3G

Vodafone schaltet in 2 Jahren UMTS ab - in den Niederlanden

Für Januar 2020 hat Vodafone in den Niederlanden die Abschaltung seines UMTS-Netzes angekündigt. GSM soll parallel zu LTE erhalten bleiben.
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Vodafone Nederland verkündet UMTS-AbschaltterminVodafone Nederland verkündet UMTS-Abschalttermin Vodafone hat einem Bericht von GSM Helpdesk zufolge angekündigt, im Januar 2020 sein UMTS-Netz in den Niederlanden abzuschalten. Die Kunden hätten ab diesem Zeitpunkt nur noch Zugriff auf das GSM- und LTE-Netz des Unternehmens. Für die meisten Anwender habe diese Maßnahme keine Auswirkung, da die UMTS-Endgeräte in der Regel auch Unterstützung für GSM bieten würden und der LTE-Standard zudem eine bessere Performance für den mobilen Internet-Zugang biete.

Für die Abschaltung von UMTS und die Beibehaltung des GSM-Netzes parallel zu LTE habe die Tatsache gesprochen, dass für M2M-Anwendungen oft noch GSM bzw. GPRS und EDGE zum Einsatz kommen. Viele dieser Endgeräte seien für andere Mobilfunkstandards gar nicht ausgelegt. Die Umrüstung wäre für die betroffenen Firmen mit hohen Kosten verbunden.

Einfach-Handys oft nur mit GSM-Unterstützung

Es gibt allerdings auch heute noch einfache Handys, die ausschließlich das GSM-Netz unterstützen. Prominentes Beispiel ist die auf dem Mobile World Congress (MWC) im Frühjahr vorgestellte Neuauflage des Nokia 3310, die zunächst ebenfalls als reines GSM-Handy auf den Markt kam. Erst im Herbst legte der Hersteller HMD Global eine Geräte-Variante mit UMTS-Unterstützung auf.

In Deutschland will sich bislang kein Netzbetreiber auf einen konkreten Abschalttermin für die 3G-Technologie festlegen. Die Telekom räumte allerdings auf einem Pressegespräch im März ebenfalls ein, das GSM-Netz werde die UMTS-Technologie überleben und für die Basisversorgung parallel zu LTE aktiv bleiben. Die für UMTS verwendeten Frequenzen sollen perspektivisch für das 4G-Netz verwendet werden.

"Kleingedrucktes": UMTS kann Ende 2020 abgeschaltet werden

Zumindest im "Kleingedruckten" behält sich die Telekom eine Abschaltung des UMTS-Netzes zum Jahresende 2020 vor. Ob es zu diesem Zeitpunkt wirklich zum Verzicht des Netzbetreibers auf 3G kommt, ist noch offen. Dabei gilt es, die Besonderheit zu berücksichtigen, dass die Nutzer von Discounter-SIM-Karten im Telekom-Netz bislang keinen LTE-Zugang bekommen. Eine UMTS-Abschaltung würde dazu führen, dass diese Klientel mit dem Smartphone faktisch offline ist.

Vorreiter für eine UMTS-Abschaltung in Deutschland könnte - wie in den Niederlanden - Vodafone sein. Das Unternehmen testet seit einiger Zeit an ausgewählten Standorten die Nutzung des 2100-MHz-Bereichs für sein LTE-Netz. Bislang wurde dieses Frequenzband hierzulande für UMTS genutzt. Auch im Vodafone-Netz müssen Discounter-Kunden allerdings bislang ohne LTE-Freischaltung auskommen und sogar der Netzbetreiber selbst bietet mit Easy noch Tarife an, die keinen 4G-Zugang bieten. So schnell wie in den Niederlanden ist die 3G-Abschaltung hierzulande daher wohl nicht zu erwarten.

In einer weiteren Meldung lesen Sie, wie groß der Nachteil der Discounter-Kunden, die auf LTE verzichten müssen, tatsächlich ist.

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