Quartalszahlen

Vodafone: Wachstum in Deutschland trotz Umsatzrückgang

Für Vodafone lief es im vergangenen Geschäftsquartal rosig, allerdings nur in Deutschland. Dort verzeichnet das Unternehmen trotz weltweiter Umsatzrückgänge, starke Zahlen und einen neuen Rekord beim Netzausbau.
Von Dominik Haag / dpa
AAA
Teilen (7)

VodafoneGute Zahlen für Vodafone in Deutschland. Der britische Telekomkonzern Vodafone hat vor der milliardenschweren Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Der Umsatz fiel im ersten Geschäftsquartal (Ende Juni) im Vergleich zum Vorjahr um knapp fünf Prozent auf 10,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen heute in London mitteilte. Vor allem in Indien hat das Unternehmen mit stärkerer Konkurrenz zu kämpfen. Dabei spielten aber auch Wechselkurseffekte und neue Bilanzierungsvorschriften eine Rolle. Gewinnzahlen veröffentlicht Vodafone nur halbjährlich. Doch in einem Land könnte es kaum besser laufen.

Weniger Prepaid-Karten wegen Anti-Terror-Gesetze

Deutschland ist der wichtigste Einzelmarkt der Briten, hier lief das Geschäft besser. Die Umsätze stiegen um 2,4 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, im Mobilfunkservice gab es ein Plus von 1,7 Prozent. 258 000 neue Mobilfunk-Vertragskunden sorgten somit für das höchste Wachstum im Mobilfunkgeschäft seit fünf Jahren. Allerdings geht im Mobilfunkgeschäft die Anzahl der Prepaid-Karten zurück, was vor allem an der neu eingeführten Ausweispflicht im Rahmen der Anti-Terror-Gesetze liegt. Dieses erschwert den Kartenkauf für die Kunden.

Doch auch das Vodafone-Netz wächst durch den LTE-Ausbau. "Die Schlagzahl beim Ausbau bleibt weiter hoch: Derzeit bringen wir alle drei Stunden eine neue LTE Station ans Netz", so Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter. Das Geschäft mit dem Festnetz könnte ebenfalls fast nicht besser laufen, denn dieses ist durch das gute Wachstum bei Kabel und DSL im ersten Quartal um 3,4 Prozent angestiegen.

Für ein noch größeres Wachstum in dem Bereich dürfte die Übernahme von Liberty Global sorgen. Im Mai hatte sich Vodafone mit dem US-Kabelriesen für einen Preis von 18,4 Milliarden Euro auf die Übernahme großer Teile von dessen europäischem Netz geeinigt, dazu zählt in Deutschland Unitymedia. Konkurrenten wie die Deutsche Telekom kritisieren, die Übernahme verringere den Wettbewerb.

Doch auch bei Vodafone ist nicht alles Gold, was glänzt. In einer weiteren Meldung berichten wir, womit das Unternehmen zuletzt die Verbraucherschützer gegen sich aufgebracht hat.

Teilen (7)

Mehr zum Thema Quartalszahlen