Geschäftszahlen

Vodafone verliert weiter Mobilfunk-Kunden

Umsatz und Gewinn aber weitgehend stabil geblieben
Von Susanne Kirchhoff
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Vodafone-Deutschland-CEO Jens Schulte-BockumVodafone-Deutschland-CEO
Jens Schulte-Bockum
Vodafone hat seine Geschäftszahlen für das Jahr 2012 vorgelegt. Der Düsseldorfer Mobilfunkkonzern bezeichnet sich darin selbst als Mobilfunk-Marktführer, verlor aber im vergangenen Jahr weitere Kunden, so dass die Anzahl der Mobilfunkkunden zum Jahresende bei 32,410 Millionen lag. Die Telekom meldet derzeit hingegen knapp 37 Millionen Kunden im Mobilfunk-Segment. Vodafone macht vor allem die Ausbuchung von Prepaid-Teilnehmern, die über längere Zeit inaktiv waren, für das Sinken der Kundenzahlen verantwortlich. Allerdings präsentiert der Netzbetreiber dies als beabsichtigten Effekt des im Prepaid-Geschäft "neu gesetzten Fokus auf wertigere Kunden" und verweist auf den gestiegenen Umsatz pro Kunde und Monat (ARPU). Gemessen am Umsatz im Mobilfunk-Geschäft ist Vodafone mit 34,9 Prozent weiterhin Marktführer, nicht zuletzt, weil die Konkurrenten E-Plus und Telekom weiter mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen haben.

Niedriger Interconnect und Preisdruck machen auch Vodafone zu schaffen

Der Umsatz von Vodafone im Mobilfunk-Segment stieg 2012 im Vergleich zum Vorjahr nur um 1,3 Prozent auf 6,826 Milliarden Euro an. Verantwortlich dafür sei die Absenkung der Terminierungsentgelte im vierten Quartal. Die Bundesnetzagentur hatte im November 2012 das Interconnection-Entgelt auf 1,85 Cent netto festgelegt - und damit fast halbiert. Der Mobilfunk-Service-Umsatz sank im vierten Quartal 2012 daher im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent.

Positiv verläuft laut den Düsseldorfern jedoch weiterhin das Geschäft mit mobilen Datenübertragungen und Firmenkunden. Der Umsatz mit mobilen Daten wuchs um 13,6 Prozent auf 2,035 Milliarden Euro. Dabei wuchs der Smartphone-Anteil unter den Vodafone-Kunden innerhalb eines Jahres um 12 Prozentpunkte auf 35,1 Prozent.

Ganz im Sinne von Vodafones Premium-Strategie verläuft die Nachfrage nach den im Herbst vorgestellten Vodafone-RED-Tarifen. Innerhalb von sechs Monaten haben sich nach Angabe von Vodafone 717 000 Vertragskunden für einen dieser Tarife entschieden.

Schulte-Bockum will auf Restrukturierung und Netzausbau setzen

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von Vodafone lag mit 3,359 Milliarden Euro um 2,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Verantwortlich hierfür macht der Konzern vor allem interne Restrukturierungsaufwendungen sowie nutzungsbedingt höhere Durchleitungsgebühren und leicht gestiegene Ausgaben für die Kundenbindung.

Vodafone-Chef Jens Schulte-Bockum sieht sein Unternehmen aber auf dem richtigen Weg: "Für das Gesamtjahr hat Vodafone Deutschland ordentliche Zahlen vorgelegt - einer empfindlichen Regulierungsentscheidung und immer härterem Wettbewerb zum Trotz. Diesem werden wir uns in Zukunft noch stärker stellen müssen. Das zeigen auch die Zahlen des vierten Quartals. Hierfür machen wir Vodafone jetzt wetterfest: Erneut signifikante Investitionen in unser Netz werden unseren Premiumanspruch beim Kunden kompromisslos unterfüttern. Zugleich wird uns unser geplantes Restrukturierungsprogramm schlanker und effizienter aufstellen."

Im Rahmen eines Sparprogramms will das Unternehmen bis 2015 etwa 500 Stellen abbauen, unter anderem sollen Stellen in der Technik ins Ausland und Service-Mitarbeiter in eine eigene Gesellschaft ausgelagert werden.

Seit April 2012: Vodafone LTE-Abdeckung in Deutschland verdoppelt

Seit Beginn des Geschäftsjahrs 2012/13 hat Vodafone seine LTE-Abdeckung in Deutschland nach eigenen Angaben verdoppelt. Mittlerweile versorge Vodafone mehr als zwei Drittel der deutschen Fläche und so über 50 Millionen Menschen mit dem neuen Mobilfunkturbo. In 160 Städten, darunter alle 81 deutschen Großstädte, seien bereits viele Stadtteile am LTE-Netz.

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