Warnung

Online-Betrugsmaschen lauern beim Weihnachts-Shopping

Produkte, die bezahlt sind, aber nie beim Kunden ankommen, oder abgefischte Kreditkartendaten - im Internet machen Kriminelle ihr Geschäft. Oft zu Lasten der Verbraucher. Experten warnen kurz vor dem Weihnachtsgeschäft.
Von dpa /
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Bei Fake-Shops ist Aufmerksamkeit gebotenBei Fake-Shops ist Aufmerksamkeit geboten Weil Online-Betrugsmaschen immer raffinierter werden, warnen Experten des Landeskriminalamtes (LKA) und der Verbraucherzentrale Niedersachsen die Menschen vor leichtfertigem Shopping im Internet. So würden Betrüger bevorzugt etwa ehemalige Domainnamen von seriösen Shops verwenden, um Nutzer leichter zu täuschen, beschrieb Petra Kristandt, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, ein Phänomen.

Die Zahl der Online-Betrugsfälle, zum Beispiel via Fake-Shops, durch Identitätsmissbrauch oder mittels Mails, sei 2017 gegenüber dem Vorjahr gestiegen, erklärte LKA-Präsident Friedo de Vries. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei landesweit rund 9000 Fälle von Internetkriminalität mit einem Gesamtschaden von 6,7 Millionen Euro. Den Angaben zufolge gingen allein etwa 6000 und damit rund 70 Prozent der Fälle auf Online-Betrug zurück. Im Vorjahr waren es mit knapp 8300 Fällen von Internetkriminalität noch etwas weniger. Vor allem in der Zeit vor Weihnachten erreichten die Verbraucherschützer erfahrungsgemäß viele Anfragen, ergänzte Petra Kristandt.

Betrug zu durchschauen ist teils schwierig

"Daher ist es wichtig, dass Verbraucher digitalen Angeboten gegenüber skeptisch sind, Angaben überprüfen und sensible Daten nicht leichtfertig übermitteln - auch dann nicht, wenn vermeintliche Freunde darum bitten", erklärte Kristandt. Die Verbraucherzentrale berät regelmäßig Opfer von Online-Betrug und gibt Tipps zur Prävention. Betrug zu durchschauen, sei teils schwierig.

Um gefälschte Online-Shops zu enttarnen, sollten Verbraucher genau hinschauen. Ein Indiz für einen Fake könne sein, dass ein Gütesiegel nur als Bild auf einer Internetseite auftaucht, sagte Kristandt. Bei seriösen Seiten könnten Nutzer das Gütesiegel anklicken und erhielten weitere Informationen. Misstrauisch sollten Verbraucher auch werden, wenn es nur eine einzige Möglichkeit zum Bezahlen der bestellten Waren gibt - etwa per Kreditkarte, Vorkasse oder Sofortüberweisung.

Auch bei Scham: Immer Anzeige erstatten

Die Kriminellen haben es zudem häufig auf Kreditkartendaten von Nutzern abgesehen. Aber auch sensible Daten wie der vollständige Name samt Adresse, Handynummer und Bankverbindung werden oft missbraucht. Die Verbraucherzentrale-Geschäftsführerin rät unter anderem: "Keine Bankgeschäfte über öffentliche Netzwerke!" Wer kurz während einer Bahnfahrt eine Überweisung tätige, riskiere, dass Kriminelle die Daten über das nicht verschlüsselte Netzwerk abgreifen. Eine Drittanbietersperre kann zudem vor teuren Abonnements schützen.

"So, wie man die Haustür oder das Fahrrad abschließt, muss man auch seinen digitalen Zugang sichern", betonte de Vries. Dazu gehörten auch regelmäßige Sicherheitsupdates am Computer zu Hause. Auch sichere Passwörter spielten eine wichtige Rolle. Betroffene sollten außerdem ihr Schamgefühl überwinden und bei einer Cybertat Anzeige erstatten, schilderte der LKA-Präsident. Dadurch erhielten die Ermittler der zwölf Cybercrime-Forces im Land einen Überblick über die jeweilige Größenordnung und könnten neue Phänomene entlarven. Denn, auch wenn der Schaden im Einzelfall gering ist, könne ein Online-Fake-Shop viele Verbraucher schädigen, erklärte de Vries.

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