Grünes Licht

EU erlaubt Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone

Vorhaben wirft keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf
Von Rita Deutschbein mit Material von dpa
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Die EU-Kommission hat grünes Licht für die Übernahme von Kabel Deutschland (KDG) durch den Mobilfunkriesen Vodafone gegeben. Das Vorhaben werfe keine wett­bewerbs­recht­lichen Bedenken auf, entschied die Kommission als oberste Kartell­behörde der EU nach eigenen Angaben heute in Brüssel. Damit steht der Übernahme des größten deutschen Kabel­netz­betreibers durch den britischen Konzern nichts mehr im Wege. Vodafone hatte sich bis zur Annahme­frist am 11. September bereits 76,48 Prozent des Grund­kapitals von Kabel Deutschland gesichert. Verbraucher­schützer sahen die Fusion schon im Vorfeld gelassen.

EU gibt grünes Licht für Übernahme von Kabel Deutschland durch VodafoneEU gibt grünes Licht für Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone Die Geschäfts­tätig­keiten der beiden Unternehmen ergänzten sich im Wesent­lichen, urteilten die EU-Wett­bewerbs­hüter. Während Kabel Deutschland beim Kabel­fernsehen, in der Festnetz-Telefonie und bei Internet­zugangs­diensten arbeite, sei der Mobilfunk das Kern­geschäft von Vodafone. Der neue Verbund habe nach wie vor eine ganze Reihe von Konkurrenten.

Bereits in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass dem britischen Mobil­funk­anbieter Vodafone die notwendige Mehrheit von 75 Prozent der Kabel-Deutschland-Aktien zum Kauf angeboten wurde. Die Übernahme von Kabel Deutschland galt damit als bestätigt, wartete jedoch noch auf die nun erfolgte Zustimmung der Wett­bewerbs­hüter.

Milliardenschwerer Deal mit viel Potenzial

Vodafone zahlt für den größten deutschen Kabelnetz-Betreiber insgesamt 7,7 Milliarden Euro. Das Angebot der Briten war jedoch an die Bedingung geknüpft, dass mindestens drei Viertel der Aktionäre von Kabel Deutschland das Angebot annehmen. Andernfalls wäre die milliarden­schwere Trans­aktion abgeblasen worden.

Mit dem Zusammen­schluss beider Unternehmen soll der Platz­hirsch Deutsche Telekom frontal angegriffen werden. Vor allem das TV-Angebot von Kabel Deutschland könnte für Vodafone - neben dem festen Kunden­stamm des Kabelnetz-Betreibers - interessant sein. Aber auch das Kabelnetz mit seiner Festnetz-Telefonie und seinem schnellen Internet birgt Potenzial für einen weiteren Ausbau und somit neue Möglich­keiten.

Für Bestands­kunden ändert sich trotz der Fusion aber nichts an ihren Verträgen, da diese ohne entsprechende Begründung in der Regel nicht verändert werden dürfen. Erst nach Ablauf der Vertrags­laufzeit können Anbieter die Konditionen von Kabel- oder DSL-Anschlüssen neu festlegen. Allerdings haben viele Provider einen sogenannten Änderungs­vorbehalt in ihre AGB aufgenommen, der es ermöglicht, zum Beispiel die Preise zu erhöhen oder die Geschwindig­keit der Internet­verbindung zu senken. Machen die Anbieter von dieser Klausel Gebrauch, haben die Kunden aber ein Wider­spruchs­recht. Eine technische Verschlechte­rung beim Anschluss und bei der Hardware oder gar eine Erhöhung der Preise ist eher unwahr­scheinlich, da sich das fusionierte Unternehmen angesichts der großen Konkurrenz keine schlechte Publicity leisten kann.

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