4G

Netzausbau: Vodafone kündigt LTE-Offensive an

Vodafone hat sich auf der CeBIT in Hannover zum weiteren Ausbau seines LTE-Mobilfunknetzes geäußert. So soll 4G an 700 zusätzlichen Basisstationen installiert werden.
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Vodafone hat auf der CeBIT in Hannover eine "LTE-Offensive" angekündigt. Damit will der Düsseldorfer Telekommunikationsdienstleister die 4G-Abdeckung entlang der Hauptverkehrsadern weiter verbessern. Bis zu Ende des kommenden Jahres soll LTE den Angaben zufolge flächendeckend auf allen Autobahnen und entlang aller ICE-Hauptstrecken zur Verfügung stehen.

So werbewirksam die Ankündigung von Vodafone auch ist: Unter dem Strich kommt das Unternehmen damit nur den Auflagen nach, unter denen die LTE-Lizenzen vergeben wurden. Im Zusammenhang mit einem Statement von Telefónica-CEO Markus Haas erklärte die Bundesnetzagentur schon im März gegenüber teltarif.de: Die Frequenzen, die 2015 für mobiles Breitband versteigert wurden, enthalten eine Verpflichtung zur Versorgung der Bevölkerung. Diese Versorgungsauflage verpflichtet jeden Mobilfunknetzbetreiber dazu, mindestens 98 Prozent der Haushalte bundesweit und 97 Prozent der Haushalte je Bundesland zu versorgen. Überdies sind die Autobahnen und ICE-Strecken vollständig zu versorgen. Die Versorgungsauflage muss ab 1. Januar 2020 erfüllt sein."

700 zusätzliche LTE-Stationen

Vodafone baut LTE-Netz weiter ausVodafone baut LTE-Netz weiter aus Interessant sind indes die technischen Details, die Vodafone im Rahmen der geplanten Umsetzung dieser Ausbauverpflichtung genannt hat. So will der Netzbetreiber im Laufe seines aktuellen Geschäftsjahres an 700 zusätzlichen Mobilfunk-Basisstationen den LTE-Standard an den Start bringen. Bis Ende 2019 sei 4G dann überall entlang der Bundesautobahnen verfügbar. Dafür investiere das Unternehmen zusätzlich 55 Millionen Euro.

Neben neuen LTE-Sendern will Vodafone rund 1500 Basisstationen entlang der Autobahnen modernisieren. Dadurch soll die Gesprächsabbruchrate auf unter 0,4 Prozent sinken. Der Ausbau beginne sofort. Profitieren sollen unter anderem Kunden, die sich auf der A9 zwischen Bayreuth, Nürnberg und Ingolstadt bewegen.

Schnelles Datennetz für 98 Prozent der ICE-Reisenden

Keine genauen Zahlen nannte Vodafone zum Ausbau entlang der ICE-Hauptstrecken der Deutschen Bahn AG. Der Netzbetreiber will aber nach eigenen Angaben gewährleisten, dass rund 98 Prozent der Reisenden Zugang zum schnellen Datennetz bekommen. Davon würden jedes Jahr rund 2,6 Milliarden Bahnreisende profitieren. Im Laufe des aktuellen Geschäftsjahres will Vodafone außerdem sein Mobilfunknetz an allen Flughäfen mit mehr als zehn Millionen Flugreisenden pro Jahr modernisieren. Damit sollen die Kunden mit bis zu 500 MBit/s im Downstream surfen können.

In ersten Städten bietet Vodafone auch schon punktuell Gigabit-Geschwindigkeiten über das LTE-Mobilfunknetz an. Neu hinzugekommen sind zur CeBIT Frankfurt am Main und Düsseldorf. Nicht geäußert hat sich Vodafone indes zum weiteren 4G-Ausbau in ländlichen Regionen geäußert. Wie die in den vergangenen Monaten veröffentlichten Netztests zeigen, liegt der Mitbewerber Telekom bei der LTE-Versorgung in der Fläche derzeit vorne. Wie in einer weiteren Meldung berichtet, räumte mit Telefónica der dritte deutsche Netzbetreiber bereits ein, vor allem in Städten und Vorstädten auszubauen, auf dem Land aber "nicht komplett" mit der Telekom mithalten zu können.

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