Handy-Uhr

watchOS 7 ausprobiert: Neue Featu­res für die Apple Watch

Mit watchOS 7 steht ein neues Betriebs­system für die Apple Watch zur Verfü­gung. Wir haben Umstieg und Nutzung mit einem älteren Smart­watch-Modell getestet.

Ein weiteres Feature, das wir nicht auspro­bieren konnten, ist die Fami­lien­kon­figu­ration. Diese ist eben­falls ab der Apple Watch Series 4 und ausschließ­lich für Modelle mit Mobil­funk-Schnitt­stelle verfügbar. Damit kann beispiels­weise die gesamte Familie (bis zu sechs Personen) Apple Watches nutzen, die über das gleiche iPhone admi­nis­triert werden. Die wech­sel­weise Nutzung mehrerer Apple Watches an einem iPhone war auch bisher schon möglich. Das war aber jeweils zur Nutzung durch den Besitzer des iPhone gedacht. Bei der Fami­lien­kon­figu­ration bekommen die Uhren eigene Rufnum­mern und eine auf den jewei­ligen Anwender zuge­schnit­tene Konfi­gura­tion.

Kinder erhalten so eine eigene Handy­nummer über die Apple Watch, auf der sie aber "nur" eigene Benach­rich­tigungen und nicht die für den Besitzer des iPhone gedachten Noti­fika­tionen erhalten. So sollen Fami­lien­mit­glieder auch ohne iPhone mit den Eltern, Freunden und Bekannten in Verbin­dung bleiben. Dabei kann auch das Tracking der jewei­ligen Uhren akti­viert werden. Das mag für Eltern prak­tisch sein, ist aber daten­schutz­recht­lich zumin­dest bedenk­lich. Neue App für Schlaftracking Neue App für Schlaftracking
Foto: teltarif.de

Native Apps noch Mangel­ware

Das größte Problem für die Fami­lien­kon­figu­ration dürfte aber sein, dass die meisten Apps auf der Uhr nach wie vor nicht ohne das iPhone auskommen. Während der Radioplayer.de bereits eine direkt auf der Uhr laufende App anbietet, gibt es das bei TuneIn Radio oder Radio.de noch nicht. Bei Apple Music ist die Funk­tion schon seit zwei Jahren verfügbar. Spotify beginnt gerade erst mit Tests. WhatsApp - nach wie vor der belieb­teste mobile Messenger - kann eben­falls nicht nativ auf der Apple Watch genutzt werden.

Die bessere Alter­native könnte die Anschaf­fung eines gebrauchten iPhone oder eines iPhone SE (2020) sein, mit dem der Nach­wuchs auch den kompletten Funk­tions­umfang eines Smart­phones zur Verfü­gung hat. Die Idee von Apple, die Smart­watch auch als allei­niges Gerät für bestimmte Nutzer­gruppen zu defi­nieren, ist sicher zukunfts­wei­send. Aktuell sind die Handy-Uhren dazu aber nur bedingt geeignet. Nicht zuletzt fehlen - selbst in den aktu­ellen Apple Watches - die Unter­stüt­zung für GSM und Inter­national Roaming. Abseits der LTE- und UMTS-Abde­ckung und im Ausland sind die Stan­dalone-Uhren damit nutzlos, wenn sie nicht zufällig mit einem WLAN-Netz verbunden sind. Hinweis zum Batteriezustand Hinweis zum Batteriezustand
Foto: teltarif.de

Entwickler reagieren

Immerhin: Die App-Entwickler entde­cken allmäh­lich die Möglich­keiten, die Apple ihnen an die Hand gibt. So ist Spotify nicht das einzige Beispiel für eine App, die neuer­dings (zumin­dest für erste Kunden) auch nativ und ohne verbun­denes iPhone auf der Apple Watch funk­tio­niert. Das klappt jetzt auch bei der Version 2.0 von Lyd, einer Steue­rungs-App für Sonos-Laut­spre­cher­sys­teme.

watchOS 7 hinter­lässt einen guten Eindruck. Die Firm­ware läuft auch auf älteren Smart­wat­ches von Apple sehr stabil und flüssig. Weniger gefallen hat nur, dass Apple Force Touch auch für Uhren, die das Feature hard­ware­seitig beherr­schen, mit dem Update deak­tiviert hat. Schade ist auch, dass einige Funk­tionen mit den ältesten unter­stützten Uhren nicht nutzbar sind. Der Hersteller will aber natür­lich den einen oder anderen Kunden auch für den Kauf neuer Hard­ware gewinnen. Wie berichtet hat Apple in diesem Jahr sogar zwei neue Vari­anten der Apple Watch vorge­stellt.

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