Betriebssystem

webOS: Frühere Palm-Software kommt ins Auto

Nach Smartphones, Tablets und Smart-TV-Geräten soll webOS künftig auch in Autos zum Einsatz kommen. Der LG-Partner Luxoft stellt das Projekt auf der CES in Las Vegas vor.
Von der CES aus Las Vegas berichtet
AAA
Teilen (7)

Das webOS-Betriebs­system wurde ursprüng­lich von Palm entwi­ckelt, um mit Smart­phones noch einmal neu durch­zu­starten. Die Geräte verkauften sich schlecht, sodass das Projekt an HP verkauft wurde. HP wiederum hat zwar neue Smart­phones und ein Tablet mit webOS entwi­ckelt, dem Verkauf aber nicht einmal ansatz­weise eine Chance gegeben. Die bereits produ­zierten Geräte wurden zu Ramsch­preisen abver­kauft.

Nun trat LG auf den Plan, das den webOS-Kernel für Smart-TV-Geräte verwenden wollte. Die Koeraner waren damit erfolg­reich, denn immerhin sind mitt­ler­weile welt­weit mehr als 60 Millionen smarte Fern­seher im Einsatz, auf denen quasi der Nach­folger der früheren Palm-Soft­ware läuft. Doch für webOS gibt es weitere Pläne. So will der LG-Partner Luxoft die Soft­ware in Kraft­fahr­zeuge bringen.

Start im Früh­jahr

Luxoft will webOS ins Auto bringen
Luxoft will webOS ins Auto bringen
Eine erste Ankün­di­gung für webOS Auto gab es schon im Herbst vergan­genen Jahres. Jetzt stellt Luxoft das Projekt auf der Consumer Elec­tro­nics Show (CES) in Las Vegas einer brei­teren Öffent­lich­keit vor. Ab Früh­jahr 2019 soll es dann richtig losgehen, wobei sich Luxoft noch nicht in die Karten schauen lässt, welche Fahr­zeuge in welcher Form mit webOS Auto ausge­stattet sein werden.

Nach eigenen Angaben gibt es eine Zusam­men­ar­beit mit mehreren OEMs, die die Soft­ware imple­men­tieren wollen. Die Namen dieser Partner will das Unter­nehmen erst bekannt­geben, wenn das Projekt startet. Aller­dings gibt Luxoft auf der CES schon einen kleinen Einblick zu den Content-Part­nern, die auf der webOS-Auto-Platt­form mit ihren Diensten verfügbar sein sollen.

Erste Part­ner­dienste bereits bekannt

Von Here soll beispiels­weise eine Navi­ga­tions-Soft­ware ange­boten werden, während Spotify für musi­ka­li­sche Abwechs­lung auf Auto­fahrten sorgen soll. Auch Netflix will Luxoft auf der Platt­form anbieten - wohl vor allem für Mitfahrer auf dem Rück­sitz, da der Fahrer bei einem derar­tigen Bewegt­bild­an­gebot zu stark abgelenkt sein könnte. Im Zeit­alter des auto­nomen Fahrens ließe sich der Video-Strea­ming­dienst dann auch auf der vorderen Sitz­reihe nutzen. Auch Amazon Alexa ist an Bord, um das System sprach­ge­steuert nutzen zu können.

Als Vorteil von webOS Auto stellte Luxoft im Gespräch mit teltarif.de den "Single Sign On" heraus. Das heißt, ein einziger Login genügt, um alle Dienste nutzen zu können, die der jewei­lige Anwender in seinem Profil gespei­chert hat. Durch den Zugriff auf webOS und seine Cloud-Services-Platt­form sollen aber auch die Auto­her­steller die Möglich­keit bekommen, die im Fahr­zeug verfüg­baren Dienste best­mög­lich auf die Bedürf­nisse der Kunden anzu­passen.

Teilen (7)

Mehr zum Thema Auto