Mobiles Internet

Test im Vodafone-Netz: Ist der Verzicht auf LTE wirklich so schlimm?

Wir waren mit Vertragskarten von Vodafone und 1&1 unterwegs, um den mobilen Internet-Zugang zu testen. Dabei sind wir vor allem der Frage nachgegangen, wie schmerzlich der fehlende LTE-Zugang für 1&1-Kunden in der Praxis ist.
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Vodafone-Test mit und ohne LTE-ZugangVodafone-Test mit und ohne LTE-Zugang Für den mobilen Internet-Zugang ist heutzutage das LTE-Netz Standard. Allerdings gibt es nach wie vor Tarife, in denen der Zugang zum 4G-Netz nicht möglich ist. So führt o2 zum 5. Oktober sogar neue Verträge ein, bei denen nach Verbrauch des monatlichen Highspeed-Inklusivvolumens der LTE-Zugang abgeschaltet wird.

Andere Nutzer haben vielleicht noch ein Smartphone in Betrieb, das noch nicht LTE-Standard unterstützt. Doch wie schlimm ist es in der Praxis, auf LTE zu verzichten? Ich habe in den vergangenen Wochen den Selbstversuch unternommen und auf Reisen durch Hessen und Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen eine Original-Vodafone-SIM und einen 1&1-Vertrag im Vodafone-Netz verwendet. Dabei kamen ein Apple iPhone SE und ein iPhone 6S Plus zum Einsatz.

Mit Netzbetreiber-Vertrag großflächige LTE-Abdeckung

Mit dem Vodafone-Vertrag war erwartungsgemäß fast überall das 4G-Netz verfügbar. Dabei machte es keinen Unterschied, ob ich in Städten und Ballungsgebieten, auf Autobahnen oder Bundesstraßen unterwegs war. Dabei war der mobile Internet-Zugang in der Regel sehr gut, auch wenn mancherorts die Datenraten im Upstream höher als die Downstream-Werte waren, was auf Überlastungen der Online-Verbindung hindeutet.

Auch auf längeren Strecken - etwa auf den Autobahnen A66 und A3 durch das Rhein-Main-Gebiet oder aber im Berliner Stadtgebiet - war die Datenverbindung so stabil, dass nicht nur Musik-Streaming-Dienste wie Spotify und Apple Music, sondern auch lineare Webradio-Programme ohne Aussetzer gehört werden konnten. Das ist nur möglich, wenn eine fast unterbrechungsfreie Highspeed-Datenverbindung verfügbar ist.

1&1: Lücken im mobilen Breitbandnetz

Bei Verwendung der 1&1-Karte war der Internet-Zugang dagegen vielerorts eher schlecht und schon gar nicht war es möglich, bei längeren Strecken auf der Autobahn oder Bundesstraße Streaming zu nutzen. Grund: Das UMTS-Netz von Vodafone war nicht verfügbar, was beim Original-Netzbetreiber-Vertrag dank LTE-Freischaltung nicht ins Gewicht fiel. Mit 1&1 hatte ich dagegen oft nur EDGE oder sogar GPRS zur Verfügung, so dass der mobile Internet-Zugang faktisch unbrauchbar war.

Selbst im Umfeld großer Städte war der UMTS-Empfang oft nur schlecht, während LTE an gleicher Stelle ein starkes Signal bot. Das heißt nun aber nicht zwingend, dass von einem Vodafone-Discounter-Tarif ohne LTE-Zugang abzuraten ist. Interessenten sollten diese Einschränkungen jedoch bedenken und mit einer Prepaidkarte vor einer langfristigen Vertragsbindung zunächst die Funkversorgung an den Orten testen, an denen sie sich überwiegend aufhalten.

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