Auswertung

Vodafone: 225 TB Daten auf 50 Festivals übertragen

Vodafone hat sich in diesem Jahr die Versorgung der Festivals auf die Fahnen geschrieben und jetzt eine Auswertung vorgelegt. Demnach wurden die Netze intensiv von den Festivalbesuchern genutzt.
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Mobile Sender wie hier auf einer Kirmes versorgen auch Festival-GeländeMobile Sender wie hier auf einer Kirmes versorgen auch Festival-Gelände Vodafone hat sich seit einiger Zeit auf die Fahnen geschrieben, intensiv über das eigene Netz und vor allem temporäre Erfolge und Spitzenlasten ausführlich zu berichten. Dem ging massive Kritik zahlreicher Kunden am Netz voraus. In diesem Sommer hat Vodafone daher vor allem darauf gesetzt, die Kunden dort zu versorgen, wo ihr Kommunikationsbedarf besonders hoch ist. So standen auch insgesamt 50 Festivals in Deutschland auf der Agenda der Netzwerk-Techniker. Jetzt legt Vodafone eine Bilanz vor.

Festivals haben die Besonderheit, dass sie in aller Regel nicht in Innenstädten oder anderen Event-Locations wie Stadien stattfinden, wo die Netze oftmals schon gut ausgerüstet sind. Zahlreiche Konzert-Wochenenden wie etwa Wacken Open Air finden auf dem "platten Land" statt. Nur für das eine Wochenende würde es sich jedoch für keinen Netzbetreiber rechnen, eine dauerhafte Netzversorgung für mehrere zehntausend Kunden zu errichten - 360 Tage im Jahr würde das Netz kaum genutzt. Entsprechend greifen die Netzbetreiber zu temporären und/oder mobilen Sendern, die entweder (wie im Fall des Karnevals der Kulturen in Berlin) fest an oder in Gebäuden montiert und später wieder abgebautoder auf Anhängern durch Deutschland gefahren werden.

45 mobile Sender unterwegs

Bundesweit waren nach Angaben von Vodafone an jedem Wochenende bis zu 45 mobile Basisstationen eigens für Großveranstaltungen im Einsatz. Ein auf 20 Meter ausfahrbarer Teleskopmast gewährleistete die optimale Netzabdeckung auf jedem Festivalgelände - vor allem, wenn es keine Gebäude zur Montage gibt. Die Sender übertragen UMTS und LTE, der Daten- und Telefonieverkehr wird je nach lokalen Gegebenheiten über Richtfunk oder seltener auch über Glasfaserleitungen abtransportiert.

Den Rekord habe in diesem Jahr das bereits angesprochene Wacken Open Air 2016 aufgestellt. Die 75 000 Besucher dort übertrugen rund 170 Prozent mehr Datenvolumen als 2015, berichtet Vodafone heute. Das waren rund 7700 Gigabyte mehr als im Vorjahr. Über LTE wurden auf dem 220 Hektar großen Gelände sogar 211 Prozent mehr Daten von den Nutzern heruntergeladen und 204 Prozent mehr Daten hochgeladen. Insgesamt waren im Vodafone-Netz 94 Prozent der Heavy-Metal-Fans, die ein Smartphone oder Tablet mitgebracht hatten, via LTE unterwegs, heißt es vom Düsseldorfer Netzbetreiber. Auf allen 50 versorgten Veranstaltungen sei im Vergleich zum Vorjahr die doppelte Datenmenge übertragen worden. Insgesamt nutzten die Besucher der 50 größten Sommer-Festivals ein Datenvolumen von 225 Terabyte.

Datenhunger der Kunden dürfte weiter ansteigen

Vorangegangen war dem Technikeinsatz nach Angaben des Netzbetreibers eine Analyse der Verbindungs- und Nutzungszahlen im Vodafone-Mobilfunknetz vergangener Großveranstaltungen. Alle Daten aus den Vorjahren wurden bei der Planung der Funkkapazität berücksichtigt, damit die zusätzlich benötigte Kapazität temporär bereitgestellt werden konnte. Im kommenden Jahr werden Vodafone wie auch Telekom und Telefónica hier jedoch noch einmal nachlegen müssen. Insbesondere Angebote wie die unlimitierte Tagesflatrate bei der Deutschen Telekom und der neue o2 Free, bei dem nur noch auf 1 MBit/s gedrosselt wird, dürften dazu beitragen, dass der Datenverkehr weiter ansteigt.

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