Schwarze Schafe

WhatsApp Gold Edition: Malware statt Premium-Features

Wir berichten darüber, was nach der Installation der vermeintlichen WhatsApp Gold Edition wirklich passiert. Zudem informieren wir darüber, das betroffene Nutzer tun können.

Android-Nutzer sollten sich vor der WhatsApp Gold Edition hüten Android-Nutzer sollten sich vor der WhatsApp Gold Edition hüten
Montage: teltarif.de
Im Internet kursieren immer wieder angeblich exklusive Versionen des beliebten Smartphone-Messengers WhatsApp, die eine verbesserte Benutzeroberfläche oder zusätzliche Features bieten sollen. In der Vergangenheit gab es in der Tat Apps wie WhatsApp Plus, die den Leistungsumfang des Chat-Programms erweitert haben. Allerdings gibt es auch schwarze Schafe, wie das aktuelle Beispiel der WhatsApp Gold Edition zeigt.

Angeblich handelt es sich hier um eine besonders exklusive Messenger-Variante die bislang Prominenten vorbehalten war und nur aufgrund eines Leaks überhaupt in die Öffentlichkeit gelangt ist. So wird auch die Tatsache erklärt, dass der vermeintliche Messenger nicht über den Google Play Store zu finden ist. Interessenten müssen stattdessen eine Installationsdatei (APK) für Android-Smartphones herunterladen, auf ihrem Handy die Nutzung "unbekannter Quellen" erlauben und so überhaupt erst die Installation des angeblichen Premium-Messengers ermöglichen. Wie das Onlinemagazin Deccan Chronicle berichtet, handelt es sich bei der WhatsApp Gold Edition aber nicht etwa um eine WhatsApp-Variante mit besonders exklusiven Features. Stattdessen wird den gutgläubigen Kunden ein Malware-Paket untergeschoben, das es Hackern ermöglicht, die Kontrolle über das infizierte Smartphone zu übernehmen und von diesem Daten abzugreifen. Die WhatsApp Gold Edition, die es ausschließlich für Android-Geräte gibt, sollte daher auf keinen Fall installiert werden.

Schon installiert? Handy zurücksetzen - Passwörter ändern!

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Interessenten, die den Messenger bereits auf ihrem Handy aufgespielt haben, kann derzeit nur geraten werden, das Smartphone auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen und von Grund auf neu zu installieren. Die Zugangsdaten aller Accounts, die auf dem Handheld genutzt wurden, sollten zudem umgehend geändert werden, da es nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Hacker diese Daten längst ausgelesen haben.

Hin und wieder tauchen in der Tat WhatsApp-Tools fremder Entwickler auf, die sich durch einen erweiterten Funktionsumfang auszeichnen. So firmiert ein WhatsApp-Plus-Nachfolger jetzt unter dem Namen GBWhatsApp. Dabei gilt es zu bedenken, dass diese Anwendungen nicht von WhatsApp autorisiert wurden und der Messenger-Betreiber in der Vergangenheit auch schon Accounts von Kunden gesperrt hat, die solche Fremd-Programme verwenden. WhatsApp selbst ist aber ebenfalls bemüht, immer wieder neue Features bei seinem Messenger anzubieten. So wurden erst vor wenigen Wochen native Clients für den Windows-PC und für den Mac veröffentlicht. Bereits im Testbetrieb befindet sich eine Video-Chat-Funktion, die vermutlich in den kommenden Wochen auch für die Nutzer freigegeben wird. Teilnehmer am geschlossenen Beta-Programm hatten bereits Screenshots von WhatsApp Video Call veröffentlicht.

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