SIP

Tipp: Vodafone-NGN-Anschluss kann auch mobil genutzt werden

Kunden, die bei Vodafone einen Komfort-Anschluss auf NGN-Basis gebucht haben, bekommen auf Nachfrage auch SIP-Zugangsdaten für den Anschluss. Für den Basisanschluss besteht die Möglichkeit nicht. Vodafone begründet dies mit der Notruf-Möglichkeit.
Von Thorsten Neuhetzki
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Wer einen Telefon-Anschluss bei Vodafone bucht, bekommt inzwischen in aller Regel keinen echten Analog- oder ISDN-Anschluss mehr, sondern einen NGN-Anschluss. In diesem Fall wird die Telefonie über die DSL-Leitung realisiert. Provider wie der Mitbewerber easybell werben damit, dass die Telefonie über das Internet mit den entsprechenden Zugangsdaten von allen Internetanschlüssen der Welt aus möglich ist und sehen das als Wettbewerbsvorteil. Vodafone bewirbt diese Möglichkeit nicht - ermöglicht sie vielen Kunden auf Nachfrage aber doch, wie Vodafone jetzt gegenüber teltarif.de bestätigte.

"Wir geben nach wie vor die SIP-Daten auf telefonische Nachfrage heraus", bestätigte ein Vodafone-Sprecher auf Nachfrage unserer Redaktion. Automatisch geschehe das jedoch nicht - und die Möglichkeit besteht auch nicht für alle Kunden. "Beim Basisanschluss geben wir keine Daten heraus."

Ein Telefonanschluss muss für Notrufe einer Adresse zugeordnet werden können

SIP-Daten auf Nachfrage: Vodafone gibt sie bei NGN-Komfort-Anschlüssen herausSIP-Daten auf Nachfrage: Vodafone gibt sie bei NGN-Komfort-Anschlüssen heraus Vodafone begründet die Herausgabe auf Nachfrage mit dem Telekommunikationsgesetz - kurz TKG - das von den Anbietern verlange, Kunden die Möglichkeit gewähren, Notrufe abzusetzen. Dazu müsse ein Anbieter Ortsinformationen von dem Anschluss, von dem der Anruf ausgeht, zu übermitteln. Diese Informationen werden genutzt, um den Notruf zur nächstgelegenen Notrufzentrale durchzustellen und eine schnellstmögliche Hilfe zu gewährleisten. "Aus diesem Grund müssen wir sicherstellen, dass der Kunde unsere Dienstleistung grundsätzlich nur an der Heimatadresse verwendet, die er uns gegenüber angegeben hat."

Erhalte der Kunde nun die SIP-Zugangsdaten vom Kundenservice um den Telefonanschluss auch vom Handy oder mit anderen Routern an anderen Standorten zu nutzen, so kann er zwar normal telefonieren und ankommende Anrufe entgegennehmen, Probleme kann es jedoch beim Notruf geben. Nutzt ein Kunde mit Wohnsitz in Hamburg seine SIP-Daten über ein WLAN in München, wird ein Notruf automatisch in die falsche Notrufzentrale - nämlich nach Hamburg - weitergeleitet. "Dies ist vor allem dann problematisch, wenn der Anrufer der Notrufzentrale nicht mehr mitteilen kann, wo er sich gerade befindet", so der Sprecher. Aus diesem Grund erhalte der Kunde die notwendigen Daten zum Anschluss von anderen Routern als der Easybox nur auf Nachfrage, "damit wir ihn bei der Gelegenheit ausdrücklich auf die Notrufproblematik hinweisen können."

Notruf-Blockade bei Basis-Anschluss befürchtet

Dass es die Daten nur für Kunden mit einem Komfort-Anschluss gibt, begründet Vodafone ebenfalls mit dem Notruf. Beim Basisanschluss nutzt der Kunde nur eine Leitung, beim Komfortanschluss sind es zwei Leitungen. Vodafone befürchtet, dass wenn - bei einem Basisanschluss - der SIP-Zugang von unterwegs genutzt wird, für einen möglichen Notruf zu Hause keine Leitung mehr frei ist. Beim Komfort-Anschluss sieht Vodafone dieses Problem nicht.

Vodafone vermarktet derzeit seinen VDSL-Anschluss zum Preis eines DSL-Anschlusses - zumindest für die Dauer von zwei Jahren. Wie gut Vodafone damit preislich aufgestellt ist, haben wir bereits in der vergangenen Woche in einem Preisvergleich gezeigt. Hier finden Sie auch die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Anschlüsse.

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