite prangt ein Banner mit gespiegeltem WhatsApp-Logo, das Nutzer auffordert, sich mit Namen, Geburtsdatum und Postleitzahl einzuloggen. Erst dann - so der Hinweis - können sie die verpasste Mitteilung abrufen.

Im Kleingedruckten werden aufmerksame Besucher der Seite darüber informiert, um was es bei "WhatsFuck" in Wahrheit geht. "Unsere Webseite verfügt über tausende Mitglieder aus Deutschland, die alle NUR auf der Suche nach unverbindlichen sexuellen Treffen sind", heißt es beispielsweise. Und um alles noch schlimmer zu machen, können Unbedarfte auch in eine Kostenfalle tappen. "Es werden sowohl kostenlose Dienste als auch kostenpflichtige Dienste angeboten", so die Betreiber der Seite.

Masche ist nicht neu

Neu ist das Vorgehen, den Namen WhatsApp für Spam-Nachrichten zu nutzen, nicht. Bereits Anfang des Jahres haben wir vor über WhatsApp versendeten Porno-Spam gewarnt. Damals wurden die Nachrichten allerdings direkt über den Smartphone-Messenger verschickt. Die Mitteilungen trieften jedoch vor Rechtschreibfehlern, falsch gesetzten Apostrophen sowie doppelten Leerzeichen und waren daher vergleichsweise schnell als Spam zu enttarnen.

Beim aktuellen Fall haben sich die Drahtzieher mehr Mühe gegeben. Abgesehen von dem fehlenden Bindestrich im E-Mail-Betreff gibt es keine Fehler in der Nachricht. Selbst an die Großschreibung bei der direkten Anrede innerhalb der Nachricht haben die Versender sich gehalten. Trotz allem haben die E-Mails aber den gleichen Hintergedanken wie die WhatsApp-Nachrichten vom Beginn des Jahres: Sie wollen Nutzer auf ominöse Webseiten locken und dort Daten abgreifen.

Nutzer, die solche Nachrichten erhalten haben, sollten diese löschen und dem Link in der Mitteilung keinesfalls folgen. Wie bei allen seltsam erscheinenden E-Mails sollten Nutzer sich fragen, ob es einen Grund für den Versand einer solchen Nachricht gibt. Kann WhatsApp überhaupt diese E-Mail-Adresse haben und ist es gang und gäbe, solche Mitteilungen zu verschicken? Auch ein Blick auf den Absender verrät in der Regel schon, ob die Nachricht geöffnet werden oder doch eher im Papierkorb landen sollte.

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