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Vodafone mit LTE jetzt auch auf 2100 MHz

In den vergangenen Monaten hat Vodafone unter anderem im Grenzgebiet zu Polen erste LTE-Basisstationen auf 2100 MHz aufgeschaltet. Bislang werden 5 MHz Bandbreite genutzt.
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Die Deutsche Telekom hatte bereits im Frühjahr angekündigt, den zurzeit für UMTS genutzten Frequenzbereich um 2100 MHz künftig für das LTE-Netz einsetzen zu wollen. In den vergangenen Monaten wurde LTE in Deutschland in der Tat an ersten Standorten auf 2100 MHz eingeführt. Den Auftakt machte aber nicht die Telekom, sondern der Mitbewerber Vodafone, wie Teilnehmer des Telefon-Treff-Forums beobachtet haben.

Der Düsseldorfer Mobilfunk-Netzbetreiber setzt den Frequenzbereich um 2100 MHz offenbar unter anderem im Grenzgebiet zu Polen ein, wo es noch Einschränkungen bei der Nutzung von LTE 800 gibt. Hier hatte Vodafone bislang teilweise Basisstationen auf 2600 MHz betrieben, deren technische Reichweite physikalisch bedingt aber recht klein ist. 2100 MHz bietet bessere Ausbreitungsbedingungen.

Unter anderem wurde das 4G-Netz von Vodafone auf der Insel Rügen, in Frankfurt/Oder, Eisenhüttenstadt und Zittau beobachtet. Allerdings werden nicht nur grenznahe Standorte mit LTE 2100 bestückt, wie Beispiele in Stralsund und Nauen, im hessischen Mühltal-Traisa oder auch in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen zeigen.

5 MHz Bandbreite für LTE 2100

Vodafone mit LTE auf UMTS-FrequenzVodafone mit LTE auf UMTS-Frequenz Wie die Nutzer weiter beobachtet haben, setzt Vodafone auf dem "klassischen UMTS-Frequenzband" derzeit einen 5-MHz-Träger für LTE ein. Damit werden - analog zu LTE auf 900 MHz bei der Deutschen Telekom - maximal 37,5 MBit/s im Downstream erreicht. Höhere Bandbreiten sind an Standorten möglich, an denen das 4G-Netz auf weiteren Frequenzen arbeitet, so dass sich die Kapazitäten mit Carrier Aggregation bündeln lassen.

Die Beschränkung auf 5 MHz Bandbreite dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass Vodafone den 2100-MHz-Bereich derzeit auch noch für das 3G-Netz benötigt. Vorteil für den Netzbetreiber: Dank Single-RAN-Technik lassen sich bestehende Standorte recht einfach mit 4G auf 2100 MHz aufrüsten. Ist am Standort bereits das UMTS-Netz aktiv, kann beispielsweise auch die Antenne für LTE mitgenutzt werden.

Kundenberichten zufolge ist die Feldstärke auf LTE schwächer als auf UMTS vom gleichen Standort. Denkbar ist aber auch, dass Smartphones die beiden Betriebsarten unterschiedlich auswerten und es dadurch zu einer unterschiedlichen Anzeige auf dem S-Meter kommt. Wir haben bei der Vodafone-Pressestelle bezüglich der Pläne für LTE 2100 angefragt und werden darüber berichten, sobald uns neue Informationen vorliegen.

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