Internet-Tunnel

VPN: Der sichere Tunnel für die Internet-Verbindung

Das Virtual Personal Network wird auch für Privatnutzer interessant
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa

Manchmal braucht es einen Tunnel für eine sichere Verbindung von A nach B. Das gilt auch im Internet: Um zum Beispiel auf ihr Firmennetzwerk zuzugreifen, nutzen viele Außendienstmitarbeiter eine VPN-Verbindung. VPN - das heißt Virtual Personal Network und ist eine Art Tunnel für die Internet-Verbindung. Auch Universitäten verwenden VPN, gewähren ihren Studenten damit sicheren Zugang ins Netzwerk der Hochschule.

Das VPN bildet von einem entfernten Rechner aus eine verschlüsselte Verbindung zu einem bestimmten Computernetzwerk. Der Rechner, von dem aus auf das Netzwerk zugegriffen wird, ist dann genauso ins Netzwerk integriert, als wäre er lokal mit ihm verbunden. Die Datenpakete können dann über das Internet abhörsicher und verschlüsselt übertragen werden.

VPN biete nennenswerte Vorteile gegenüber einer offenen Kommunikation über das Internet, sagt Jens Tölle vom Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE [Link entfernt] ) in Wachtberg. "Nutzer können sich die VPN-Verbindung wie einen Tunnel vorstellen, der durch den unsicheren Raum des Internets führt."

Kostenlose VPN-Software im Internet verfügbar

Auf diese Weise können sich beispielweise Studenten von außerhalb mit dem Netzwerk ihrer Hochschule verbinden und auf den Uni-Katalog oder andere Recherchemöglichkeiten zugreifen. Der Client, die auf dem zugreifenden Rechner installierte VPN-Software, weist dem Benutzer eine neue IP-Adresse zu, die den Gast quasi zum Uni-Netzwerk gehörend ausgibt. Auch vom Hotel aus ins heimische Netzwerk Auch vom Hotel aus ins heimische Netzwerk
Bild: Bilderbox/Fotolia

Mittlerweile wird VPN auch für Privatnutzer interessant. Es eignet sich unter anderem gut für Gamer, die zusammen über das Netzwerk zusammenspielen möchten. Über das VPN können Zocker heute über die ganze Welt verteilt in einem Netzwerk zusammen spielen und das ohne größeren technischen Aufwand.

Um ein VPN einzurichten, braucht der Nutzer eine Software. Die gibt es in vielerlei Ausführungen kostenlos im Internet als Freeware. Entscheidend ist, dass Server und Client die gleiche Software verwenden. Größere Firmen- oder Uni-Netzwerke bieten zumeist eigene VPN-Programme. Wenn das Netzwerk eingerichtet ist, müssen Nutzer in der Regel nur ein Passwort bestimmen und den Servernamen eingeben, um sich zu verbinden.

Es gibt inzwischen VPN-Lösungen, mit denen auch Einsteiger leicht zurechtkommen. Zum einen den Fritz!-Fernzugang: Die VPN-Variante des Router-Herstellers AVM erlaubt ein einfaches Einrichten der Verbindung. Eine Alternative ist die VPN-Software Hamachi. Die Basic-Version ist kostenlos und so intelligent, dass sie die üblichen VPN-Hürden meist selbstständig nimmt.

Geräte im Netzwerk von jedem Ort aus nutzen

Damit eine Verbindung hergestellt werden kann, müssen beide Rechner online sein. Der VPN-Client arbeitet dezent im Hintergrund und benötigt kaum Rechnerressourcen. Wird der Client etwa auf dem Notebook installiert, besteht die einzige technische Hürde darin, dass der Client die IP-Adresse des Netzwerks, mit dem er sich verbinden will, erkennen muss. Grundsätzlich lässt sich über ein VPN alles im Netzwerk anstellen, was auch in einem realen, physischen Netzwerk möglich ist. Einschränkungen ergeben sich höchstens durch die Client-Geräte.

Ist der Server einmal eingerichtet, lassen sich beispielsweise auch Drucker oder NAS-Geräte von jedem Ort der Welt über ein VPN ansprechen. NAS steht für Network Attached Storage, es geht also einfach um Speicher-Geräte, die man über ein Netzwerk ansprechen kann. Der Nutzer kann im Hotelzimmer seinen Laptop aufklappen, die VPN-Verbindung einrichten und Musik von seinem Heimrechner abspielen. Das empfiehlt sich allerdings nur, wenn beispielsweise ein kostenloser WLAN-Zugang für die Internet-Verbindung genutzt werden kann.