Mobilfunk

Vodafone will bis 2013 flächendeckend LTE ausbauen

"Versorgung der weißen Flecken ist ein Geschäft"
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Seit Jahren versprechen Deutschlands Politiker, die weißen Flecken auf dem Breitband-Atlas verschwinden zu lassen. Allerdings ist es damit wie mit so vielem anderen, was mal schnell gefordert wird - die Umsetzung ist in der Praxis langwierig und mühsam. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) überraschte Vodafone-Chef Fritz Joussen nun damit, dass die Versorgung der weißen Flächen ein Geschäft sei. Binnen zwölf Monaten sollen die letzten ländlichen Gebiete ohne breitbandigen Internet-Zugang versorgt werden. Nanu?

Vodafone-Chef Fritz JoussenVodafone-Chef Fritz Joussen Die Antwort heißt LTE. Mit dem neuen Standard der 4. Generation im Mobilfunk sollen die Lücken geschlossen werden. Vodafone will in den nächsten drei Jahren sein gesamtes Netz mit LTE aufrüsten. An jeder GSM-Basisstation soll neue Technik für LTE eingebaut werden - beginnend in den bisher unterversorgten Regionen. Für das schnelle neue Funknetz sollen auch Frequenzen mit 800 Megahertz verwendet werden, die Vodafone im Mai ersteigert hat. Die Reichweite entsprechender Basisstationen ist bei niedrigeren Frequenzen größer und die Gebäudedurchdringung besser. Auf diese Weise will Vodafone Datenraten von 5 MBit/s auf dem flachen Land und bis zu 70 MBit/s in Städten erreichen.

Wer schnell ausbaut, macht das Geschäft

Wer jetzt in diesem Bereich investiere und schnell aufbaue mache das Geschäft, erklärt Joussen. Der Vorteil im Mobilfunkbereich sei, dass es hier nicht die Monopolstrukturen wie im Festnetz gebe und die Margen deutlich besser wären als im Festnetzgeschäft. Auf die Frage, ob der Ausbau des Festnetzes nun hinter dem Mobilfunk zurückstehen müsse, antwortete Joussen, dass Vodafone das Festznetz nicht vernächlässigen werde, aber die Mittel derzeit stärker auf den Mobilfunk konzerntriere. Weil die Wettbewerber im Festnetz auf die Infrastruktur der Telekom angewiesen seien, wären hier die Kosten für die Nutzung dieser Infrastruktur so hoch, dass die Marge praktisch Null sei. Auch Vodafone brauche den Zugang über die Telekom, weil das eigene Festnetz noch nicht flächendeckend ausgebaut sei.

Zum Stichwort Netzneutralität sagte Joussen, dass er dafür sei, dass Zugänge zum Netz diskriminierungsfrei sein müssten - trotzdem müssten Unternehmen im Wettbewerb Diensteklassen unterscheiden können, so dass es möglich wird, Preise nach Qualität und Leistung zu gestalten. "Wir waren nie der Meinung, dass man Internet-Telefonie verbieten sollte. Aber dafür muss es einen Preis geben." Ein anderer Aspekt der Netzneutralität sei, dass es schwierig sei, Netzkapazitäten bestmöglich auszulasten. In der Luftfahrt sei es ja auch so, dass Flüge zu Spitzenzeiten eben mehr kosten als zu unattraktiven Zeiten.

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