Netztest

Mobiles Internet im Netz von Voda­fone im Test

Im Frühjahr waren wir knapp zwei Monate unterwegs, um die Internet-Performance in den deutschen Mobilfunknetzen zu testen. Heute berichten wir über unsere Erfahrungen im Vodafone-Netz.

Ein besonders schlechtes Ergebnis hatten wir in der Innenstadt von Würzburg erzielt, wo wir bei Downloads trotz gutem LTE-Empfang nur 800 kBit/s erreicht haben. Bei Uploads waren immerhin 3,7 MBit/s möglich und die Pingzeiten waren mit durchschnittlich 23 ms recht gut. Eindeutig überlastet war das Netz auch während unseres Tests am Braunschweiger Hauptbahnhof. 3,3 MBit/s im Downstream und 9,9 MBit/s im Upstream sind selbst für Videostreaming noch ausreichend, zeigen aber dennoch, dass das Netz hier den gestiegenen Anforderungen nicht gerecht wird. In Braunschweig waren auch die Ansprechzeiten mit 30 ms eher schlecht.

Wenig überzeugend waren auch die Testergebnisse in Offenbach am Main. Downloads waren mit 2,3 MBit/s möglich, bei Uploads waren 5 MBit/s möglich. Immerhin waren die Pingzeiten mit 22 ms recht gut. Kurios: Am Hauptbahnhof von Fulda in Osthessen hatten wir anstelle von LTE nur UMTS zur Verfügung. Die Datenübertragungsraten waren aber mit 20 MBit/s im Downstream und 4,2 MBit/s im Upstream recht gut. Auch die Ansprechzeiten um 33 ms sind für 3G-Verhältnisse ordentlich.

Probleme in Grenznähe und auf dem Land

Die Spitzenwerte aus dem vergangenen Jahr haben wir dieses Mal nicht erreicht Die Spitzenwerte aus dem vergangenen Jahr haben wir dieses Mal nicht erreicht
Foto: teltarif.de
Im östlichen Bodenseeraum konnte das LTE-Netz von Vodafone im Test nicht überzeugen, auch wenn die Datenraten noch auf dem Niveau durchschnittlicher ADSL-Anschlüsse im Festnetz lagen. In Lindau haben wir bei schwachem 4G-Empfang 5,6 MBit/s im Downstream und 6 MBit/s im Upstream gemessen und die Pingzeiten lagen bei 29 ms. Kaum schneller war das Netz während der Fachmesse HAM Radio auf dem Friedrichshafener Messegelände. Hier haben wir bei Downloads 6,9 MBit/s und bei Uploads 8,6 MBit/s gemessen. Die Reaktionszeiten lagen bei knapp unter 30 ms.

Wirklich problematisch wird es für Vodafone-Kunden nach wie vor, wenn sie - vornehmlich in ländlichen Regionen - nur das GSM-Netz und demnach einen EDGE-basierten Internet-Zugang zur Verfügung haben. Sowohl in Biebergemünd-Bieber im hessischen Spessart als auch in Gaggenau-Ottenau im Schwarzwald (etwas außerhalb auf dem Parkplatz eines Ausflugslokals) waren wir unter diesen Umständen faktisch offline. Selbst Textnachrichten in Messengern ließen sich kaum noch übertragen.

LTE jetzt auch für otelo-Kunden

Mobilfunktarife, bei denen die Kunden auf den Zugang zum LTE-Netz verzichten müssen, sind nicht mehr zeitgemäß. Bei Discountern im Vodafone-Netz sind entsprechende Preismodelle aber nach wie vor eher die Regel als die Ausnahme. Einzig otelo-Kunden mit höherwertigen Allnet-Flatrates haben die Möglichkeit, eine Highspeed-Option zu buchen, mit der auch die LTE-Freigabe verbunden ist.

Zusammenfassen kann man sagen: Die Datenraten sind im Vodafone-Netz im Durchschnitt niedriger als im vergangenen Jahr, wobei der Internet-Zugang vor allem in Städten und Ballungsgebieten noch sehr gut ist. In ländlichen Regionen muss Vodafone mehr machen, um die noch immer klaffenden Lücken bei der mobilen Breitband-Versorgung zu schließen.

Natürlich haben wir nicht nur das Mobilfunk-Netz von Vodafone getestet, sondern auch die Netze der anderen beiden Netzbetreiber. In einer weiteren Meldung finden Sie unsere Zusammenfassung zum Netztest 2018.

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