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Welttag des Fernsehens: Linear ist out

Heute ist Welttag des Fernsehens. Doch stellt sich immer mehr die Frage, ob das Medium in der klassischen Form überhaupt noch eine Zukunft hat.
Von Paul Miot-Paschke
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Am heutigen 21. November ist Welttag des Fernsehens. Erinnern soll der Tag an das erste Weltfernsehforum der Vereinten Nationen im Jahr 1996. Doch besonders in letzter Zeit stellt sich immer mehr die Frage, ob das klassische Fernsehen überhaupt eine Zukunft hat.

Streaming statt 20.15 Uhr

Das klassische Fernsehen scheint an Beliebtheit zu verlieren. (Symbolfoto)Das klassische Fernsehen scheint an Beliebtheit zu verlieren. (Symbolfoto) Eine entscheidende Rolle spielen Streaming-Dienste. Hatten Zuschauer früher fast keine andere Wahl, als sich beispielsweise zum Hauptprogramm um 20.15 Uhr vor dem Fernseher zu versammeln, liefern heute Mediatheken und Co. Abhilfe und lösen somit den Konflikt zwischen interessantem Content und zeitlicher Bindung. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) hat eine aktuelle Statistik zum Fernsehverhalten von Video-Streamern veröffentlicht, nach der 51 Prozent der befragten der Aussage zustimmten, durch Video-Streaming weniger klassisches Fernsehen zu schauen. Ganze 72 Prozent bejahten, dass sie sich weniger unter Druck setzen, um bestimmte Sendungen zu schauen, da sie sich diese als Video-Stream anschauen könnten. 35 Prozent stimmten der Aussage zu, Video-Streaming als Ersatz für klassisches Kabel-, Satellit- und Antennen-Fernsehen zu nutzen. 25 Prozent der Befragten bejahten die Aussage, sich vorstellen zu können, künftig nur noch Video-Streaming zu nutzen und komplett auf das klassische Standardfernsehen zu verzichten.

Youtube und Co. als Fernsehen der jungen Generation?

Auch nicht zu vernachlässigen ist der Einfluss von YouTube auf die jüngere Generation. Einer Prognose des Statistikportals Statista zufolge werden in diesem Jahr 67 Prozent der befragten 10- bis 19-Jährigen täglich die Videoplattform nutzen. Für das Jahr 2015 kam das Statistikportal auf einen Wert von 60 Prozent.

Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF haben außerdem unter dem Namen Funk am 1. Oktober diesen Jahres ein Online-Angebot für die junge Zielgruppe gestartet, welches nicht im linearen Programm integriert ist, sondern auf Facebook, Youtube und Co. stattfindet. Auf Funk sind wir in einem anderen Artikel genauer eingegangen.

Bitkom kommt im Rahmen der aktuellen statischen Erhebung zu dem Ergebnis, dass sich besonders unter jüngeren Streamern zwischen 14 und 29 Jahren der TV-Konsum zugunsten der Video-Angebote im Internet entwickelt hat. Denn in dieser Altersklasse gaben 63 Prozent der Video-Streaming-Nutzer an, weniger klassisch fernzusehen, seit sie Videos auch im Internet streamen.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Sehgewohnheiten weiter entwickeln und welche Schlüsse die Sender daraus ziehen werden.

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