Bilanz

Vodafone: 73 Prozent des Netzes modernisiert

Der Mobilfunkmarkt ist hart umkämpft und die Übernahme von E-Plus durch Telefónica sorgt für weitere Veränderungen. Dennoch zeigt sich der Konzern mit seinen Modernisierungs­maßnahmen zufrieden.
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Telekommunikationskonzern Vodafone Telekommunikationskonzern Vodafone präsentierte seine Quartalszahlen Nach der Übernahme von E-Plus durch Telefónica ist Vodafone gemessen an der Kundenzahl nur noch die Nummer drei in Deutschland. Aber dafür bieten sich jetzt neue Wachstums­möglichkeiten an anderer Stelle.

Der Mobilfunkbetreiber Vodafone legt heute seine Bilanz für das Ende März 2015 abgelaufene Geschäftsjahr vor. Die deutsche Tochter des britischen Konzerns hatte im dritten Quartal wieder einen starken Zuwachs von Vertragskunden verzeichnet. Nach der Integration von Kabel Deutschland verbuchten die Düsseldorfer zudem Erfolge im Festnetzgeschäft: So konnten seit Beginn der Integration eine Million neue Breitbandverträge verkauft werden.

Auch im Mobilfunk-Sektor konnte der Konzern innerhalb von drei Monaten 137 000 Vertragskunden gewinnen. Allerdings sind die Serviceumsätze des Unternehmens, das Kabelgeschäft nicht eingerechnet, weiterhin rückläufig und sinken um 3,2 Prozent.

Netz-Ausbau mit guter Entwicklung

Vodafone investiert im Rahmen seines 4 Milliarden Euro schweren Netzausbauprogramm weiter in die Netz-Infrastruktur. Laut eigenen Angaben hat der Mobilfunker über 73 Prozent der deutschen Fläche modernisiert. Dadurch habe Vodafone die durchschnittliche Surfgeschwindigkeit seiner Kunden um über 30 Prozent steigern können. Besonders große Fortschritte erzielt der Konzern im Bereich LTE. Bereits fünf Millionen LTE-Kunden sollen das Angebot nutzen und Voice over LTE wurde bundesweit ausgerollt. Weiterhin dürfte auch die anstehende Auktion von Mobilfunkfrequenzen, die Ende Mai beginnt, eine wichtige Rolle spielen. Neben Vodafone Deutschland sind nur die Deutsche Telekom und Telefónica o2 als Bieter zugelassen.

Jens Schulte-Bockum gibt Rücktritt bekannt

Überraschenderweise gab Jens Schulte-Bockum seinen Rücktritt als Deutschland-Chef innerhalb des laufenden Geschäftsjahrs bekannt. Schulte-Bockum sagte, ausschlaggebend für seine Rücktrittsentscheidung seien persönliche Gründe gewesen: "Für mich ist es an der Zeit, mich Neuem zuzuwenden". Einen Nachfolger gebe es noch nicht. Er übergebe das Unternehmen aber in "ausgesprochen guter Verfassung". Der Aufwärtstrend sei intakt und der Anspruch des Unternehmens sei es, in diesem Jahr auch im Mobilfunk wieder zu wachsen. Die Mitarbeiter müssten dem bevorstehenden Führungswechsel nicht mit Sorgen entgegenblicken. "Ich kann mir im Moment kein Szenario vorstellen, wo große Restrukturierungswellen über das Unternehmen hereinbrechen", sagte er.

Die Rheinische Post berichtete, Hintergrund der Entscheidung sei, dass das Unternehmen bei seinem Aufholrennen gegenüber der Deutschen Telekom weniger schnell vorangekommen sei als dies der Mutterkonzern in London gehofft habe. Schulte-Bockum selbst räumte ein, dass der nach wie vor schwächelnde Mobilfunkbereich besonders im Fokus der internationalen Betrachtung liege.

Dass der Konzern sich nun erst einmal auf die Suche nach einem Nachfolger machen muss, ließ sich nach Einschätzung von Schulte-Bockum kaum vermeiden. "Es ist eine Entscheidung, die bei einem selber reift, die man aber nicht diskutiert", sagte er. Doch bemühe er sich, die Folgen abzumildern, indem er Vodafone auch in den nächsten Wochen und Monaten weiterhin zur Verfügung stehe. "Das Unternehmen wird nicht führerlos".

Vodafone: Gute Integration von Kabel Deutschland

Die Integration des Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland geht zügig voran. Die gemeinsamen Vermarktungsaktivitäten sorgten inzwischen für deutliche erhöhte Absätze bei Kabel-Breitband-Angeboten, berichtete das Unternehmen heute in Düsseldorf. Der Service-Umsatz im Festnetz stieg im Geschäftsjahr 2014/2015 nach Unternehmensangaben auf 3,8 Milliarden Euro. Auch die Integration der Netze komme gut voran.

Im klassischen Mobilfunkgeschäft musste Vodafone Deutschland dagegen auch im vergangenen Geschäftsjahr weitere Umsatzrückgänge hinnehmen. Grund dafür sei vor allem das gesunkene Marktpreisniveau, berichtete das Unternehmen.

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